10. Mai ’19 Lake Mead, NV -> Yuma, AZ

Heute früh, es war wirklich relativ früh, nämlich gegen 8°° warfen wir unseren Kram ins Mietauto und verließen das Super8 Motel mit angeschlossener Wedding Chapel. Elvis habe ich nicht zu Gesicht bekommen und Mike gab noch den Hinweis, dass das bestimmt nicht der echte Elvis war (auch wieder Fake News!), denn nachdem wir eine knappe Meile auf dem Las Vegas Blvd. fuhren sahen wir die „Graceland Wedding Chapel“ und, wenn sich Elvis irgendwo versteckt oder auch offiziell aufhält, dann wohl eher hier. Dem pflichtete ich bei und wir ließen Las Vegas in Richtung Osten hinter uns.

Unser erstes Ziel heute hieß „Alan C. Bible Visitor Center“, hier startet der Historic Railroad Trail. Ein vielleicht 5 Mi. langer gut ausgebauter Wanderweg, oberhalb des Lake Mead immer and deren Küste entlang. Das Besondere sind nicht nur die grandiosen Ausblicke, sondern die Tatsache, dass man hier durch fünf ehemalige Eisenbahntunnel hindurch laufen kann, die eigens für den Bau des Hover Dam angelegt wurden. Leider ist der 3. Tunnel zur Zeit gesperrt, so dass man nach gut 2 km umkehren muss. Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass man für diesen Teil des National Recreation Areas keinen Park Pass benötigt, erst wenn man direkt zum See möchte, dann passiert man das entsprechende Gate.

Link:

https://www.alltrails.com/parks/us/arizona/lake-mead-national-recreation-area/views

Wir sind bis kurz vor den Tunnel 3 die Strecke entlang gewandert.

Warning
Lake Mead
Marina
Tunnel 1
Tunnel 1 mit Blick zum Tunnel 2
Lake Mead mit Marina, andere Perspektive
nochmal der See;)
Tunnel 2
Blick zum Tunnel 1

Das war jetzt nur eine kurze Stippvisite, wir haben ein paar Eindrücke gesammelt und möchten gerne, wenn wir mit den Kindern im Oktober hier sind erneut zum Lake Mead, dann mit mehr Zeit. Heute wollen wir nich einige Meilen zurücklegen, um nämlich unsere nächste Nacht in Yuma, AZ zu verbringen.

Der Weg dorthin führt über die US95 South, ein Highway mitten durch die Landschaft, der sich auch wirklich gut und zügig fährt. In Nevada gibt es einen Abschnitt der US95, der mit diesen grünen Dedicated-to-Schildern versehen ist. Diese Schilder sieht man hin und wieder und sehr häufig geht es um Kriege, Veteranen, kurz Eroberung, Krieg und menschliches Leid, manchmal geht es auch um Regionalpolitiker oder andere Personen der Öffentlichkeit. Ich habe einfach keine keine Toleranz für diese heroische Einstellung, der patriotischen Lebensweise und dem Fahnen-Gehisse. Es ist nicht weniger geworden im Trump-Land, teilweise denke ich, das es mehr ist. Gestern nun waren wir auf der US95 unterwegs und im vielleicht 2-Meilen-Abstand erschienen diese Schilder. Ich las vom Korea-Krieg, vom Golf-Krieg, sogar den Veteranen des Kalten Krieges war ein Schild gewidmet, es ist eben ein Veterans Memorial Highway, aber diese Dichte an Würdigungen, diese permanente zur Schaustellung und dieser Stolz auf Kriegshandlungen, ist dass das, worauf man stolz sein sollte? Ich glaub, ich muss das Thema wechseln…

Wir hatten ausreichend Zeit für unseren Trip und es fuhr sich wirklich entspannt. Die Landschaft ist wunderschön, zum angucken, machen kann man nichts mit diesen trockenen Gegenden. Das Maximalste, was sich aus dem Boden quält, ist ein Joshua Tree, sonst ist nur dieses trockene gelblich-braun, bestimmt total harte Gras zu sehen, das will nicht mal ’ne Kuh fressen. Trotzdem fährt man durch eine von kleinen Bergen, größeren Hügeln und solchen Erhebungen gesäumte Gegend -> toll! Über die Bevölkerungsdichte brauch man auch nicht zu reden und dass, des Öfteren kein mobiles Internet verfügbar war, ist nur zu verständlich.

