Februar ’18 Kreditkarten-Frust

Es sind Ferien in einigen Bundesländern, das freut natürlich die Kinder ungemein und so haben sich die Ellis rechtzeitig Gedanken gemacht. Viel früher, als die spontane Idee mit New York entstand. Der geneigte Leser, so es denn welche hier gibt, wird den Kopf schütteln…die sind schon wieder unterwegs! Yup! Die Jungs (Mi und Co, zusammen mit „Be“= Neffe/ Cousin) sind gerade auf dem Weg ins sonnige Hurghada. Ein richtiger Männerurlaub, mit Rundum-Sorglos-Paket, einschließlich dem regelmäßigem Umlagern, um keine Druckstellen zu bekommen, zumindest stelle ich mir „All-inclusive“ so vor. Diese Clubreise hat schon langsam Tradition und ist definitiv, ein reines Männerding. Frauen unerwünscht. Aber eigentlich wollen wir das auch gar nicht sehen, wie ein und dieselbe Badehose eine gesamte Woche den Körper nicht verlässt. Schränke sind auch völlig überflüssig in der Unterkunft, das erfüllt alles der Koffer. Wir Mädels, Sanja und ich machen uns dieses Jahr nach Malta. Nachdem wir die letzten beiden Jahre in Zypern waren (siehe Reiseberichte), habe ich dieses Jahr ein anderes Angebot gefunden. Da nicht alle Bundesländer Ferien im Februar haben, gibt es entsprechend dem Abflugort ziemlich krasse Preisdifferenzen. Die Männer fliegen ab Düsseldorf und wir sind gerade mit dem ICE auf dem Weg nach München, um hier morgen in den Flieger zu steigen.

