13. Mai ’19 San Diego, CA, Border Field State Park

Unser kurzer Roundtrip geht dem Ende entgegen. Gestern haben unsere letzten beiden Übernachtungen gebucht. Wir werden Mittwoch Abend ab LAX nach Frankfurt zurückfliegen, haben uns aber in San Diego und nicht in Los Angeles ein Motel gesucht. L.A. ist so unverschämt teuer, dass wir uns dagegen entschieden haben und wir müssen nicht wirklich in L.A. sein. Es gibt interessantere Ecken.

Heute, am frühen Vormittag sind wir von El Centro, CA aufgebrochen. Der Trip nach San Diego ist nicht wirklich weit, aber dafür landschaftlich wieder sehr reizvoll. Wir haben die Peninsula Ranges überquert, ich nenne es mal Bergkamm (ist bestimmt eine falsche Bezeichnung) ich glaube der Summit war mit 4100 und ein paar zerleierte Fuß gekennzeichnet. Kaum hatten wir ihn passiert, änderte sich das Wetter schlagartig. Von gerade noch mehr als 30°C ging die Temperatur auf knapp 20°C herunter, dazu war der Himmel wolkenverhangen. Damit sind wir schon auf dem besten Weg, uns mental auf die Heimat einzustellen.

Temperaturschock!
…von 36°C auf 21°C…

Unterwegs:

Solar field…und was für ein Großes. Wenn ich oben von reizvoller Landschaft schreibe, dann meinte ich aber nicht die Solar fields;)
Gegend
Gegend
Flying saucer retrieval and repair ;)
Was man unterwegs so alles zu Gesicht bekommt…
?
Brainwash
Brainwash wäre auch im Angebot!

Verlassene „UFOs“, ein Sportboot, mitten in der Wüste, sogar ein Einhorn steht hier herum, dazu eine ausrangierte Telefonzelle. Ganz ehrlich, was muss man für ein Lütütü haben, um solchen Kram in die Wüste zu transportieren? Wir konnten nicht herausarbeiten, was hier passiert war, welche geheime Organisation involviert sein könnte oder ob Area51 vielleicht eine Außenstelle betreibt… Keinerlei dienliche Hinweise, wir beschlossen weiterzufahren, einfach auch, weil wir auch nicht wußten, ob der Besitzer dieser skurilen Dinge vielleicht an irgendeiner nicht zu vernachlässigenden Erkrankung bestimmter wichtiger Hirnareale leidet und vielleicht schon, im Hinterhalt liegend, die geladene Waffe auf uns gerichtet hat.

Wir setzten unseren Weg fort und sollten bald San Diego erreichen…

Unser erster Eindruck: Autobahnen, wie immer, viele, über mehrere Etagen

Ein paar andere Eindrücke. Diese Fotos habe ich in Mission Valley aufgenommen. Bauweise etwas gewöhgnungsbedürftig:

Wohnhäuser1
Das scheint hier kein unüblicher Baustil zu sein.
Wohnhäuser2
…nchmal…
Wohnhäuser3
…nicht wirklich schick.

Wir waren aber nicht wegen der Autobahnen hier, nein, wir wollten jetzt von San Diego aus an die mexikanische Grenze. Eine Möglichkeit ist, zum Border Field State Park zu fahren. Dieser liegt am südlichsten Zipfel Kaliforniens, direkt am Pazifik. Die Bilder, von dem Grenzzaun, der in den Pazifik hineingebaut wurde, hat bestimmt jeder schon mal in den Medien gesehen.

Wir erreichten den State Park. Schon auf den Weg dorthin sahen wir diesen mächtigen Zaun, er verursacht ein beklemmendes Gefühl.

Grenzzaun, gesehen vom Premium Outlet, San Diego
Eingang zum State Park
Das Auto ließen wir hier auf dem Parkplatz stehen, der Fußmatsch, bis an die Küste ist ungefähr 3km lang.
Tijuana, hinter dem Zaun
… hat was von Chinesischer Mauer, der Anblick
Border Patrol
Pacific Coast
Rattlesnakes!
Direkt am Grenszaun.
NATO-Draht!

 

Bekanntes Bild…drum herum schwimmen ist nicht, Wellen, (?)Stömung…

Vielleicht 200m von der Küste entfernt, befindet sich der sog. Friendship Park., manchmal auch Friedship Circle genannt. Dieses Areal wird an den Wochenenden für US-Bürger (Nachweis) geöffnet, damit sie durch den Zaun hindurch mit Angehörigen sprechen dürfen. Damit sind schon mal alle illegal Eingereisten ausgeschlossen.

Friendship Park, rechts großes Tor


Die ganze Sache hat irgendwie einen komischen Beigeschmack. Mike und ich saßen einige Minuten genau gegenüber dieses Tores (weiter durften wir nicht heran) und sprachen über diese Situation. Da kommen Angehörige am Wochenende hergefahren, dürfen am Eingang des State Parks 5.-$ abdrücken, um sich dann hier in die Warteschlange einzureihen. Alles um ihren Angehörigen ein paar Worte persönlich sagen zu dürfen… Es macht für uns den Eindruck, als ob hier Menschen verhöhnt werden.

Regeln.
Scheinwerfer, mit Dieselgeneratoren(!) betrieben.

Ich werde diesen Bericht noch weiter schreiben, einfach, weil mich das Thema echt beschäftigt, dies möchte ich aber noch etwas vertagen, da mir momentan die richtigen Worte fehlen.

Nachtrag (30-05-2019), ich korrigiere gerade die letzten Einträge und ganz ehrlich, ich weiß nicht, was ich zu oben beschriebener Situation sagen könnte. Ich bin schockiert, dort gestanden zu haben und zu fühlen, wie hier Familien durch eine Mauer getrennt sind, das ist unmenschlich. Bestimmt werde ich irgendwann hier weitere Gedanken und/ oder Meinungen niederschreiben, aber zur Zeit, in der eine größere Mauer genau dort geplant ist, kann ich das nicht. Ich würde nur in politische Statements abgleiten… Ich denke, wenn wir im kommenden Oktober mit unseren Kindern, die dann 13 und 16 Jahre alt sind, eine ähnliche Tour, wie die hier beschriebene, unternehmen, dann sollten wir mit ihnen genau hierhin gehen. Sie sollen es sehen und fühlen…