US95 South
Unterwegs
103 Meilen südlich von Vegas
Interstate
Einfach nur so…
Gegend

Auf ungefähr halbem Wege, in Earp, CA vereint sich die US95 mit der SR62, für nur einige Meilen. Aber hier war es bewohnt, so dass auch mal ein Foto mit einem anderem Motiv entstehen konnten.

Brücke über den Colorado

Nächstes Motiv: Quartzsite, AZ.

Quartzsite, AZ

Ansonsten muss ich das kommende Foto einfach posten. Wir sind im absoluten no-where, nichts über Meilen…aber das mobile Internet funktioniert und zwar mit 4G! Das wäre doch mal was für Berlins Mitte, wo ich spontan Ecken finde, an welchen mir EDGE oder wie letztens, GPRS (ich wusste gar nicht, dass es das noch gibt) angezeigt wird und die Nutzung des mobilen Internets definitiv nicht funktioniert…

:)

Ansonsten erreichten wir Yuma, AZ. Die Stadt kündigte sich ca. 20 Meilen vorher damit an, dass es plötzlich Landwirtschaft gab. Sattes Grün auf den Feldern, eine wahre Augenweide nach der Wüste und etwas surreal. Yuma ist eine unwahrscheinlich lang gesteckte Stadt, zumindest denkt man, dass man einfach nicht ankommt (ist vielleicht nur der erste Eindruck). Wir fanden unser Motel, schmissen den Krempel ins Zimmer und machten uns kurze Zeit später noch einmal los. Wir wollten zum Gateway-Park. Das ist eine TripAdvisor-Empfehlung. Hier angekommen, wurde uns sofort wieder bewusst, dass ein Park in Deutschland was anderes ist, zumindest anders geplant wird. Der Park mit Badestelle im Colorado ist schon ganz nett, liegt aber direkt an, bzw. unter der Ocean-to-Ocean-Bridge und wenn hier ein Zug (und die sind schnell mal eine Meile lang) rüberappelt, dann ist es vorbei mit Erholung. Außerdem befindet sich direkt neben dieser historischen Brücke eine Autobrücke, die obwohl einspurig doch Lärm macht. Dazu haben wir eine kleine Kläranlage in unmittelbarer Nähe gesehen, alles nicht unbedingt anheimelnd. Man kann hier sitzen, aber der ruheverwöhnte Europäer, wird es nicht lange aushalten, wir gingen auch bald wieder.

Ocean-to-Ocean-Bridge
nochmal

Yuma an sich macht einen netten Eindruck. Hier ist wirklich nicht viel los, genau das Richtige für uns. Wir haben ein nettes Motel, das Wetter ist der Hammer, wir lassen uns ein bisschen treiben, und haben den Besuch des Historic Yuma Prisons (weiß grad den genauen Namen nicht) abgewählt. Wir haben von außen gesehen, wir klein es ist und noch einmal über google-maps geschaut, das lohnt sich nicht. Selbst, wenn es gute Bewertungen gibt. Unsere Entscheidung! Und rein subjektiv! Wir genießen heute das Wetter, gehen ins Kino, vielleicht zum Sonnenuntergang zu den Imperial Dunes, mal schauen.

Grill-Wetter scheint hier immer zu sein.

Yuma ist, lt. Internet, mit 340 Sonnentage die sonnenreichste Stadt der Welt(!), dazu eine Jahresdurschnitts-Temperatur von 23°C.

Auch interessant: Partnerstädte sind Słubice und deren Schwester-Statdt Frankfurt (Oder)

Quelle:

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Yuma_(Arizona)

https://en.m.wikipedia.org/wiki/Yuma,_Arizona