Über diese Fahrt gibt es nicht wirklich viel zu berichten, trotzdem möchte ich einen Post schreiben. Ich habe das große Bedürfnis mich heute über einen/ unseren Kreditkartenanbieter auszukotzen. Einfach nur, weil ich gerade wieder versucht habe mit den Mitarbeitern in der Hotline klarzukommen. Ich weiß, dass hier nicht wirklich viele mitlesen, trotzdem wähle ich diese Plattform, einfach um etwas niederzuschreiben, was mich so richtig stört und in meinen Augen kaum tragbar ist. Wir sind seit vielen Jahren Kunden bei advanzia. Dieses Kreditinstitut sitzt in Luxemburg und bietet eine Kreditkarte an, welche man ohne die üblichen Gebühren, von 1-2%, Auslandseinsatz zu zahlen, nutzen kann. Das ist kein Altruismus des Kreditkarteninstituts,  advazia verdient trotzdem an jeder Transaktion. Wir nutzen dieses System gerne, um o.g. Gebühren zu sparen und weil diese Karte keine Revolving-Card ist, wie sonst üblich. Man erhält übersichtliche Rechnungen, die man durch Überweisung von einem Referenzkonto begleicht. Das klingt alles sehr kundenfreundlich. Einziger Knackpunkt: Diese Kreditkarte ist wirklich schwer nutzbar bzw. einsetzbar. In meinem Verständnis habe ich eine Kreditkarte hauptsächlich für den Einsatz im Ausland. Die Akzeptanz in Deutschland war immer sehr dürftig und entwickelt sich erst seit einigen Monaten in Richtung willkommenes Zahlungsmittel. Es begann vor vielleicht drei Jahren, dass die Karte während eines Auslandseinsatzes gesperrt wurde. Es kam eine eMail, mit einem Sicherheitshinweis. Wir konnten sie wieder freischalten lassen, allerdings nur telefonisch, das ist teuer aus dem Ausland. Wir informierten uns vor dem nächsten Auslandsaufenthalt, was wir tun könnten, damit es nicht wieder passiert. Die vorgeschlagene Lösung hieß, einfach den Auslandsaufenthalt vorher im System vermerken lassen. Unsere Frage, bei welchen Summen/ Anbietern etc. gesperrt wird, wurde damit beantwortet, dass das ein Automat sei, also niemand vorhersagen könne, was als Sicherheitsrisiko eingestuft wird(?). Nicht hilfreich, da die Sperrung oft bei Kleinstsummen passiert. Drei Dollar bei Starbucks, peng Sperrung! Wir dachten, dass wir bestimmte Zahlungen einfach meiden, um dies zu umgehen. Leider erhielten wir keine Auskunft, welche das sein könnten. Es sollte auch ein genauer Reiseplan hinterlegt werden, auf meine Frage, irgendwann in der Hotline, dass wir bei einem Hong Kong Aufenthalt nicht genau planen könnten und wollten, an welchem Tag wir nach China Mainland (Shenzhen) reisen, wurde mit keinem Lösungsansatz bedacht. Egal, wir versuchten die Kreditkarten, derer wir zwei besitzen, sehr überlegt einzusetzen. Trotzdem geschah es regelmäßig, dass sie gesperrt wurden. Richtig spaßig wurde die Situation, als die Karte gesperrt war, wir es durch eine eMail erfuhren und bei Nachfrage in der Hotline gesagt wurde, dass es die Zahlung „xy-irgendwas“ war, die wir von zu Hause online durchführten. Wir haben in diesem Fall einfach nicht realisiert, dass wir eine Zahlung in Großbritannien leisteten. Das ist manchmal wirklich nicht ersichtlich.
Mein Lieblingsbeispiel kommt aber jetzt. Sperrungen erfolgen sehr gerne, wie schon oben beschrieben bei nicht wirklich großen Summen, auch wenn ich zu Hause online ein ebook bei „Barnes & Noble“ (US-Bookstore) oder, wie mir auch schon passiert ist im amerikanischen Appstore eine kostenpflichtige App lade, wenn aber über einen Monat kontinuierlich Abbuchungen von insgesamt über 1000.-€ vom iTunes-Store (bei dem vorher noch nie auch nur ein einziger Euro ausgegeben wurde) getätigt werden, dann schlägt kein Automat an. Meine Kreditkartendaten wurden über eine fremden Apple-ID genutzt (wie auch immer jemand daran gekommen ist), Apple konnte das unkompliziert klären und hat mir alles erstattet. Advazia hat nichts davon mitbekommen erst durch meine Reklamation und dann kam eine eMail, dass Apple alles erstattet habe und es gegen die AGB verstoße ein Guthaben bei advanzia zu haben. Wieder eine sehr hilfreiche Information. Das Guthaben liegt dort auf einem Konto, zu dem ich keinen Zugang habe, kann also nur durch anfallende Kreditkartenrechnungen gegengerechnet werden.
Nun zu unseren aktuellen Erfahrungen. Wir reisen seit Längerem mit mehreren Kreditkarten, unterschiedlicher Anbieter, das kann rettend sein, wie wir z.B. vor einer guten Wochen wieder merkten. Wir haben unsere beiden Kreditkarten bei advanzia für Auslandseinsätze im System gemeldet.
24.01. (Mi): Ankunft in JFK, Metroautomat, um das U-Bahn-Ticket kaufen zu können, Meldung „Card denied“ (Mikes Karte). Die andere Karte funktionierte. Ankunft im YMCA, versuchte Bezahlung-> denied (beide Karten).

25.01. (Do.): morgens bei Starbucks, Susis Karte-> funktioniert, eine halbe Stunde später, wir wollen unseren Hunger bei DunkinDonuts stillen, Karte abgelehnt

So geht es weiter, ich habe die Daten teilweise notiert, liegen zu Hause und ich werden diese Timeline nach Rückkehr weiter vervollständigen.

Es gibt überhaupt keinen Algorithmus. Beim Tanken wurde die Karte abgelehnt, im Outlet akzeptiert, im Restaurant abgelehnt….wie gesagt genaue Auflistung kommt. Wir waren echt genervt.

Advazia läßt diesbezüglich keine Kommunikation zu. Es ist ein Automat, ist die einzige Antwort, dass aber eine Karte, die gesperrt wurde weiter funktionierte, an anderen Tagen, in anderen Geschäften, wird dementiert.

