Antalya, Türkei, im Februar

Der Wintermonat Februar ist für einen Trip an die Türkische Riviera vielleicht nur suboptimal. Wenn man Glück hat, dann regnet es nicht, wenn es trocken ist, dann machen auch alle Outdoor-Aktivitäten Spaß. Hat man eine regnerische Woche erwischt, dann kommt man definitiv zum Lesen oder eMail schreiben oder was auch sonst einer sinnvolle Beschäftigung entspricht.

Die Männer von sumisaco sind über die Winterferien in Hurghada (das scheint sich wirklich zur Tradition zu entwickeln). Die Mädels machen parallel einen etwas anders gearteten Tripp. Obwohl wir erst überlegt hatten, dieses Mal zu Hause zu bleiben, haben wir bei ein Last-Minute-Schnäppchen zugeschlagen. Egal, wie man plant, zu Hause gibt es doch immer was zu tun, hier dagegen, in einem Hotel, in welchem man auch noch bekocht wird, hier hat man doch die Möglichkeit, alles hinter sich zu lassen.

Pauschalreise ab Hamburg nach Antalya. Alles ganz problemlos (sogar die Berliner S-Bahn fuhr pünktlich). In Antalya wurden wir am Flughafen eingesammelt und nach Lara, westlich von Kundu, geschafft. Der Bus war kaum mit Deutschen, sondern eher mit Türken, die aus Deutschland kamen besetzt (Verhältnis ca. 8:1). Ich hatte etwas anderes erwartet und war auch überrascht, wieviele Türken, in diesem Hotel Urlaub machen. Ich finde es ja immer befremdlich, wenn ich im Ausland bin und meine Muttersprache überall gesprochen wird (mit Ausnahme der Schweiz und Österreich natürlich). Hier herrschte nun Deutsch und Türkisch vor, das war gut, denn wenn alle Deutsch reden würden, wäre es wirklich sehr merkwürdig.

Im Bus wurden wir alle darauf hingewiesen, dass wir am kommenden Tag bitte um 10:30 in der Lobby erscheinen sollen, da würden wir den Abgesandten des Reiseveranstalters treffen müssen, und ganz doll wichtig, es geht um Datenschutz, wir sollen unbedingt einen bestimmten Zettel ausfüllen und persönlich überreichen. Im selben Umschlag, der ausgehändigt wurde, lag auch ein Flyer, mit Tour-Angeboten, welche käuflich zu erwerben wären. Um 10:30 haben Sanja und ich eine Spaziergang am Mittelmeer unternommen, deswegen waren wir ja hier, am Mittelmeer und nicht, um uns Touren in der Lobby vorstellen zu lassen. Der besagte Umschlag enthielt auch einen „Transferbestätigungscoupon“ und genau deswegen wurde geschrieben MÜSSEN wir vor Ort sein. Es gab einen zweiten Termin, selber Tag um 17:00, auch hier hatten wir was anderes vor. Abends wurde dann ein Zettel unter der Zimmertür durchgesteckt. Unbeding sollen wir morgen um 12:30 in der Lobby sein, dort erhalten wir unsere Rücktransferdaten! Der Zettel war ein Vordruck, was mir zeigt, dass wir nicht die einzigen säumigen Gäste bis dato waren, und der Text war diesmal schon etwas drohend verfasst.

Diesen Termin nahmen wir auch nicht wahr, ich fragte noch an der Rezeption, ob sie uns dort aus dem Rücktransfer-Planungs-Dings streichen könnten, nur, damit uns niemand vermisst. Das sei nicht nötig, war die Antwort. Ich werde beim Auschecken nochmal Bescheid geben und dann war es das für uns. Sanja und ich fahren zu einer Zeit, die in unsere Planung passt mit dem Bus (ÖPNV) zum Airport oder wir sind vorher noch unterwegs. Wir haben nur Handgepäck und müssen keine 4 Stunden vorher vor Ort am Check-In sein.

Das Beste aber ist, dass, wenn ich heute, drei Tage später auf die Webseite gehe, um zu schauen, wann denn nun der Transfer losgeht (und das sollte der Grund des Treffens sein), dann finde ich folgendes:

Also, alles richtig gemacht! Niemand kennt bis dato die Startzeit des Flughafentransfers…

Sonst bin ich zum ersten Mal in der Türkei, abgesehen von einem (tollen) stop-over in Istanbul vor einigen Jahren. Es ist off-season aber das Hotel ist doch ziemlich voll. Egal, wir haben unser Zimmer, können die Tür schließen, einen Tisch haben wir bis dato immer im Essensaal gefunden, das Hotel liegt direkt am Strand, es gibt Sauna und Schwimmbad…alles gut!

