14. Mai ’19 San Diego, CA

San Diego ist nicht so eine gesichtslose Stadt, wie so viele Städte, durch die wir bei unseren letzten Reisen hindurch gekommen sind. Klar, haben die großen und berühmten Städte etwas eigenes, bzw. vieles, worauf sie verweisen können und weshalb man sie besucht. Klar, sind das Städte, wie New York City, San Francisco oder Chicago, über die man spricht, weil es dort Sehenswürdigkeiten, Kunst und Kultur und alles Mögliche gibt. Sonst fallen mir Städte, wie Little Rock, AR oder Louisville, KY ein, die mir besonders positiv in Erinnerung geblieben sind und diese Städte sind nun wirklich nicht unbedingt die Touristenmagneten.

Das wir z.B. Little Rock oder Louisville besucht haben, ist auch eher dem Zufall zu verdanken, wie eigentlich immer, hatten wir nur einen groben Reiseplan und genau das macht es so spannend, man entdeckt Orte, von denen man noch nie bewusst vorher gehört hat, geschweige denn den Plan hatte, dorthin zu reisen.

Hier ein paar Berichte von damals:

11. August ’15 Louisville, KY

26. Juli ‘14 Little Rock, Arkansas

San Diego hatten wir bis dato auch nicht auf dem Schirm, einfach, weil uns nie eine Reise hier vorbeigeführt hat. Nun sind wir hier, die Planung war anders, bzw. entstand sie erst am Tag unserer Abreise, im Wartebereich von FraPort, wie ich schon schrieb und diese Planung wurde, rein wetterbedingt auch wieder über den Haufen geworfen, um dann einen anderen Weg zu nehmen. Wie schon einige Mal gesagt/ geschrieben: „Der Weg ist das Ziel.“.Unabhängiges Reisen macht einfach Spaß und ich würde jedem raten, der in die USA fährt, dies auf eigene Faust und auf keinem Fall über einen Reiseveranstalter  zu realisieren.

Wir sind nun also in Süd-Kalifornien. Heute früh haben wir uns das Auto geschnappt, wobei ich gleich anmerken möchte, dass San Diego eine Straßenbahn hat, Trolley genannt, diese nur leider nicht in der Nähe unserer Unterkunft fährt. Also sind wir, so wie es eigentlich jeder Amerikaner tut, mit dem Auto los.

Aber erst nochmal kurz zu unserer Unterkunft. Diesmal sind wir im DaysInn, Mission Valley untergekommen. Die Lobby sieht super-modern aus, das hält genau, bis man Richtung Zimmer geht. Aber das Wichtigste ist, ob es sauber ist und nicht mehrfüßiges kleines rumrennt. Es war sauber! Unser Zimmer hatte sogar eine total überdimensionierte Kitchenette mit einem Kühlschrank, dessen Strom-Verbrauch ich nicht wissen möchte, denn er kam unserem zu Hause in der Größe relativ gleich. Über Umweltschutz darf man in den Staaten einfach nicht nachdenken. Die werden sich dort erst ändern, wenn es geknallt hat. Es werden weiterhin Autos mit überdimensionieretm Hubraum gefahren, die Motoren belieben an, wenn man schoppen geht, könnte ja zu warm im Auto werden, wenn die Sonne raufscheint und gegessen wird weiterhin von Sty-Tellern und Plastikbesteck!

Wir hatten dieses Zimmer, konnten wieder das Fenster aufschieben, das ist nicht immer möglich, aber sehr angenehm, denn warum sollte ich eine A/C einschalten um „gefilterte“ Frischluft von draußen zu bekommen, wenn ich nur das Fenster öffnen braucht? Hier konnten wir zwei Nächte gut aushalten. Leider habe ich vergessen mehr Fotos von dem Anwesen zu machen, hier nur ein paar Eindrücke. Wobei der Frühstücksraum wirklich erwähnenswert ist:

Pool
Blick zum Pool, sieht idyllisch aus, solange man eine gewisse Entfernung gewahrt hat…
Pool2
…nochmal Idylle;)
Zugang zum Frühstücksraum, er war in einer Art überdimensionierter ehemaligen Abstellkammer untergebracht. Kein Fenster, aber man konnte sich gut vorstellen, wie der Hausmeister hier früher Kram untergebracht hat.
Frühstücksraum
…von innen…
…mehr war nicht.
Fresh Gourmet Beverage!!! Aber definitiv KEIN Kaffee!!!