Heute nun, habe ich dort wieder angerufen, da weder Mike noch ich die Info-eMail erhielten, dass die Karten gesperrt seien und sie ja bei unserem New York Aufenthalt teilweise funktionierten, nahmen wir an, dass keine Sperrung vorliegt und advanzia andere Probleme hätte. Ich wollte unsere Unterkunft in München bezahlen, und: Karte abgelehnt. Nun wuchs mir doch langsam eine Feder. Ich rief also an und nachdem ich mich mit allen möglichen Daten verifiziert hatte, war der Herr am anderen Ende bereit sich mein Anliegen anzuhören. Fazit, er teilte mir mit, dass die Karte gesperrt sei. Das fand ich toll, darauf wäre ich nicht gekommen! Außerdem sei ich per eMail am 25.01.darüber informiert worden. Die kam bei mir nicht an. Meine Frage, wie das passieren könne, wenn wir unseren Auslandaufenthalt vorher angemeldet hätten, bekam zur Antwort, dass es so etwas gar nicht gäbe, man kann im System keine Kreditkarte für einen bestimmten Zeitraum für Zahlungen im Ausland aktivieren oder freischalten oder wie auch immer. Ich war baff. Er erklärte mir noch, dass das bei Kreditkarten üblich sei und notwendig für die Sicherheit, dass sie gesperrt werden. Ich war erneut baff. Bei Kleinst-Summen erfolgt Sperrung und damit hat der Kunde zu leben. Er begann dann von den Sicherheitsstandards zu erzählen, hier unterbrach ich ihn und bat um Aufhebung der Sperre. Da diese Sicherheitsstandards uns jedes Mal erklärt werden aber keine Möglichkeit angeboten wird, wie wir als Kunden die Karte ohne Einschränkungen nutzen können. Wir kamen zu keiner Übereinkunft, er weigerte sich, meiner Bitte nachzukommen und ich bat ihn zum Schluss ziemlich genervt damit aufzuhören mir Standards zu erklären. Er gab bekannt, dass er nichts machen werde und auch nicht die Kartensperre aufheben werde und tut-tut-tut hat er aufgelegt.
Natürlich habe ich mich erneut in die Hotline gewählt und nach einigen Minuten hatte ich Kontakt zu einer anderen Mitarbeiterin. Erneute Abfrage aller sicherheitsrelevanten Daten einschließlich der Handynummer, von der ich anrief (letzteres finde ich immer sehr amüsant, meine Rufnummer erscheint auf dem Display vor dem Mitarbeiter und ich werde jedes Mal gefragt, ob das meine sei, zur Erklärung, es ist genau die Rufnummer, mit der ich im System registriert bin) und die Frage worum es gehe. Ich erklärte, dass sie bitte die Sperre der Kreditkarte aufheben möge. Die Antwort war, dass ich mir jetzt eine Bearbeitungsnummer notieren müsse. Das lehnte ich ab, da ich im Bahnhof stand und weder Stift, noch Zettel, noch eine freie Hand dafür zur Verfügung hatte. Dazu kommt, dass wir schon so oft diese Prozedur durchhatten, dass ich mir sicher war, dass das Notieren einer Bearbeitungsnummer nicht zum normalen Procedere gehörte. Nach meiner Ablehnung sagte sie sie müsse mich in die Fachabteilung verbinden. Das könne sie tun, war meine Antwort. Dafür bräuchte ich die Bearbeitungsnummer. Die Dame sitzt in einem Call-Center und hat vor sich meinen Case geöffnet, den auch die Fachabteilung öffnet, wenn dort mein Anliegen weiterbearbeitet wird. Es besteht also gar kein Grund, dass ich etwas notiere. Das ist ein normaler Ablauf in einem Call-Center (das darf ich hier äußern, da ich in einem solchen auch mal tätig war). Sie beharrte auf dem Aufschreiben der Bearbeitungsnummer, ich bat sie einfach mich weiter zu verbinden, was sie dann auch tat, hier ließ man mich aber dann „verhungern“. Ich blieb so lange am Telefon wie möglich. Wir suchten unseren Bahnsteig, der Zug fuhr ein, wir suchten uns Sitzplätze, der Zug fuhr los….es war eine halbe Ewigkeit vergangen und zu hören war die nette Musik des Call-Centers. Ich wurde nicht weiterbearbeitet. Nun habe ich eine gesperrte Kreditkarte, aber zum Glück sind wir im Euro-Land unterwegs, das heißt, ich habe noch Bargeld und für alle Notfälle die Karte der Santander, die auch ihre Macken, wenn auch komplett andere hat.