Das Hotel verfügt wohl über 450(!) Zimmer und dazu kann ich nur sagen, das möchte ich in der Hauptsaison nicht erleben! Wenn die Hütte rappelvoll ist, ich kann mir nicht vorstellen, wie das dann alles koordiniert wird, wahrscheinlich hat jeder Gast einen Time-slot, in welchem er im Speisesaal getaktet ist! Wir sind absichtlich in der Nebensaison hier!

Zum Hotel. Wer Orientierungsschwierigkeiten hat, wird längere Zeit benötigen um sich zurechtzufinden und wird massive Schwierigkeiten haben Orte zu finden oder wiederzufinden (eigenes Zimmer, richtiges Restaurant, die Sauna oder einen bestimmten Ausgang). Es kommt fast einem Labyrinth gleich. Echt anspruchsvolle Aufgabe! Die Bauart ist schon gewöhnungsbedürftig. Die Deko ist asiatisch, allerdings merkwürdig kombiniert. Hier japanisch, plötzlich ein chinesischer Terrakotta-Krieger am Eingang zum „Zen“-Restaurant (ist ja auch ein chinesisches Wort, wahrscheinlich deswegen der chinesische Krieger hier). Der Bau sieht von außen eher bedrohlich aus.

Blick vom Balkon
Terrassenförmig, also mit Schräge, dazu Viereckige Fenster und runde Fenster…ein echter Hingucker;)
Unser Mief-Quirl war wohl mal ein Rattansessel im früheren Leben;)
Hm… Hotelbau eben…
Der „Sharp“ cheese ist Sheep milk cheese:), bzw. der SchaRf Käse ist Schaf-Käse ;)
Katze!
…noch mehr…

Ganz traurig ist das Internet hier. Lahme 2,7 Mbit/s Download und es war Sonntag früh, fast alles schlief noch um kurz nach Acht (zumindest meine Theorie, vielleicht waren ja doch ein paar Gamer online, die sich die gesamte Bandbreite reserviert haben)! Zum Glück habe ich mobiles Internet dabei:)…

Busse:

Ich habe vergessen bei Ankunft am Flughafen nach der Antalya-Kart zu forschen, häufig gibt es wiederaufladbare Bustickets am Flughafen. Die Antalya Kart gilt in den Bussen, man betankt sie am Automaten und kann bargeldlos das Ticket lösen. Habe ich verpennt. Aber die Busgesellschaft ist so modern, dass man auch kontaktlos (NFC) mit der Kreditkarte zahlen kann. Das ist etwas teurer, aber bei einem Preis von unter 4 TRY (60 ct) ist das nicht weiter zu merken. Den genauen Preis kann ich nachpflegen, wenn er auf der Kreditkartenabrechnung sichtbar ist.

Update (06.02.2020): Wir zahlen umgerechnet 49 ct pro Busfahrt, das ist der teure Preis, ohne Rabatt via Antalya Kart. Echt günstig.

Die Antalya Kart kann man auch an bestimmten Automaten erwerben, es stand aber immer eine lange Schlange davor, dass ich mich nicht weiter darum kümmern konnte/wollte.

Die Busstrecken sind super ausgebaut. Fahrpläne gibt es an den Haltestellen nicht. Zur Orientierung, sind die Haltestellen aber durchnummeriert „Durak No“ und als Tip möchte ich die App „Moovit“ (Link) empfehlen. Hier erhält man Abfahrtszeiten, kann Strecken recherchieren und unterwegs tracken, um das Ziel nicht zu verpassen. Coole Sache, weltweit einsetzbar. Achso, mit Stand Februar 2020 zeigen weder GoogleMaps noch AppleMaps den ÖPNV an, somit nicht wirklich hilfreich!

Immerhin hängt eine Art Streckennetz an den Haltestellen.

