12. Mai ’19 Calexico, CA & El Centro, CA via Imperial Dunes

Am späten Vormittag haben wir Yuma gen Westen verlassen. Unser erster geplanter Stopp waren die Imperial Dunes. Dünen im Süden Kaliforniens, an der Grenze nach Arizona. Dieses Gebiet beginnt etwa 20 Meilen westwärts Yumas (Richtung Calexico). Von der I-8 kann man sie sehen und es gibt auch ein Rest Area, an welchem man die Interstate zum gucken verlassen kann. Mehr als gucken ist hier aber nicht. Wir verließen die I-8 an der Abfahrt „Ogilby Road“. Unser Plan war, über diese Straße zum Hugh T. Osborn Lookout Park (Osborne Park Rd, Brawley, CA 92227, USA oder Plus Code: XVP8+2H Mesquite, CA, USA)

) zu fahren. Es soll sich lohnen und der Weg, den wir geplant hatten,  entspricht einen Loop, den man fahren kann, man kommt also weiter westlich wieder auf die I-8. Der Weg bis zum Lookout sollte um die 40 Meilen lang sein, also kein ganz kleiner Abstecher. Wir fuhren keine Meile, als der erste Hinweis am Straßenrand auftauchte, dass man hier nur mit der entsprechenden Permit für schlappe $50.- hineindürfe. Das Bureau of Land Management verkauft diese. („Permits are required from October 1 through April 15 each year.“) In den Dunes kann man OHV (off-highway vehicle, sehr große Quads, wirklich sehr groß) fahren, das wird auch ziemlich intensiv betrieben, sonst muss allein die Gegend der Hammer sein, die Dunes waren für unterschiedlichste Filme (z.B. Star Wars) die Kulisse. Mike und ich haben wirklich nur einen kleinen Einblick erhalten. Normalerweise lassen wir uns nicht gleich von solchen Drohschilder abhalten, aber ich hatte gestern bei meiner Recherche gelesen, wie humorbefreit die Angestellten des Bureau of Land Management sein sollen, das wird wohl richtig teuer, wenn man sich hier ohne diese Permit hineinwagt. Darauf hatten wir momentan keine Lust, da wir im Oktober noch einmal im Südwesten der USA unterwegs sein werden, dann mit den Kids, die Idee, hierher zu fahren steht, dann können wir auch tiefer in dieses surreale Gebiet eintauchen. Ich werde berichten.

Hier noch der Link zum Bureau of Land Management: Bureau of Land Management

Wir fuhren zurück auf die I-8 und weiter gen Westen. Links und rechts sahen wir Dünen, es erschien ein wenig, als wäre man in der Sahara. Nach einigen Meilen verließen wir die Interstate erneut, wir sahen eine Art Rest Area und erhofften einen eventuellen Zugang in die Dunes. Dieses Rest Area entpuppte sich als „Buttercup Ranger Station„.

Auch hier prangte sofort das Schild des Bureau of Land Management, also: gleiche Regeln, wie zuvor, ohne Genehmigung hat man sich wieder dünn zu machen.

Zutritt nur nach Kauf der entsprechenden Permit
Imperial Dunes
Heißer, sehr feiner Sand, bei 33°C
Zebra Lizard, die lungern hier zu Hauf rum und sind größer, als dieses Bild vermuten mag. Nichts mit süßer Eidechse…
Da die Ranger Station geschlossen war, sind dies hier die einzigen Infos, die zu bekommen waren
Information
Helmpflicht!

Wir ließen unseren Wagen auf dem Parkplatz stehen und liefen einfach los, schuhtechnisch waren wir darauf nicht vorbereitet, denn Birkenstock-Sandalen (Mike) sind mehr als ungeeignet in dieser Gegend, mit Temperaturen, die jetzt schon bei 33°C lagen. Wir wollten ja auch nur ein paar Meter hinein, in diese Wüste. Das ist echt toll hier, wieder so eine Zufallsentdeckung, die wir nicht geplant hatten.

Adresse: 6808 Grays Well Rd, Winterhaven, CA 92283, USA

Plus Code: P4GQ+CH Dunes, Kalifornien, USA

Bei meiner späteren Recherche im Internet fand ich dann noch etwas Interessantes. Ca. 3 Meilen weiter westlich findet man einen Ort namens Wood Plank Road (vielleicht im Oktober ein Ziel).

