Mai ’16 Vier Tage in Amsterdam

Und wieder reisen SuMiSaCo nicht komplett, nur die erste Silbe ist unterwegs. Eine eher ungeplante Sache, die sich familienbedingt ergeben hat. Ich bin heute früh in Berlin-Ostbahnhof in den InterCity gestiegen und dieser hat mich in gut sechs Stunden nach Amsterdam Centraal gebracht. Wirklich entspannend und dank der vorhandenen BahnCard auch erschwinglich.

*Tag 1*

Amsterdam ist voll, als erstes habe ich versucht in der Tourist-Information ein Map und einen Streckenplan für die Öffentlichen zu organisieren. keine Chance, nur Bezahlkram, dabei wollte ich nur was ganz einfaches, was zur Orientierung hilft. Trotz App, macht sich Planung manchmal besser mit einem Papierplan -> old-fashioned, die Frau;-). Beides bekommt man dann aber ein paar Meter weiter beim GVB (was in Berlin die BVG ist). Hier erfährt man auch, dass die Fähren kostenfrei sind, was meine Ankunft im Hotel vereinfachte. Ich hatte schon überlegt, wie sich das Tages-Ticket am besten lohnt (jetzt/ später/ erst morgen…etc).

Die Fähre brachte mich direkt zum Hotel am NDSM-Pier und das Hotel ist ein „Botel“, eben ein umgebautes großes Boot, besser Schiff (keine Ahnung)…

Die Zimmer sind winzig, funktionell und sauber…was will man mehr.

Heute war mit Schwiegermutter noch ein kurzer Abstecher zurück ins Zentrum drinne, das Ganze leider bei Dauer-Mieselregen, aber was soll’s. Gewundert hat mich nur, dass wir irgendwie ständig im Rotlichtviertel gelandet sind oder es ist speziell groß und daraus resultiert, dass es überall ist…war schon komisch, wenn sich jemand leicht bekleidet im Schaufenster präsentiert :-|

Hier noch ein paar Eindrücke den ersten paar Stunden in Amsterdam:

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Amsterdam Centraal

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Holländische Bauweise 1
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Holländische Bauweise 2
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Strom :-)

*Tag 2*

Die Wetter-App hat es sich heute Nacht überlegt und aus den max. drei Stunden Regen einen ganzen Tag gemacht. Das hat uns das Display des iPhones heute früh dargestellt. Wirklich nicht schön, zum Glück habe ich dem Rat des „besten Ehemanns der Welt“ zuwider gehandelt und doch die Regenjacke ins minimal bemessenen Gepäck gezwängt.

Es regnete und regnete und die Krux dabei war, dass es wirklich 2x  aufhörte, genau dann, als wir uns in Gebäuden befanden. Kaum waren wir wieder im Freien, durften wir noch kurz realisieren, dass der Boden getrocknet war und schon kam die nächste dunkle Wolke…

Wir ließen uns durch Amsterdam treiben, schauten hier und schauten da und sogen einfach nur Eindrücke auf. Heute war weniger los, klar, gestern war Sonntag, da waren zusätzlich zu den Touris auch Einheimische, und davon nicht wenige, unterwegs. Wir nahmen die Fähre vom   Hotel = Botel rüber zur Centraal Station.

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…nein, ich befinde mich nicht zum fotografieren im Wasser, ich stehe auf der Fähre, die gerade wegfährt vom Pier ;-)

Die Tram Linie 2 ist eine Empfehlung, die Strecke ist schön, man sieht einiges (und wird bei Dauerregen auch nicht nass), mit dieser Tram sind wir durch die Altstadt gefahren und dann auch noch weiter. Hier habe ich wieder die typische Bauweise der holländischen Reihenhäuser bewundern dürfen.

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…diese Bauart ist doch etwas gewöhnungbedürftig

Danach hatte ich Gelengenheit weitere Eindrücke in der Altstadt einzufangen:

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Begrünung
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Ebenfalls begrünt :-)
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Aber die Dachbegrünung ist doch das Beste!
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Da ist kein Verbotsschild, wirklich nicht!!!

Morgen, da soll der Regen wirklich aufhören…Wir werden sehen und egal, wie das Wetter ist, morgen gibt es wieder ein paar Fotos…

*Tag 3*

Statt Regen gab es heute Wind und was erwartet man Ende Mai? Ein laues Sommerlüftchen,. aber denkste: kalt bei 12°C, was gefühlt bestimmt nur 10°C entsprach. Kleidungstechnisch war Zwiebel-Look angesagt und los. Wir konnten es kaum glauben, ein paar Mal kämpfte sich die Sonne durch diese graue dicke Masse, die da am Himmel hing.

Fotos von der Grachten-Fahrt kann ich nicht posten, da ich diese geschwäntz habe. Stattdessen bin ich zur Nieuwe Kerk, hier findet gerade die World Press Photo Exhibition ’16 statt. Sehr sehenswert, wie immer. Gute Fotos, die zum Nachdenken anregen…hoffentlich nicht nur mich!