Antalya Old Bazaar:

Ich bin kein Mark-Fan, überhaupt nicht. Feilschen ist nicht mein Ding und teilweise aggressive verbale Äußerungen, dass ich jetzt in diesen Laden gehen soll brauche ich nicht. Märkte geben aber auch tolle Einblicke ins Leben, siehe nur die Märkte in Hong Kong oder Thailand. In der Türkei geht es hauptsächlich um gefälschte Markenklamotten, mit möglichst großen Logos drauf, das ist gruselig. Trotzdem sind wir heute in die Altstadt von Antalya gefahren (Bus LC07/LC07A), um auf dem Old Bazaar (als Ziel einfach Saat Kulesi ins Moovit eingeben, der Bazaar ist in unmittelbarer Nähe des Clock Tower) vorbeizuschauen. Ist es wirklich so, wie erzählt wird? Und ja, es stimmt. Aufdringliche Verkäufer und genau die Ware, die wir erwartet haben. Wir schauten etwas rum und entschieden uns bald dafür hier zu verschwinden.

Eingang
Von außen
Drinnen…
Mittels Vierfachverteiler…oder: Alternative zur Wall-Box:)

Durch die Altstadt sind wir dann einen guten Kilometer zum Karaalioglu Park gelaufen. Hier kann man mit Blick auf das Mittelmeer Tee Im „Denize Karsi“ schlürfen und die Sonne genießen.

Aber erst ein paar Fotos aus der Altstadt:

Eindruck
Tür, (c) pic taken by Sanja
Enge Straße, in dem Golf-Cart-ähnlichem Gefährt, heizt hier die Polizei durch die Gassen.
Teppichhändler, total nett, wir durften Fotografieren ein bisschen Small-talk halten und alles ohne die Aggressivität, die wir auf dem anderen Bazaar kennengelernt hatten.
Teppiche, gestapelt
Teppiche, gerollt
…und auch hängend;)
Einfach so: Kontrast Bier zum Minarett
Durch diese hole Gasse…

Im Karaalioglu Park: (Plus-Code: VPH4+RF Antalya)

Der Ausblick!
Speisekarte

Ich werde in den nächsten Tagen weiterschreiben…

06.02.2020: Gestern waren wir nicht unterwegs, wir blieben hier in der unmittelbaren Umgebung des Hotels. Erstens waren massive Regengüsse prognostiziert und zweitens war es so stürmisch, dass das Highlight heute eher nicht Antalya, sondern eher das durch den Sturm aufgepeitschte Meer direkt vor unserem Hotel war. Die >10mm Regen blieben aus, der Wind war da. Sehr beeindruckend, Windstärke um die 8 Beaufort, dazu Wind aus SE, der eher warm, als kalt war — toll!

Wellen! Wie mir erklärt wurde, werden die Stege zum Winter immer soweit zurückgebaut, dass keine Holzbretter mehr draufliegen. Egal, wie fest sie wären, sie würden bei diesem Wellengang überall rum liegen, aber nicht mehr am Steg befestigt sein.
(c) pic taken by Sanja
Sturmböen mit 67 km/h

Unter dem folgenden Link liegt ein kurzes Video, welches den Wellengang zeigt:)

VIDEO

Tja, die Seilbahn (Tunektepe Teleferik) mussten wir gestern und heute ausfallen lassen, rein windbedingt bin ich überzeugt, dass die nicht in Betrieb war. Wir haben morgen noch einen ganzen Tag mal schauen. Ansonsten ist es auch toll, einfach nur das Meer zu beobachten, etwas herumzulaufen, die Sonne zu genießen und aufzupassen, dass der Wind einen nicht wegträgt.

Freitag, m07.02.2020. Unser letzter Tag. Die Wettervorhersage war heute nicht so verheißend, so dass wir uns gegen die fast 2 Stunden Fahrzeit mit dem Bus (ÖPNV) entschieden, um zur Seilbahn zu kommen. Die Sicht war bestimmt nicht der Brüller.

Stattdessen blieben im Umkreis unseres Hotel, liefen am Strand entlang und genossen die Wellen, welche heute weniger stark, als die letzten Tage waren. Trotzdem sehr schön. Ein paar Fotos sind auch noch entstanden.

Wind, Sonne, Wolken…einfach schön:)
Off-season!
Kurz vor dem Sonnenuntergang, im Hintergrund das Taurus-Gebirge.
Emergency „Muster“ Point!!! So gut :)
Auch gut!…darf ich vielleicht nur mieten, wenn ich mindestens 7 multiple Persönlichkeiten habe:))

Heute ist Rückreise, die Sonne scheint, aber es ist megamäßig kalt (Wind aus Nordwest)… Ein letztes Foto…

Morgens am Strand