11. Juli ’18 Berlin – Dunkerque – London – Brussels – Berlin (II)

Car Ferry ab Calais um 9:50. Wir sind pünktlich, das Boarding hat super gklappt. Ich bin immer wieder beeindruckt, die Logistik klappt, niemand vergisst seine Handbremse anzuziehen, niemand verwechselt die Pedalen und schießt, versehentlich gasgebend über die Reeling hinweg ins Meer…nein, alles läuft wie am Schnürchen. Wir haben ca. 90 Minuten vor uns, dann erreichen wir Dover. Der Euro-Tunnel war ja leider keine Alternative für uns (ich glaube die Betreiber haben eine sch***angst, dass wir dieses Bauwerk mit einer zünftigen Gasexplosion zerstören würden)…

steife Brise
Warteschlange
Auf der Fähre

 

**MiSaCo
:)

Ankunft in Dover??…

London: Wir haben über booking.com gebucht, eine Nacht, da kann man die Ansprüche ganz weit nach unten schrauben. Also suchten wir nach etwas preiswertem, kein Hotel, stattdessen Ferienwohnung. Gelandet sind wir in einem Außenbezirk nähe ExCel, kein Problem, das das Nahverkehrssystem wirklich gut ist. Eins dieser typischen kleinen Reihenhäuschen. Es gibt vier Zimmer, die mit bis zu 4 Reisenden belegt werden (ca. 12 m2). Kuschelig, auch kein Problem. Gruppenklo und Gruppendusche geht auch, aber der Krawall. Als wären keine Wände da. Ganz kurz, die Nacht war nicht prickelnd, ich schlief zum Schluss auf dem Fußboden, da das Bett so weich war, dass ich das Gefühl bekam bei jeder Bewegung weiter in die Tiefe zu sinken und irgendwann nicht mehr rauszukommen aus der entstandenen Kuhle. Wir sind schon schlimmer untergekommen und die Kids sehen es entspannt und mit Abenteuerlust.

Weswegen wir hier in London sind, sind aber nicht die interessanten Unterkünfte, sondern der Hydepark, mit dem dem neuen Christo-Projekt „Mastaba“. Nachdem wir vor zwei Jahren die Floating Piers im Lago d’Iseo besucht haben und dermaßen beeindruckt waren, planten wir diesen Kurztrip, um dieses Kunstwerk sehen zu können, ehe es wieder abgebaut wird (es bleibt bis zum 23. September stehen).

Ich kenne London nicht, es hat sich einfach nie ergeben. Mehrmals habe ich in Heathrow Wartezeit verbracht, aber nie war sie ausreichend, für einen Besuch der Stadt. Nun sind wir hier. Das Nahverkehrssystem (relativ teuer, wenn ich mit Berlin vergleiche) ist logisch, schnell und sauber. Wir haben uns schnell zurechtgefunden und haben unser erstes Ziel, den Hyde Park erreicht. Heute kommt noch dazu, dass das Halbfinale Kroatien gegen England stattfindet. Genau im Hyde Park gibt es eine Veranstaltung, ein riesiges „Public Viewing“.Überall Menschen. Fanartikel werden vertickt. Ein Großteil des Parks ist eingezäunt, mit hohen blickdichten Zaunelementen. Die Karten für dieses Event sind ausverkauft. Überall Polizei, Polizeiautos, Stewards in gelben Warnwesten und schon leicht alkoholisierte Fans. Wir bekommen das Gefühl, dass das Spiel heute nicht in Moskau ausgetragen wird, sondern hier im Hyde Park.

Wir umrundeten das abgesperrte Areal, um zum Lake Serpentine zu gelangen. Wenn wir an den Lage d’Iseo zurückdenken, wo wir lange anstehen mussten, dann ist hier so gut wie nichts los.

Zum Nachlesen: 2016 Floating Piers

Klar sind Touris da, es wird fotografiert, aber es nicht überfüllt oder sonst was. Man findet eine leere Bank und kann den beeindruckenden Anblick einfach nur genießen. Es ist nicht so imposant wie vor zwei Jahren, aber trotzdem wieder ein tolles Kunstwerk. Am verpachten Reistag (1995) konnte man eine besondere Stille erfahren, da das Verpackungsmaterial den Schall geschluckt hat. Ganz merkwürdig. Die Floating Piers konnten wir betreten und viele Kilometer darauf spazieren gehen. Hier nun war es der ausschließlich visuelle Eindruck. Ich denke, der ist stärker, wenn man den Ort ohne Mastaba kennt. Wir waren zum ersten Mal hier und uns fehlte damit die Vergleichsmöglichkeit. Es ist bestimmt noch beeindruckenden zum Sonnenaufgang und/ oder Sonnenuntergang hierher zu kommen.

Wir haben unsere Eindrücke gesammelt, im Hintergrund Fangejubel, wenn auch nur genau 1x (?),und suchten dann vom Hunger getrieben in der Oxford Street nach Nahrung, Empfehlung: Pizza Hut. Das Spiel lief schlecht für die Engländer, wir verfolgten es am iPad und die Stimmung war demzufolge auch etwas gedämpft. Als es beendet war, versuchten wir so schnell wie möglich wegzukommen, aus dieser Gegend, da nun ein Großteil der Fans genau diesen Bahnhof der Tube aufsuchen würde. Die massen sahen wir auch schon in der Ferne und der Bahnhof war gut bestückt mit Polizei und Helferlein in Warnwesten.

Es wäre bestimmt interessant gewesen, jubelnde Fans zu erleben und mittendrin zu sein. Nun ist es anders gekommen, auch spannend (sagt die, die eigentlich gar keine Ahnung von Fußball hat und wirklich nur die WM mal schaut).

Hier erst mal Fotos, die ich den Tag über aufgenommen habe.

Station Marble Arch

Treppen haben sie hier! ->Workout?

Hyde Park, Vorbereitung auf die Übertragung des Halbfinalspiels

Alles abgesperrt!;)
Mastaba
Mastaba nochmal
…und noch einmal
Nahaufnahme
…mit Gefieder?
…was eine richtige Möwe ist, die nimmt auch auf Christos Ölfässer keine Rücksicht
Nahaufnahme
Nahaufnahme

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