24. August ’17 Page, Antilope Canyon |Tag 19|

Nicht weit von unserem Hotel entfernt haben wir uns einen Verleiher für Kayaks und anderen Wasserfortbewegungsgeräten ausgewählt. Wir wollen heute zum Lake Powell und einfach den Tag dort herum fahren. Man kann auch Motorboote etc. leihen, es gibt alles, sogar Hausboote in Dimensionen, dass einem schwindelig wird, wir hätten ja sogar die notwendigen Führerscheine, aber erstens rufen die Vermieter hierfür Summen auf, die wirklich jenseits von gut und böse sind und zweitens, machen Kayaks auch echt Spaß.

Wir haben die Teile auf’s Autodach geschmissen, festgezurrt und sind ca. 5 Meilen damit bis zur Public Boat Ramp gefahren.

Rauf auf‘s Dach…
…nichts mit Dachgepäckträgern…
…festgezurrt…
…und los…
…diese Konstruktion hat bestimmt ein TÜV-Siegel?
Public Boat Ramp
Steg

Die Boat Ramp liegt im National Park, so dass hier Eintritt entrichtet werden muß, 25.-$ für drei Tage Zugang oder man hat den National Park Pass (sowieso obligatorisch, für einen USA-Trip).
Auf dem Weg hierhin fuhren wir an den Zugängen des Upper and Lower Antilope Canyon vorbei. Dieser Canyon wird allgemein, als der am meisten fotografierte Canyon in der Welt bezeichnet. Das stimmt bestimmt auch und die Fotos hat jeder schon einmal gesehen. Die meisten Page-Reisenden kommen genau deswegen hierher. Der Canyon liegt auf Navajo-Land und wird auch von diesen komplett verwaltet, nichts mit National-Park-Authority oder ähnlichen Zuständigkeiten. Alles hier ist Navajo-Land und man benötig verschiedene Permits (Erlaubnis), um dort z.B. wandern zu dürfen. Antelope Canyon, zwei Zugänge, man entscheidet, welchen Teil man sehen möchte und kann online einen time-slot reservieren. Das Zeitmanagement ist wohl nicht unser Deutsches?…ich habe gelesen, dass man trotzdem mal zusätzlich zwei Stündchen in der Sonne rumsteht und wartet. In der Sonne rumstehen, ist hier nichts Angenehmes, wie bei uns, es ist so heiß, dass man es wirklich als Mittel- oder Nordeuropäer nicht lange aushalten kann.
Im Vorbeifahren haben wir die Schlangen von Wartenden gesehen, das motiviert wirklich nicht. Wir fuhren weiter zur Boat Ramp und ließen unsere Kayaks zu Wasser. Ausreichend Trinkwasser und Sonnenschutz waren vorbereitet und die GoPro hatte einen frischen Akku. Wer fotografieren möchte benötigt irgendetwas wasserfestes und am besten schwimmendes. Der Colorado soll hier bis zu 400 Fuß (mehr als 100 m) tief sein, da hilft kein hinterher tauchen. Die GoPro ist wasserdicht und hat einen schwimmenden Griff spendiert bekommen, so waren wir optimal vorbereitet.
Unsere Vermieterin hat uns mit allen wichtigen Infos versorgt. Auf einem Map hat sie nochmal gezeigt, wohin wir sollten:

Wir sind losgepaddelt. Der Weg war einfach zu finden, ein schwimmendes Hinweisschild gab es auch noch, das uns den Eingang in den Canyon wies. Wieder, unbeschreibliche Eindrücke, die Farben und Formen des Gesteins, das sich um uns auftürmte. Die Stille, die einzigen Geräusche kamen von anderen Paddlern, das waren aber nicht wirklich viele. Wir paddelten, bis der Canyon enger wurde, so eng, dass nur noch Kayaks hindurchfuhren und die großen Motorboote (sahen aus wie Fähren) zurückblieben. Nun war kein Gegenverkehr mehr möglich, bzw. musste man in eine Ausbuchtung im Stein ausweichen, wenn doch jemand von vorne kam. Das Wasser wurde immer flacher, es wurde etwas dunkler, da das Sonnenlicht nicht mehr bis zu uns drang. Es roch moderig und zwar so richtig. Und dann blieben wir mit den Paddeln rechts und links an den Wänden hängen, bis dazukam, dass die Paddel im Schlamm steckenblieben. Vor uns war Schluss. Canyon zu Ende und Sand. Theoretisch könnte man aussteigen und „von hinten“ in den Antelope Canyon laufen, die Führer der Touri-Gruppen würden bestimmt verwirrt gucken. Keine Ahnung, wie weit das ist und ob der Weg von hier aus rein höhenuterschiedstechnisch zu bewältigen wäre. Wir waren hier, haben tolle Bilder gesehen und Eindrücke gesammelt und wollten nun wenden. Nicht so einfach. Sanjas Kayak war kürzer und so konnte sie drehen, ich musste erst etwas rückwärts paddeln (macht sich nicht wirklich gut), ehe ich eine breitere Stelle fand und mit Schwierigkeiten, es schrammte an Heck und Bug, wenden konnte. Im Notfall kann man aussteigen, hoffen, dass der Schlamm, der hier 30 cm unterhalb der Wasseroberfläche beginnt, einen nicht gleich verschlingt, und das Kayak herumheben. Oder man klettert am Ende aus dem Wasser auf den „Strand“ und hievt das Teil dann um 180° herum. da lagen aber schon zwei Kayaks (bestimmt Wanderer, die die Canyon zu Fuß erkundeten), es war also platzmäßig etwas eng. Das sollte nur zu Info sein, um eventuellen Angstanfällen vorzubeugen, dass man nicht so einfach rauskommt, aus dieser Enge.

Wenige Minuten nach Beginn unserer Tour.
?
Entsprechend der Sonneneinstrahlung, erscheint der Felsen in unterschielichen Farben.

Es wird schmaler.

Noch enger…
…ganz doll eng…

Unser Rückweg gestaltete sich problemlos, wir mussten nun nur gegen den Wind paddeln, den wir, sobald das Gelände offener war zu spüren bekamen. Obwohl ungeübt, behaupteten wir uns ganz gut.

Die Kayaks mussten zu 18°° Uhr zum Vermieter zurück und so können wir auf einen Tag mit tollen Eindrücken zurückblicken.

Ich werde noch ein paar kurze Videos hochladen, dies dauert noch ein paar Tage, da ich sie erst bearbeiten muss.

Mit der Kayak-Tour hat man die Möglichkeit den Antelope-Canyon zu sehen, ohne an langen Warteschlangen anstehen zu müssen, außerdem kann man planen, wie lange man hier zubringen möchte. Ich habe keinen Vergleich, ob die Navajo-organisierte Führung bessere Blicke ermöglicht. Ich bin mehr als zufrieden, mit dem, was wir sehen konnten. Auf jeden Fall eine Empfehlung!

36° 54.657 N -111° 27.37 W

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