P1010753Danach habe ich mich weiter durch diese nette Stadt treiben lassen, so lange, bis wir uns wieder getroffen haben. Hier noch ein paar Eindrücke, die ich heute eingefangen habe:

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Brücke 1
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Brücke 2
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Brücke 3
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’ne Gracht

 

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Da war doch was, mit Landgewinnung in Holland…auch eine Art, wenn die Fahrradparkplätze nicht reichen, dann Expandieren wir auf’s wasser ;-)
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…kaum Fahrräder zu sehen, in dieser Stadt…

Die Fähre hat uns rüber nach Buiksloterweg gebracht. Hier ist das Film-Museum. Wir wollten nur ein bisschen herum gucken, nach Museum war uns nicht.

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Schriftzug (von hinten)
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Schriftzug (von vorne)
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Schriftzug (noch einmal)
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…ganz schön was los auf dem Kanal…
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Architektur, nahe Centraal
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Architektur, nahe Centraal

Soweit bis jetzt, gleich machen wir uns nochmal auf, wir wollen uns dann doch mal mit diesen grünen Pflanzen beschäftigen, von denen alle reden und die in Deutschland verboten sind…. :-)
*Tag 4*

Der vierte Tag ist zugleich unser Abreisetag, wir schauten heute morgen aus dem Fenster und das Wetter hielt doch wirklich eine Überraschung bereit… :-| Es regnete, hatten wir ja lange nicht! Nieselregen, bahhh! Frühstücken, die paar Klamotten zusammenpacken, das war schnell erledigt. So war noch etwas Zeit mit der Fähre nach Centraal überzusetzen und ein letztes Mal die Altstadt zu besuchen. Man findet auch immer wieder neue Gassen, in denen man noch nicht war. Wir ließen und treiben, zwischendurch stoppte der Regen, aber nur für kurze Zeit…so verbrachten wir den Vormittag. Bei Madame Toussaud’s wollte mich ein Angestellter unbedingt in dieses Wachsfigurenkabinett ziehen.

Ich komme einfach nicht auf den Trip, warum man sich das ansehen sollte. Was ist interessant an nachgebildeten Menschen, die irgendwie berühmt sind? Ich fahre doch nicht in eine (Haupt)-Stadt, um mir das anzuschauen. Ich möchte gerne sehen, wie hier gelebt wird, wie gebaut wurde und eventuell etwas von dem dort vorherrschenden Lebensgefühl spüren. Aber viele Touristen  besuchen eben solche Ausstellungen, dafür wäre mir die Zeit und das Geld zu schade. Gut, ich sitze gerade bei Starbucks in Centraal Station und schlage Zeit tot, aber ich habe genau diesen Starbucks ausgewählt, da man hier im alten Teil des Gebäudes auf der Galerie sitzen kann. Unter mir in der Bahnhofshalle steht ein Flügel, mit der Aufschrift „Play me!“. Reisende bleiben stehen, andere Reisenden setzen sich hin und spielen, gerade erklingt ein Beatles-Song. Das ist Lebensgefühl. In Warschau habe ich einer solchen Aktion schon einmal beiwohnen dürfen. Es ist toll, wenn Amateure hier vor Publikum spielen und dieses applaudiert :-)

Lieber das, statt leblose Wachsfiguren!

Nun noch kurz zu gestern Abend: diesen, unseren letzten Abend haben wir mit einem Essen in China Town eingeleitet. Essen gehen in Amsterdam ist nich unbedingt die Empfehlung. Mit Essen gehen meine ich, dass man sich richtig hinsetzt, der Service scheint allgemein an der unteren Grenze angesiedelt zu sein, die Qualität ist sosolala, dafür sind die Preise aber happig!. Besser ist es wohl, sich in einem der kleinen Imbisse, in denen man auch beengt sitzen kann was zu holen. Hier haben wir gute Erfahrungen gemacht. Der Abschluss war dann der Besuch in einem Coffee-Shop. Zwei Personen unserer Gruppe (wir waren zu sechst unterwegs) gönnte sich einen Joint. Meine erste Erfahrung auf diesem Gebiet, einige Jahre zurück, war eher ernüchternd, da die Wirkung nicht wirklich der Brüller war. Wir schoben es damals darauf, dass wir das Ding irgendwie falsch gedreht hatten oder was auch immer falsch gemacht haben. Meine gestrige Erfahrung bestätigte das nicht, es war nicht wirklich was zu spüren. Genau das gleiche, als wenn ich (Gelegenheitsraucher) eine normale Zigarette rauche. Hm…muss ich darüber nachdenken? Bin ich zu abgestumpft? Keine Ahnung. Vor vielen Jahren wurde mir in Jordanien ein Tee angeboten, dieser wurde mit Marihuana veredelt und ja, da war was zu spüren. Wir hatten echt ein leicht schwebendes Gefühl :-) …Wir besuchten die Ausgrabungsstätte Jerash und es war schon Klasse hier durch diverse Säulen und anderen Ausgrabungskram „hindurchzuschweben“. Aber gestern -> nix….
Hm, belassen wir es dabei, nicht unbedingt wiederholenswert.

Der Kurztrip ist nun zu Ende, ich warte auf den IC nach Berlin und werde heute Abend wieder in der Heimat eintreffen.

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