Beobachtungen, wie beeinflusst COVID-19 unser Familienleben? (April ’20) #2

16. April ’20

Es sind ein paar Tage ins Land gegangen. Unser Leben geht weiter, ähnlich wie ich es schon zuvor beschrieben habe. Die Versorgungslage ist weiterhin gesichert, das habe ich nie bezweifelt, trotzdem benehmen sich viele als wenn wir doch Engpässe erwarten würden. Diese Engpässe sind da, eben entstanden durch sinnloses hamstern. Es gibt keine Hefe, kein Klopapier, keine Küchenrollen und selten Mehl. Ich bezweifle, dass jetzt zu Hause im Heimischen plötzlich Unmengen an hefebasierten Backwerk in den Küchen entstehen…

Ansonsten haben wir ruhige Ostern verlebt und etwas in die Zukunft geplant. Pläne, die unser Familienleben beeinflussen.

Ich schrieb schon von Sanjas abgesagtem High School Year, welches im August hätte starten sollen. Außerdem erwähnte ich zuvor, dass ein geplanter Trip geplatzt ist nun zeichnet sich ab, was sich zusätzlich nicht realisieren lassen wird.

Colins Jugendweihe, die offizielle Feierstunde, welche für den 09. Mai geplant war, wurde, auf einen Termin im Oktober, verschoben. Das ist schon etwas einschneidend, denn die Jugendweihe ist ein wirklich wichtiger Tag für unseren Sohn.

Gestern hätten Mike und ich Flüge nach Las Vegas gehabt, diese wurden schon vor einigen Wochen storniert, und so geht es weiter. Als richtig traurig empfinden wir die Absage der geplanten Klassenreise (Colins Klasse) im September. Das ist seit heute definitiv. Nun war diese Klassenfahrt keine „normale Fahrt von der Stange“, nein wir hatten in Eigen-Regie einen Brüsseltrip organisiert. Hier ging es nicht nur darum, mal die Stadt anzuschauen, nein es war ein direkter Kontakt mit einer Brüsseler Schulklasse geplant, wir hatten eine persönliche Einladung eines Mitglieds der EUP in das Europa-Parlament, mit Führung und Fragestunde…das ist schon echt traurig, dass das alles nicht stattfinden kann. Vorbereitend war in Berlin der Besuch der Belgischen Botschaft fester Bestandteil eines Wandertages an welchem wir auch das Rollenspiel im Europäischen Haus gebucht hatten. Leider ist diese Reise voraussichtlich zu keinem späteren Zeitpunkt realisierbar, zumindest für unsere Schulklasse, nicht.

So beeinflusst dieser verdamte Virus unser Leben doch immer mehr.

Gestern wurde bekannt gegeben, dass die Schulschließungen nun doch noch zwei Wochen länger beibehalten werden. Da gehe ich voll mit, alles andere wäre in meinen Augen verfrüht gewesen. Unser Kontaktverbot gilt weiter (Social Distancing), nun sind aber in Supermärkten und im ÖPNV Mund-Nase-Schutz dringend empfohlen. Als Pflicht kann das glaube ich nicht kommunizeirt werden, da es einfach keine OP-Masken (=MNS) gibt. Sog. Community Masks tun’s ja auch, aber nicht jeder hat ’ne Nähmaschine und/ oder kann so ein Teil bedienen. Ich würde mich hier als absoluter DAU (=dümmster anzunehmender User) sofort outen und in die erste Reihe stellen.

Nochmal zum Homeschooling, Colin hat doch gerade wirklich bekanntgegeben, dass es mal wieder toll wäre, wenn Schule wäre!!! Ihm fehlt die Regelmäßigkeit. Ich bin fast von der Couch gefallen, als er das toternst rausgehauen hat. Es fällt uns aber allen schwer, die Übersicht der Wochentag hinzukriegen. Mike mit seinem Schichtdienst ist da keine Hilfe und so haben wir uns bis dato meistens an den Schultagen orientiert. Das ist schon schräg und funktioniert nur bedingt und zwar so lange, wie  Schule stattfindet😀.

Homeschooling: der Schreibtisch, PAPAS SCHREIBTISCH, füllt sich!
Immerhin ist noch ein wenig Schul-Kram (der Schreibblock fungiert als Mouse-Pad) sichbar, zwischen der Hardware…
…und nun hat die Oculus auch noch den Weg hierher gefunden!!!

 


18. April ’20

Überraschung! Ab dem 27.04.20 startet die Schule, zumindest für Kind 1 wieder. Das kam wirklich plötzlich und nicht nur, dass Schulen wiedereröffnet werden, auch Geschäfte…besonders mutig ist NRW, die meisten Infektionen, aber dafür auch die forscheste Vorgehensweise. Mit vielen Maßnahmen gehe ich einfach nich konform. Wir öffnen Shopping-Malls, führen aber ab nächsten Montag Masken-Pflicht in den Öffis ein. Ich bin sehr zwiegespalten.

 


24. April ’20

Seitens der Schule fühle ich mich nicht wirklich gut informiert. Es wurden vorgestern zwei Dokumente geteilt, die seit dem 22.04.20 schon auf der Seite des MBJS abrufbar waren. Die Schul-Webseite gab zusätzlich eine Information heraus, die mich erst richtig irritierte. Hier wird von Unterricht nach regulärem Stundenplan geschrieben, nicht von Prüfungsvorbereitung auf den eBBR.

Das steht: „…mit Blick auf die Prüfungen am Ende der JGST.10..“ hm, vielleicht interpretiere ich das nur falsch…

Unsere Schule hingegen schreibt:

Ich bin gespannt, was nun wie in welchem Umfang für die Abschlussklassen angeboten wird.

Unser privates Leben sieht weiterhin so aus, dass wir nur in Supermärkten oder im Baumarkt Kontakt haben. Wir sehen unsere Nachbarn und unterhalten uns auf Entfernung.

29. April ’20

Der Sportunterricht scheint prüfungsrelevant zu sein… Es werden von den wenigen zur Verfügung stehenden Unterrichtsstunden wirklich welche für den Sportunterricht reserviert, eben, weil es so im Stundenplan steht. Das finde ich etwas befremdlich. Ein Gymnasium im gleichen Landkreis unterrichtet Mathe, Deutsch und Englisch, eben genau die Fächer, die für den mittleren Abschluss benötigt werden. Das macht in meinen Augen Sinn, nun sollte ich vielleicht einräumen, dass ich von Schul- und Unterrichtsplanung keine Ahnung habe. Es ist nur mein gesunder Menschenverstand, der dies in Frage stellen möchte. Bei den Kids z.B. genau jetzt Geschichte zun unterrichten, mit einem anderen Lehrer, hat nichts mit Prüpfungsvorbereitung zu tun. Meine Tochter hat ausreichend Geschichtsaufgaben online zur Verfügung gestellt bekommen. …TBC