März ’16 Ein Wochenende in Rheinland-Pfalz

Ein Wochenende am Bitburger See, diesmal nur „Su“ von SuMiSaCo, aber dafür mit Schwester. Der Plan war, mit dem Zug nach Biersdorf zu schaukeln, das geht ganz gut, wenn auch mit Zeitaufwand und Umsteigerei. Abgehalten hat mich zu guter letzt der Preis. Es war halt doch recht kurzfristig, aber der Preis, der hier von der Bahn aufgerufen wurde, schien indiskutabel. Alternative: ballistischer Flug (kaum ist man in der Luft, kommt der Hinweis, dass zum Landeanflug angesetzt wird…sieht aus, wie eine Wurfparabel). Dank gewisser Airlines mit Plastik-Sitzen, russisch sprechendem Personal und Fanfare bei geglückter Ankunft, kann ich ich dieses Vorhaben gut realisieren….

Als erstes bekam ich von „Mi“ den Hinweis, nicht die normale Strecke mit den Öffentlichen zu fahren, das sei nun wirklich langweilig. Nein, es gibt da noch eine andere Zusammenstellung verschiedener Nahverkehrsmittel, es sind 4(!), nur die Fähre der „Weißen Flotte“ fehlt. Man startet mit der S-Bahn, wechselt zur U-Bahn, dann zur Tram und zu guter letzt steigt man in die Regionalbahn. Hinsetzen lohnt nicht, da man eh gleich umsteigt und was unglaublich ist, diese Verbindung ist schneller, als meine alte (vorher favorisierte)….

Wer mag, kann es mir gerne nachmachen :-)

Fahrplan1 Fahrplan2

Vom Flughafen Köln-Bonn (CGN), kommt man ganz problemlos in die Kölner City. Da ich ein paar Stündchen Zeit hatte, wollte ich mir hier den Dom anschauen, sozusagen „live“, man kenn ihn ja schon von Fotos oder aus Reportagen. Gasagt, getan: oh man, ist das ein bedrohliches Gebäude, nicht mein Fall, egal, wieviel architektonisches Können, bauhandwerkliches Geschick etc. da drinne stecken…dieses dunkle große Gebäude, sieht einfach nur bedrohlich aus. Ich bin kurz hineingegangen, um das von außen gewonnene Bild entweder zu bestätigen oder zu dementieren. Letzteres hat nicht geklappt. Groß gewaltig, dunkel und kalt. Oh ja, Religion sollte halt immer etwas furchteinflößendes, ungemütliches, kaltes und unnahbares sein…hier konnte man all das spüren. Ansonsten: Menschenmassen, überall Touristengruppen, es gibt wohl sonst nichts spannendes zu sehen oder es ist ein Muss, dieses UNESCO-Weltkulturerbe auf der have-seen-list abhaken zu können. Ich habe dieses Häkchen ganz schnell gesetzt und bin wieder raus an die frische Luft und ans Tageslicht.

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Blick von hinten…(auch nicht wirklich schön)…
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Innen 1
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Innen 2
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Dieses Foto lade ich hoch, nicht, weil ich auf bunte Fester stehe, nein zum Vergleich mit dem folgenden Foto…“Restaurierung light?“ ;-)
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Es ist bunt, macht die Atmosphäre genauso düster, wie das Original…ich mag diese Variante mehr, sieht digital aus ;-)

Die Hohenzollernbrücke, mit ihren abertausenden Liebes- und „Ich-Schwör-Dir-ewige-Treue“-Schlössern, ist da schon eher sehenswert.

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Damit war mein kurzer Aufenthalt hier auch schon beendet. Meine Schwester hat mich eingesammelt und wir haben uns Richtung Südeifel auf den Weg gemacht.

Unterwegs, es wurde etwas hügeliger, waren erste vereinzelte Flecken von Schnee zu sehen. Ich erschauderte…es sollte kein Winter-Urlaubs-Wochende werden. Die Schneeflecken wurden größer und häufiger, bedeckten bald ganze Wiesen…ich bekam Angst!

Zum Glück verschwanden diese Winterboten wieder als wir unserem Ziel näher kamen.

Wir erreichten Biersdorf in Rheinland-Pfalz, direkt am Bitburger Stausee lag unser Hotel. Uns wurde ein Zimmer mit Seeblick und Balkon zugewiesen, besser hätte es nicht sein können. Der See sah zwar aus, wie die Nordsee, bei Ebbe, war also eigentlich nicht da, aber die Gegend ist sehr schön. Man kann um den See walken (ca. 4 km), in Biesdorf gibt es eine gut Bäckerei, Wanderungen sind in alle Richtungen möglich und unser Hotel („Dorint“) ist wirklich empfehlenswert. Sehr schönes Schwimmbad, tolle Sauna, mit Whirlpool draussen unter freiem Himmel. Fitnessraum, Bowling (nicht das allerneuste Equipment), Squash, Tennis….ein Wochenende ist einfach zu kurz. Das Buffet: richtig gut. Wir sind durch Zufall hier gelandet, es war ein Angebot aus dem Internet.

Wer gerne läuft/ walked kommt hier auf seine Kosten, dazu die ganze Wellness-Schiene…

Stausee-Tour
Zum Walken wirklich gut geeignet :-)
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Gegend
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Gegend
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Wanderung zum Gipfelkreuz (letzteres ist ein überdimensionales Kreuz mit der Aufschrift „Im Kreuz ist Heil“ (wer’s glaubt…)

Heute (Sonntag) sind wir vor dem Frühstück zum Schloss Hamm gelaufen. Das ist nicht weit entfernt. Das Dorf besteht aus genau einer Straße und wenn diese keine Kurve hätte, könnte man vom Ortseingangsschild problemlos das Ortsausgangschild sehen (und, das sage ich, mit meinen Augen?!).

Es stehen dort nur ein paar Häuser…wir sind den Weg zum Schloss hochgelaufen, hier, totale Ruhe, bis ein Auto kam und im Hof parkte. Dem älteren Pärchen, das ausstieg und zum Schloss lief, wurde die Tür geöffnet. Als wir einen Blick riskierten, sahen, wir, dass hier das Wahllokal war…

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Wahllokal

Heute wird gewählt, das war uns bis dato nicht bewußt…wir wurden auch prompt gefragt, ob wir zum Wählen gekommen seien, nein nur zum gucken und schon war man im Gespräch. Der Bürgermeister wohne hier im Schloss (war dieser Herr es vielleicht sogar selbst? keine Ahnung). Meine Frage nach der Einwohnerzahl ließ mich bei Beantwortung leicht erschaudern. Hamm, RP hat 25(!) Einwohner. Ich lobte die Gegend, sprach von Überschaubarkeit bei so wenig Menschen und wir machten uns schnell wieder weg. Das Amt des Bürgermeisters oder sagte er gar Oberbürgermeister, beschäftigte uns dann doch noch ein bisschen. Bürgermeister von Hamm? Oder vielleicht vom ganzen Kreis Prüm. Immerhin lebt er in einem Schloss, wir werden es bestimmt nicht mehr klären können.

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Weg zum Schloss Hamm
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Schloss Hamm
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Schloss Hamm

Zusammenfassend kann ich aber schreiben, dass es hier wirklich schön ist, wir hatten nun auch noch Glück mit dem Wetter. Ein Empfehlung ist es alle Mal.

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