Unser erstes Ziel heute, war „BLICK Arts Material“, DER ultimative Künstlerbedarf, Zitat vom Töchterchen. Genau diese hat eine, zum Glück überschaubare, Wunschliste übermittelt. Es gibt Künstlerfarben, die z.B. in Deutschland hergestellt werden, aber dort partout nicht zu erwerben sind. Darüber habe ich im Februar schon den Kopf geschüttelt, als ich mit Sanja, spezielle Farben Made in Germany über den Großen Teich nach Deutschland zurückimportiert habe. Das ist dann ein Re-Import…(?). Unsere Suche nach einem der beiden BLICK Arts-Filialen San Diegos führte uns auf den Campus der San Diego State University (SDSU). Hier durften wir allerdings feststellen, dass diese Filiale Sommerpause hat, die Betonung liegt auf „PAUSE“, seit dem 8. Mai, bis in den Herbst hinrein, ist die Hütte dicht! Hm, Künstler sind doch ein leicht merkwürdiges Völkchen…

Kunst-Fakultät
Auf dem Campus der SDSU
BLICK Arts
Sommerpause

Filiale #2 liegt in Downtown, genauer, in Little Italy. Wir fanden den Laden, ich erwarb einen Teil der töchterlichen Begehrlichkeiten, diesmal keine deutsche Ware, dafür Britische und Japanische, und wir nahmen uns die Zeit, hier in Downtown Kaffee zu trinken, Leute zu beobachten und ein paar Fotos zu machen. Hier zeigte sich uns, dass San Diego einen wirklich netten Eindruck macht. Natürlich gibt es andere Ecken, natürlich leidet auch diese Stadt unter allen negativen Einflüssen, die unsere Zivilisation und besonders diese sog. Erste Welt mit sich bringt. Trotzdem, diese Stadt hat Charakter, ich vermute, ein wichtiger Grund dafür ist, dass es eine Studenten-Stadt ist, das prägt. Man schaue z.B. nur nach Ilmenau in Thüringen, oh Gott, was wäre das für ein verschlafenes Städtchen, wenn hier KEINE Technische Universität wäre, die der wesentliche Grund für die Technologie Region Ilmenau ist.

:)) Zweiter Versuch, DAS ultimative Geschäft in Down Town

Tuschkästen Made in Germany:

Farben
Die Objekte der Begierde…

Weiter durch Little Italy:

Downtown
Downtown
Downton San Diego…
…nochmal, mit lilafarbenem Fliedergedöns :)
eScooter sind’s! Die stehen überall, und werden auch gut genutzt. Für einen Dollar kann man sie sich ausleihen und wenn ich die Beschreibung richtig interpretiere und soweit fahren, wie man möchte. Ich denke, wenn man ’ne Pause macht, dann darf man erneut einen Dollar löhnen.
Blick zum Hafen
Hafen, mit Flugzeug im Landeanflug

Der Flughafen liegt sehr zentral, im Takt weniger Minuten kommen Flugzeuge an. Es herrscht aber nicht dieser Heidenlärm, wie in Berlin, wenn eine Flugzeug über den Kurt-Schumacher-Damm donnert, der Lärm bleibt aus, es ist erträglich und irgendwie auch faszinierend, zu sehen, wie diese riesigen Maschinen hinein schweben.

Hafen nochmal, andere Maschine im Hintergrund
Blick zum Flughafen
Und noch einmal

Noch mehr Flugzeuge im Landeanflug, diesmal aus Little Italy gesehen.

