06. Mai ’19 Berlin -> Frankfurt -> Los Angeles

Ich könnte diesen Beitrag erneut damit beginnen, dass die Tickets günstig waren, aber das würde sich wiederholen, also setze ich dieses Wissen beim geneigten Leser einfach voraus. Denn wer hier schon mal reingeschaut hat und vielleicht sogar den einen oder anderen Beitrag gelesen oder zumindest überflogen hat, der hat realisiert, dass wir unsere Reisen genau so planen. Irgendwo sind preiswerte Flugtickets verfügbar und schon sind wir am recherchieren, ob es zeitmäßig passt und ob das Ziel unserem Beuteschema entspricht.

Das ist nun wahrlich nicht unser erster Trip in die Staaten und somit war Punkt zwei nicht in unserer Recherche enthalten. Wir werden bestimmt ein paar Orte besuchen, in denen wir schon waren. Diesmal aber wieder zu zweit. Sozusagen “back to the roots”. Klar waren Mike und ich schon ohne Kinder unterwegs, aber das USA-Ding, so wie früher, das fand viele Jahre nicht statt. Was wir nicht vorhaben, ist auf Rest Areas oder dem WalMart-Parkplatz im Auto zu pennen, ich denke, hier können wir von unseren Erinnerungen zehren, wenn einem morgens alle möglichen Knochen geschmerzt haben und man nicht wirklich erholt in den neuen Tag startete. Wir werden nach Ortszeit nachmittags in L.A. ankommen und dort wartet ein Mietwagen auf uns. Aber alles, was danach erfolgt ist ungeplant. Nur Rückflug-Datum und Abflugort haben einen festen Platz in dieser Gleichung. Wir wissen, dass wir definitiv nicht in L.A. bleiben, ist einfach nicht unser Ding und wir wissen, dass wir uns gen Osten losmachen. Mit diesem Plan bleibt als erster Übernachtungsort wahrscheinlich nur Barstow, CA. Ich bin mir sicher, dass jeder, der L.A. nicht die Küste entlang verlassen hat, diesen Ort kennt.

Ganz grob, aber wirklich nur mal so ganz kurz angedacht, war, das wir dem Arches National Park in Utah einen Besuch abstatten könnten. Wie ich schon früher schrieb, haben wir , besonders ich, diesen seit mittlerweile Dekaden(!) auf dem Schirm, aber immer kam etwas dazwischen. Aber sollte man so eine Kette unterbrechen? Vielleicht bin ich ja megamäßig enttäuscht, vielleicht gibt es einen Grund, warum immer etwas dazwischenkommt? Keine  Ahnung. Meine Tochter hat ganz klipp und klar gesagt, dass wir sowieso nicht zu den Arches kommen werden. Das lasse ich jetzt einfach mal so stehen und werde versuchen täglich einen Bericht schreiben mit allen Infos zu unserer Reise.

[06/05 um 7:24, momentane Entfernung zum Arches National Park: 8505 Kilometer.]

Erster Stopp: FraPort, mit der Bahn sind wir ganz entspannt nach Frankfurt gefahren. Nun beginnt gleich das Boarding…

Airport Frankfurt, Terminal 1

[06/05 um 13:31 momentane Entfernung zum Arches National Park: 8473 Kilometer.]

Die Lufthansa hat noch einige dieser Dickvögel, Boeing 747/400 im Einsatz und genau in einem solchen sollten wir nach L.A. gebracht werden. Diese Flieger haben etwas mehr Beinfreiheit (in der Holzklasse) und liegen wirklich wie eine massive Eichenschrankwand in der Luft. Nicht ein einziges Mal ertönte das Anschnallzeichen (natürlich mit Ausnahme des Starts und der Landung), hin und wieder schüttelte es kurz am Vogel und das war es auch schon. Wir flogen Lufthansa, trotz des äußerst günstigen Ticketpreises kamen wir in den Genuss eines Services, der fast einzigartig ist. Ich spreche nich nur von der Freundlichkeit des Personals, nein auch die Verpflegung war richtig gut. Alles in allem kamen wir relativ entspannt an. Die Immigration in LAX zog sich hin. Wir mäanderten uns über eine Stunde durch das Areal, welches den Homeland Security Countern, mit kilometerlangen Absperrbändern dekoriert, vorgelagert ist.  Auch das bewältigten wir, dann allerdings wagten wir es, im Baggage Claim Area direkt zur nächsten Schlange Richtung Ausgang zu gehen und nicht hinten rum über die Gepäckbänder an das Ende dieser Schlange (wir hatten nur Handgepäck). Was passierte? Keiner der Anstehenden machte uns an, nein, stattdessen wurden wir von einer Angestellten barsch angeschnauzt, deren einzige Aufgabe es schien, genau diese Verfehlungen zu ahnden. Oh Mann, hatte die Dame einen Ton drauf! Wir mussten die Reihe verlassen und uns ganz hinten bei den Passagieren, die teilweise noch ihre großen Gepäckstücke vom Band sammelten und sortierten erneut anstellen. Damit war sie zufrieden, das merkten wir (Körpersprache), als wir ihre Standort erneut erreichten, auf der linken Seite stand ein Kollege von ihr, der aber wohl nicht diese Kompetenz des lauten Zurechtwiesens entsprechend seiner Arbeitsplatzbeschreibung ausüben durfte. Verschleiert blieb uns der Sinn dieser Einengung und Leitung von Passagieren an dieser Stelle des Airport, denn es gab keine Kontrolle, selbst unsere Immgration-Zettelchen wurden erst am nächsten Schalter eingesammelt.

Anflug auf LAX

Nächster Stopp: Autovermietung. Diesmal haben wir bei Budget einen Wagen gemietet und hier erlebten wir eine ungeahnte Langsamkeit. Die Dame, sie war bestimmt jenseits der 65 arbeitet mit einer Geschwindigkeit, das wir alleine vom Zuschauen fast in Tiefschlaf fielen. Vielleicht war der Einsatzort dieser Mitarbeiterin seitens Budget nicht optimal gewählt, vielleicht wäre sie im Backoffice besser untergebracht, als im direkten Kundenbetrieb. Wir verbrachten eine geschlagene Stunde mit ihr und ich war mehrmals versucht, über den Tresen zu greifen und ihr die Tastatur wegzunehmen. Unser Auto war schon bestellt, es waren alle unsere Daten im System vermerkt. Ihre einzige Aufgabe war, den Case zu suchen und uns weitere Versicherungen, Navis und Toll-Bezahlmöglichkeiten aufzuschwatzen. Dies lehnten wir alles ab, also auch kein weiterer Arbeitsgang, trotzdem EINE Stunde, in der wir älter wurden! Dann schlurfte sie ganz langsam zum Telefon und kam ohne ein Wort zu sagen zurück. Sie nahm wieder Platz und begann in Zeitlupe mit den Cursertasten zu spielen. Nach einigen Minuten, sie spürte wohl unsere Blicke, schaute sie auf und sagte, dass wir warten müssen. Diese Aussage hatte genau so viel Inhalt, wie, wenn die Sonne scheint, ist es hell. Unsere Gegenfragen wurde ignoriert und am Nebenschalter war der dritte Case abgeschlossen und mit einem Auto versorgt. Um dies zu Ende zu bringen, ja wir erhielten ein Auto, waren leicht genervt und wollten nur noch raus hier und raus aus L.A.

Los Angeles(597.7925415039062m)