11. Mai ’19 Yuma, AZ

Yuma hat, wie ich gerade recherchiert habe über 90.000 Einwohner, wobei es im Winter wohl noch mehr sind. Die sog. Silverbirds oder auch Retirees zieht es nicht nur nach Florida, auch Yuma scheint ein Ziel zu sein. Davon haben wir aber nur gelesen.

Nun sind wir heute ein bisschen durch die Stadt gefahren. Zu Fuß wäre das ein Unding gewesen, allein der Entfernungen wegen, wie ich gestern schon kurz erwähnte, ist Yuma unglaublich langgezogen, es dauert und dauert, ehe man manchmal sein Ziel (wohlgemerkt mit dem Auto) erreicht hat. Rein hitzetechnisch hätte es uns Mitteleuropäer bestimmt auch nach kurzer Zeit über die Schnappidee nachdenken lassen, nicht das Auto genommen zu haben. Kurz und gut, wir sind in Hinsicht Fortbewegung voll assimiliert, vom Fahrstil her fallen wir eher etwas auf, zumindest, wenn Mike am Steuer sitz, weil zügiges Handel und schnell mal in eine Lücke springen in den USA komplett unbekannt zu sein scheint.

Da wir auf dieser Reise das Thema „Entspannt im Südwesten der USA unterwegs“ gegeben haben, und nicht, „Wie sehe und besuche ich möglichst viele Sehenswürdigkeiten in möglichst kurzer Zeit“, begann der Tag nach dem Frühstück, einfach nur mit Sonne und Wärme tanken im Pool Area des Howard Johnson (HoJo) by Wyndham, Yuma.

Nettes Motel (HoJo by Wyndham), Das ultimative Zimmer ist 227, siehe Ausblick. Dazu kommt Vogelgezwitscher, dass einem die Ohren wund werden (wir schliefen bei geöffneten Fenster) und konnten den Krawall nur genießen:)
hojo
HoJo in Yuma
Pool
Mike im Entspannungsmodus
Das HoJo muss Ender 70er mal was Besonderes gewesen sein, selbst die Tapete (Textil) war noch da und in ziemlich gutem Zustand…
Und DIESES Sofa erst!!! Der letzte Schrei!
;)
Mein Highlight war definitiv dieses Waschgbecken!
Vor unserem Zimmer stand dieser überdimensionale blühende Busch, wir wohnten in der 2. Etage und der Ausblick ist doch wirklich nett.
Richtig echtes Grün, das ist selten, wenn man in einem Motel übernachtet. Es gab neben dem Pool Area auch noch weitere Sitzmöglichkeiten im Freien, zwar als Smoking Area ausgewoesen, aber ich habe da nie jemanden Rauchen sehen.

Dann waren wir gegen Mittag im Kino und haben uns „Avengers Endgame“ angeschaut. Hierzu folgendes, wir fühlen uns ob der deutschen Kinopreise echt verschaukelt. Heute haben wir für einen Dreistunden-Film pro Karte 7.-$ bezahlt. Nicht mehr! Das sind weniger als 7.-€ und wenn ich jetzt noch die Sitze beschreibe, dann glaubt mir das niemand. Die Bestuhlung (schreckliches Wort!) war nicht so eng wie z.B. in unserem Cinestar, nein, es waren eine Art Business-Class Sessel, wie man sie aus Flugzeugen kennt, wenn man beim Einstieg durch diese Klasse laufen muss. Wir haben wirklich Sessel gehabt, die mittels Knopfdruck die Lehne in eine fast Liege(!)-position brachten, dazu konnte man das Fußteil entsprechend ausrichten…unglaublich, fast wie ein Pflegebett, ich habe nich nie zuvor im Kino gelegen. Es war echt mega-mäßig bequem.

Nach „Endgame“ haben wir kurz Downtown erkundet, ist nicht wirklich viel und sieht auch eher so aus, als wenn es immer weniger wird. Die Silverbirds sind weg, vielleicht steppt ja der Bär im Winter so richtig in Yuma. Ansonsten ist hier tote Hose. Es gibt ziemlich viel Leerstand und Wohnhäuser, die vor sich hin rotten, letztere findet man aber wirklich nur in den kleinen Seitenstraßen.

Ein paar Eindrücke:

Gefunden in Downtown.
Downtown
Downtown
…und das war es auch schon.

Folgendes Bild war mir ein Bedürfnis machen zu müssen und auch zu posten. Da unten am Baum, in dem Pflanzring, stehen Lantana (Wandelröschen). Das ist dieser Kram, der in unseren Breiten im Winter den Keller blockiert, dort Sauerei macht, weil sie Blätter trotz (sparsamer) Gießerei abfallen. Oder viel besser, die im Winter plötzlich mit voller Blütenpracht die Kellerräume schmücken, dafür die warme Jahreszeit aber draußen so mickrig aussehen und um eine Beisetzung auf dem Kompost regelrecht betteln. Alles meine Erfahrungen. Nun gebe ich zu, dass ich statt eines grünen Daumens mindestens zwei schwarze Daumen habe und alles, was mit Chlorophyll zu tun hat in meiner Umgebung wenig Chancen auf Überleben hat, aber trotzdem finde ich es nicht gut, dass mir auf Reisen (in wärmere Gefilde) die Lantana regelrecht auflauert und mit den Mittelfinger (one finger salute) zeigt. Sie wachsen wie Unkraut, an den unmöglichsten Stellen, ohne Pflege, ich bin mir sicher, dass niemand mit den Pflanzen redet (wurde mir auch schon gesagt, dass das wichtig wäre *facepalm*).

Lantana (dort wo die Hunde pipi machen)!!!
Feuerwache
Solar panels
…nochmal, andere Perspektive.
Nicht der Laden, der Saguaro ist das Motiv ;)
Mit Blüten!

Morgen verlassen wir Yuma und es wird weiter gen Westen gehen.

Nachtrag: Wir entfernen uns weiter vom Arches National Park…