Das war schon etwas merkwürdig, mit den vielen Fliegern, trotzdem hat uns Down Town gut gefallen. Um die Sache abzurunden, sind wir noch zur Beach (Mission Beach) gefahren. Der Weg dorthin führte uns am westlichen Teil des Hafens vorbei, hier liegt (natürlich) ein riesiger Flugzeugträger. Wäre auch verwunderlich mal kein Kriegsgerät zu Gesicht zu bekommen… Die USS Midway ist außer Dienst gestellt und dient als Museum. Vielleicht was für andermal, wenn’s der Junior sehen mag. In den Oktoberferien sind wir mit den Kindern erneut an der Westküste. Start dann San Francisco (immer die Stadt, wohin die besten Ticketpreise einen führen). Da auch hier erst ein ganz grober Plan existiert, kann es sein, dass San Diego dann mit auf der Route liegt.

Es war ziemlich kühl, an der Beach, so dass wir nicht sehr lange verweilten, wir wollten ja auch nur etwas Meeresluft schnuppern.

Mission Beach

Morgen geht es nach Los Angeles. Abends werden wir im Flieger sitzen. Ich weiß noch nicht, ob ich dann noch etwas weltbewegendes zu schreiben habe. Mal sehen…

Nachtrag, 18. Aug. 2019

Nachdem ich bei unserem Besuch San Diegos kurz über die eScooter schrieb und ich der Sache im Mai gar nicht so abgeneigt war, möchte ich dies nun auch auf Berlin beziehen. In San Diego habe ich die Dinger zum ersten Mal zur Kenntnis genommen und war nicht gerade abgeneigt. Sie stehen geordnet an bezeichneten Plätzen, es wir vernünftig mit diesem Verkehrsmittel umgegangen. Als Fußgänger habe ich mich nicht ein einziges Mal bedroht gefühlt. Nun gibt es eScooter auch in Berlin. Vor einigen Monaten wurden sie von zwei Anbietern eingeführt. Das hat den ersten Tage einen modernen und innovativen Eindruck bei mir hinterlassen. Wir haben in Berlin allerdings seit Einführung der Leih-Fahrräder ein massives Problem. Die Teile stehen überall und zwar im Weg. In Berlins Mitte hat man manchmal Probleme den Bürgersteig zu benutzen, das gilt z.B. für Menschen, die einen Kinderwagen schieben oder anderweitig Überbreite haben. Ich habe mal versucht ohne Verletzungen aus dem 100er Bus an der Haltestelle Unter den Linden/ Friedrichstraße herauszuklettern, denn vor mir, also direkt im Aussteiegebereich der Busses war alles mit Fahrrädern verstellt. Mit den eScootern entwickelt es sich in die selbe Richtung. Es gibt keine klaren Sammelstellen, die Roller werden einfach überall stehengelassen, teilweise einfach hingeworfen, kein schöner Anblick. Was aber ein richtiges Problem, in meinen Augen, darstellt, ist die Benutzung, dien teilweise rücksichtslose Fahrweise, in Fußgängerzonen. Im ersten Monat wurden 21 Unfälle, mit 15 Verletzten, davon 4 Schwerverletzten gezählt (und die Verletzten sind nicht immer die Rollerfahrer). Quelle „Tagesspiegel“

Ich schreibe dies, nun um zu zeigen, dass sich meine anfängliche Euphorie für dies Gefährte auf völlig andere Fakten bezieht.

Hier ein paar Eindrücke, diese habe ich ich bei zwei Besuchen Berlins aufgenommen und ich musste nicht danach suchen:

Das ist ein abgetrennter schmaler Fußgängerweg an der Baustelle des Berliner Schlosses.
Sieht nicht schlimm aus, aber es fehlen einfach markierte Sammelstellen.
Hinschmeißen geht doch auch!
Soll das Kunst sein? Ob Deezer und Uber damit einverstanden sind;), ein paar Roller sind auch integriert…
Nochmal, ein LIDL-Bike habe ich jetzt auch entdeckt.
Andere Perspektive.
Ganz oben, da steht ein Roller von LIME…