Ich werde diesen Beitrag noch weiter vervollständigen, das alles mit dem Unverständnis, das advanzia die ultimative Empfehlung auf verschiedensten Seiten und in Reise-Blogs ist. Geht es nur uns so? Hat niemand sonst ähnliche Erfahrungen? Oder sehen wir es einfach zu eng, dass wir so oft Kontakt zum Kreditkartenunternehmen suchen müssen? Ich brauche den Kontakt nicht wirklich, er kostet Zeit und Geld und ist nicht immer zielführend.
Unser Einkaufsverhalten möchte als normal bezeichnen, wir sind mehr unterwegs als andere, gemessen daran wird die Karte auch mehr eingesetzt, aber das ist doch eine ganz normale Funktion und die müsste jeder Sicherheitsautomat (oder wie man den angewandten Algorithmus benennen möchte) herausfiltern.

Damit beende ich diesen Beitrag erst einmal…

update: 09/12/2018 Artikel von der Website kreditkartenvergleich.com

Auf das Auslandseinsatzentgelt achten

Wie auf kreditkartenvergleichen.com ausführlich beschrieben, bedeutet die Bewerbung einer Kreditkarte als kostenlos nicht, dass deren Nutzer keinerlei Entgelte zahlen. Stattdessen bezieht sich der Begriff grundsätzlich auf die Nichtberechnung einer Jahresgebühr, ohne dass der Kartennutzer einen jährlichen Mindestumsatz erzielen muss. Die häufigsten Gebühren, die bei als kostenfrei bezeichneten Kreditkarten anfallen, sind Barabhebungsgebühren und das Entgelt für den Auslandseinsatz in einem Land außerhalb der Euro-Währungsgemeinschaft.

Auslandseinsatzentgelte bei der Kreditkartenwahl berücksichtigen

Innerhalb des Euro-Währungsraumes darf der Kartenanbieter kein Auslandseinsatzentgelt berechnen. Es fällt aber bei vielen Kreditkarten für jede Zahlung in einer anderen Währung als dem Euro an und beläuft sich überwiegend auf 1,3 bis 1,8 Prozent der Rechnungssumme. Die Emittenten erheben das Entgelt als Aufwandsentschädigung für die Währungsumrechnung.

Das Auslandseinsatzentgelt entfüllt teilweise in einzelnen Staaten

Ehe Interessenten Kreditkarten bestellen, sollten sie ihr Reiseverhalten bewerten. Wenn sie sich fast ausschliefllich in Euro-Staaten aufhalten, können sie beim Kreditkartenvergleich das Auslandseinsatzentgelt unberücksichtigt lassen In anderen Fällen achten sie sowohl auf die Höhe der anfallenden Kosten für Kartenzahlungen in einer Fremdwährung als auch darauf, in welchen Staaten der Emittent auf die Gebührenberechnung verzichtet. Bei einigen Kreditkarten fällt das Auslandseinsatzentgelt nicht in allen Staaten außerhalb der Eurozone an. Stattdessen verzichten die Kartenanbieter in ausgewählten Ländern auf dessen Berechnung. Dabei handelt es sich bei vielen Kreditkartenvarianten um die Schweiz, Liechtenstein und Norwegen sowie Rumänien. Wenige Kreditkartenemittenten verzichten bei Zahlungen in allen EU-Ländern und den EWR-Staaten auf die Gebühren für den Auslandseinsatz. Für den Nutzer einer Kreditkarte wünschenswert ist, dass er weltweit oder zumindest in seinen bevorzugten Reiseländern kein Auslandseinsatzentgelt entrichten muss.

 

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