Plus Code: 8547P36G+4W

Wir setzten unsere Fahrt fort. Einen kleinen Einblick haben wir ja erhascht und so fuhren wir weiter Richtung Calexico. Um der mexikanischen Grenze näher zu kommen, verließen wir die Interstate und wechselten auf die 98. Wir sahen zwar nichts von der Grenze, kamen aber in eine von Landwirtschaft geprägten Gegend. Nichts mehr mit Dünen, nun gab es Felder.

Heuballen

Es war ein Glück, dass wir auf die Idee gekommen waren, die I-8 zu verlassen. Denn an der 98 entdeckten wir durch Zufall einen State Park oder besser ein State Vehicular Recreation Area. Der Herber Dunes SVRA (PJ94+3X Calexico, Kalifornien, USA)

, ist ein State Park, in welchem genau das gemacht wird, was in den Imperial Dunes passiert, mit sog. OHV (off highway vehicles) kann hier durch die Dunes geheizt werden.

Obwohl wir dachten, die Wüstengegend verlassen zu haben und schon Felder (allesamt mit einem intelligenten Bewässerungssystem ausgestattet) zu Gesicht bekamen, gab es doch wieder Dunes. Wir befanden uns weiterhin mitten in der Wüste.

Bewässerungskanal
Bewässerungskanal
Komisches Pflanzengedöns
Komisches Pflanzengedöns
Komisches Pflanzengedöns2
nochmal

Im State Park fanden ein kleines Visitor Center, sonst war hier tote Hose. Einfach nichts los zur Zeit. Die Dame, die Auskunft gab, erzählte etwas von off-season, aber auch davon, dass die Wüste nicht berechenbar sei, soll heißen, dass im Winter schon mehr los sei, aber manchmal auch zu dieser Zeit viele Menschen hier seien. Und das Wetter auch hier nicht mehr planbar war. Was wir herausgearbeitet haben, ist, dass man nicht unbedingt in die Imperial Dunes müsse, nein, eine Stunde weiter westlich findet man diesen State Park, der einem ebenfalls Dünen bietet und nicht gleich 50.-$ kostet, nur um betreten zu werden.

Herber Dunes SVRA

Weiter gen Calexico, hier ist ein Checkpoint nach Mexico und man hat die Möglichkeit bis an die Grenze zu kommen.

 

…keine Ahnung, stand da plötzlich rum…

Medizin-Tourismus scheint hier auch zu funktionieren. Wir haben Massen von diesen Billboards gesehen, besonders oft ging es um Zahnbehandlungen, aber auch Optiker waren gut vertreten…

Das die Grenze aber so präsent ist, wie wir gleich zu sehen bekommen sollten, das überraschte uns dann doch etwas.

Grenzzaun nach Mexico, mit NATO-Draht
Hindurch gucken ist möglich
Border Patrol, die stehen ungefähr alle 200 m.

Buchempfehlung: „Noman’s Land“ by Francisco Cantú,  sehr authentisch und auch schockierend  geschriebenes Buch, da der Autor selbst bei der Border Patrol gearbeitet hat.

Dieser Grenzzaun macht ein komisches Gefühl, besonders bei einer Person, die in der Ost-Berliner Mitte, unmittelbar an der Mauer aufwuchs…

 

Calexico International Airport, na klar muss der international sein, es sind nur 250 m bis zur Grenze, wahrscheinlich befindet sich das Flugzeug (nur Cessna und kleinere sind zu sehen) sowieso automatisch nach Start im mexikanischen Luftraum ;)

Ansonsten gehört Calexico, genau wie El Centro (etwas weiter nördlich, hier haben wir unsere Übernachtung) wieder zu dieser Art von Städten/ Ortschaften, die einfach kein Gesicht haben. Häuser, Einkaufsmöglichkeiten und Tankstellen scheinen einfach in die Gegend geworfen zu sein, dies alles in einer Art Verbund, dass es eine Siedlung ergibt und das war es…

Übernachtung in der Travelodge in Calexico:

Motel Calexico
Standard-Motel, sauber, Frühstück mit noch mehr Zucker, als wir dachten möglich ist.

Plan für morgen: weiter gen Westen, mit Ziel San Diego…

btw: Wir entfernen uns von den Arches immer weiter…