15. Dezember ’16 Niagara Falls, Toronto und Chatham-Kent, Ontario

Horseshoe Fall, kanadische Seite

Gerade eben standen wir am Lake Ontario, Lake Shore Drive in Toronto. Unser Weg führte uns von Niagara Falls nach Toronto, einfach nur ein kurzer Abstecher, mal kurz hier anhalten, natürlich den obligatorischen Kaffee trinken, ein bisschen herumschauen und weiter. Wir standen, wie oben erwähnt am Lake Ontario und haben es auch ca. 2 Minuten im Freien ausgehalten, das sind dann ganze 120 Sekunden! Es ist kalt, so kalt und windig, wie ich es vorher noch nie erlebt habe. Besonders gefährdet sind die Hände, meine Fingerhandschuhe bringen fast nichts und Fäustlinge verhindern jede Feinmotorik…Ich glaube ich schimpfe nie wieder über den deutschen Winter (das sage ich zumindest momentan)?…

Also, Toronto scheint eine nette Stadt zu sein, aber als Reisezeit sollte man wohl eher eine andere Jahreszeit wählen. Der Ozean hier (Lake Ontario), der ein See ist, hat richtigen Wellengang und Wellenbrecher in Ufernähe, außerdem sind Containerschiffe (zumindest irgendwas in dieser Größe) darauf unterwegs!

Nach unserem kurzen Aufenthalt hier, sind wir nun wieder westwärts unterwegs, Richtung Detroit und morgen dann weiter nach Chicago.

Nun möchte ich aber erst noch einmal über die vergangenen zwei Tage berichten. Wir sind von Cleveland am Lake entlang nach Buffalo und von dort weiter auf die kanadische Seite der Niagara Falls gefahren. Niagara Falls, die Stadt oder auch beide Städte, denn es gibt sie in Ontario und auf der anderen Seite der Grenze in New York State, sind so richtig touristisch. Im Sommer bestimmt megamäßig überfüllt, jetzt ist Nebensaison und damit sind auch die Hotelpreise erschwinglich. Das hat sich  bei uns so bemerkbar gemacht, als, dass wir uns in ein absolutes Edelhotel einbuchen konnten, mit dem ultimativen Ausblick! Bedingt durch die Kälte, hat sich dieser auch wirklich  bezahlbar gemacht. Abends mit einem Bierchen an der großen Fensterfront (im Warmen) sitzen und stundenlang den Anblick der Wasserfälle genießen, das hat Qualität!

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Ausblick! 38. Etage

Hier möchte ich noch kurz erwähnen, dass das Reisen in einer Sechsergruppe echt günstig ist. Wir (SuMi), die ja schon öfters hier unterwegs waren, sind überrascht, dass sich wirklich erschwingliche Preise präsentieren, wenn man bereit ist, ein Zimmer mit zusätzlicher Schlafcouch zu akzeptieren.

Am Mittwoch sind wir nach einem ausgiebigen Frühstück (mit Blick auf die Falls) ins Auto gestiegen und haben die Grenze zurück in die Staaten passiert. Auf dieser Seite befindet sich ein State Park, hier kann man in wärmeren Jahreszeiten ziemlich dicht an die amerikanischen Fälle heran, dieser Weg ist im Winter gesperrt. Man kann aber trotzdem tolle Blicke erhaschen besonders bei den jetzigen Wetterkonditionen. Wir hatten Temperaturen von -12°C und dazu einen Wind-Chill-Faktor von -20°C. Dieser Temperaturabfall brachte ein Naturschauspiel hervor, welches mich, diese Jahreszeit, als die optimale für einen Besuch der Niagarafälle bezeichnen lässt. Alles war gefroren, bei und liegt nach starkem Schneefall Schnee auf dem Astgedöns der Bäume, hier sind es dicke Eisschichten (siehe Fotos), ebenso war das gesamte Park-Equipment so  verziert, ein toller Anblick! Durch das Fotografieren und damit Festhalten von Kamera/ iPhone hatte ich das Gefühl, dass mehrere meiner Finger im Anschluss amputiert werden müssten.

Innerhalb weniger Minuten bekam ich diese Erfrierungsgefühle und das trotz der geliehen Handschuhe ohne Finger (wie immer diese Teile heißen, danke Virg, du hast mich gerettet)?. Die Anzahl meiner Finger ist noch komplett, die Fotos hätten besser werden können, aber es war teilweise kaum möglich die Kamera richtig ruhig zu halten. Dazu kam, dass ununterbrochen Wasser auf uns niederprasselte, wie ein kräftiger Regenguss, dieses legte sich auf die Linse und damit gab es Flecken. Egal, wir haben es gesehen! Das Wasser, das auf uns hernieder regnete, ist auf meiner Jacke sofort gefroren! Hätte man mich dort ausgesetzt/ stehengelassen, dann wäre ich bestimmt früher oder später hartgefroren, kein schöner Anblick?…

Wir haben so lange wie möglich ausgehalten, irgendwann mussten wir den Rückweg antreten, was uns aber nicht davon abhielt, uns nach Sonnenuntergang erneut in die Kälte zu wagen. Noch ein paar Bilder vom Horseshoe Fall gemacht, schade nur, dass es fast die gesamte Zeit bunt und nicht weiß angeleuchtet wird. Ich habe nur rote Bilder, es war einfach zu kalt, um auf den Farbwechsel zu warten. Außerdem haben wir noch das hiesige „Festival of Lights“ entdeckt.

Nun sind wir in Chatham-Kent, Ontario angekommen. Hier haben wir über booking.com ein günstiges Motel gefunden, wirklich sehr günstig, aber typisch Motel, so wie wir es kennen. Macht einen guten Eindruck und ist sauber.

Der Weg hierher zog sich etwas in die Länge. Da war um Toronto herum ein Stau nach dem anderen, aber irgendwann lösten sie sich auf. Es wurde entspannter auf der Straße, aber nicht nur weniger Autos waren zu sehen, nein alles drum herum wurde weniger. Wir fuhren mit Absicht nördlich des Lake Erie zu unserem Rundreisestart zurück, und das war wirklich gut. Einfach zu sehen, wie einsam es hier ist. Das wird bestimmt noch krasser, je weiter nördlich man kommt, aber hier war es schon interessant zu sehen. Da ist teilweise nichts, es wird schon was da sein, eventuell Landwirtschaft, wenn der Winter vorbei ist, aber anders, als wie wir es in den USA häufig gesehen haben, fehlen hier die Farmen, die in manchen Gegenden schon recht weit, auseinander liegen, aber wo man sich als Vorbeireisender erklären kann: Der hat einen Nachbarn, den er nicht ständig zu Gesicht bekommt, zu dem er aber problemlos rüberfahren kann (z.B. mit dem Traktor)… Hier scheint das etwas anders zu sein, es waren so wenige Farmen zu sehen, dass da, von Nachbarschaft nicht mehr die Rede sein kann…spannend. das war aber nur unser erster, kurzer Einblick.

Wir fuhren durch Winterlandschaft, rechts und links des Highways war Steppe und hier und da sahen wir Schneeverwehungen. dazu totale Kälte, die niedrigste Temperatur, die wir angezeigt bekamen lag bei 10°F (-12°C), dazu meldete die Wetter-App einen Wind-Chill-Faktor von -24°C. Wir hoffte, hier, auf dieser Strecke keine Autopanne zu haben.

Alles ging gut, wir erreichten, wir schon oben erwähnt, das gebuchte Motel.

Morgen geht es über Detroit zurück nach Chicago.

Ich werde berichten

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