05. Februar ’16 Cape Gkreko

07:14…Es ist unglaublich, ich sitze im schönsten Sonnenschein auf dem Balkon eines Hotels in Larnaca und es wird mir wieder bewußt, was die letzte Jahre so alles passierte, um so etwas möglich zu machen. Meine Tochter mit 12 Jahren liegt noch in den schönsten Träumen und ich komme gerade vom Strand, wo ich Fotos des Sonnenaufganges geknipst habe. Ich mit 12 (1982, outch, das ist lange her), wußte nicht mal, wo Zypern liegt, geschweige denn, dass die Option bestanden hätte, dorthin zu reisen….

Nun hat sich die Welt in letzten Jahren neu formiert, ich stehe am Strand und ein älterer Zypriot bleibt stehen, als ich ihn grüße. „Where are you from?“, klar, ich gebe Auskunft, gerne mache ich das, die Leute sind hier allgemein sehr nett, „Ahhhh, so…you don’t have this!“, er zeigt auf das Meer mit Sonnenaufgang…“Yup, not the weather, not sunrises, like this…“ Er grinst „You have a lot of Euros in Germany, but not this.“…zufrieden winkt er zum Abschied.

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sunrise @06:45

Nachher geht’s weiter….

16:44: Wir sind zurück und sitzen in der Hotel-Lobby. Draußen ist es sehr windig, das reißt einem fast das MacBook aus der Hand. Sanja macht sich natürlich Sorgen um die Katzen, die sich verschiedenste Unterschlupfe gesucht haben. So liegt eine, der mittlerweil auf 29 angewachsenen Herde <?>, wie kann ich das besser beschreiben, im Bonsai. Im Innenhof steht so ein Teil, sieht aus wie Bonsai, ist etwas groß geraten…ich habe keine Ahnung, die Fellfresse liegt da drin und harrt der Dinge, die da kommen.

Sanja beschwert sich hin und wieder, dass hier nur alte Leute wohnen, und das ist wirklich so, teilweise haben die sich für 4(!) Wochen eingebucht. Überwintern auf Zypern, auch ein Renten-Modell.

So, nun aber zum heutigen Tag. Wir sind wieder mit dem Intercity-Bus bis nach Ayia Napa gefahren, diesmal bis zum Square (Monastery), von hier kann man den Bus No. 101 nehmen und dieser bringt einen ziemlich dicht ans Cape Gkreko heran.

Laut meinem Reiseführer, soll es eine Station davor geben, an der Straße, die relativ gerade auf die Sea Caves führt. Dem ist aber nicht (mehr) so, man fährt bis zur Station Kavo Gkreko. Von hier kann man erst mal zur Natural Bridge laufen (andere Richtung, weg vom Kap). Ist schön anzusehen, aber sie ist komplett abgesperrt.

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Natural Bridge

In der Nähe gibt es noch eine kleine Kapelle und von hier kann man einige Stufen heruntersteigen zur Höhle „Ayioi Anargyroi“…der Wind tat heute sein übriges, wir kamen gar nicht bis nach unten, überall Gischt, war aber toll, auch der Heidenlärm, der hier herrschte :-)

Tag der Gischt:

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Von dort sind wir Richtung Cape Gkreko gelaufen. Das Kap ist der östlichste Punkt der Europäischen Union. Hier stehen außerdem einige Sendemaste rum, die sehr präsent sind. Bis zum Leuchtturm auf dem Kap kommt man gar nicht, ein großer Zaun versperrt einem den Zugang.

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Der blaue Punkt mit dem Pfeil, dass sind wir, bis genau dorthin kann man laufen. Der Leuchtturm ist ganz klein am unteren Ende zu sehen.

War auch nicht so tragisch, wir haben Natur gesehen und Wellen und Gischt überall, sind einige Kilometer gelaufen und hatten dann irgendwann auch die Nase voll. Wir saßen noch ein paar Minuten rechts vom Zaun, auf eine Klippe und ich habe kurz darüber nachgedacht, dass Syrien keine 200 Kilometer in dieser Richtung entfernt liegt…

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Am Kavo Gkreko, Blick nach Süden.
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Sieht ein bisschen eingeschnappt aus!

Ein Ausflug zum Kavo Gkreko ist schon ganz nett, wer aber nicht ausreichend Zeit zur Verfügung hat, der sollte auf jeder Fall zuerst zu den Sea Caves, das ist das Highlight in dieser Region (meine ganz individuelle Meinung).

Sonst möchte ich noch ganz kurz eine Empfehlung loswerden, ich schreibe diesen Blog ja mit dem Hintergedanken, dass sich auch mal jemand hierhin verirrt, der eine Reise plant und hier ein paar nützliche Tipps finden kann. Ich nutze eine App (und nein, ich bekomme kein Geld von den Entwicklern!), mit dieser kann man sehr gut, offline, Karten nutzen, die auch sehr zuverlässig sind. Die Beschreibungen vieler Sehenswürdigkeiten lassen teilweise noch zu wünschen übrig, aber die Karten haben mir schon sehr oft geholfen, da ich schnell und unkompliziert meinen Standort bestimmen kann. Ebenso sind viele Wege verzeichnet, die ich in Reiseführern etc. nicht finde. Wen’s interessiert, sie heißt „Ulmon Pro, City Maps 2 Go Pro“

Morgen soll das Wetter hier schlechter werden, dass heißt, wir werden morgen weniger Natur machen und haben dafür Larnaca geplant. Die Busfahrer streiken immer noch, wir werden uns ein Taxi besorgen…

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