Berlin – Frankfurt – Helsinki – San Francisco, CA – Modesto, CA

FraPort

Vor vielen, vielen Monden haben wir erneut unserem Drang nachgegeben, Flüge zu buchen. Wir fanden sehr günstige Tickets nach San Francisco, mit der Finnair. Der Haken diesmal, die Flüge starten ab Frankfurt. Berlin ist einfach kein Abflughafen mehr Richtung USA, ist ja auch logisch bei dem Hick-Hack mit dem BER: 

https://www.stern.de/reise/follow-me/pannen-airport-ber–ich-war-wieder-dort—und-bin-entsetzt-8134102.html.

Wer von hier starten möchte, der Bequemlichkeit halber, landet sowieso meistens in Frankfurt zwischen, logisch, und unendlich teuer ist es auch! Also buchten wir Frankfurt -> Helsinki -> San Francisco. Der nächste Haken, der uns aber nicht abhält, der Flug startet um 11:45 Uhr, ganz normale Uhrzeit, aber wir müssen ja erst von Berlin nach Frankfurt, eine Übernachtung, z.B. im EasyHotel am Hauptbahnhof wäre die Option, aber dafür fehlte uns die Zeit. Wir können das Flugdatum wegen der Schulde der Kinder nicht vorverlegen, eben nicht früher Abreisen und wenn wir später planen schnellen die Preise in die Höhe (es sind Ferien in Deutschland). Ein Inlandsflug kommt nicht in Frage, so buchten wir Bahntickets. Um 4:01 ab Berlin-Hbf. Es gibt keinen Zubringer, keine S-Bahn, die uns on-time hätte, aus dem Tarifbereich C der BVG, zum Hauptbahnhof bringen könnte. Tolles Verkehrsmnagement in einer Hauptstatdt (und ich bin mal so verwegen und zähle den Speckgürtel, richtig doofe Bezeichnung, mit zur Hauptstadt). Die Bahn schlägt uns folgendes vor: 

Abfahrt mit der S-Bahn um 00:32 Uhr, Ankunft in Berlin Hauptbahnhof um 01:14Uhr und dann sollen wir knappe drei Stunden auf den ICE um 04:01 warten! Haben wir anders geregelt, aber ich musste das einfach anführen, weil ich wirklich so gar kein Verständnis dafür habe, dass seitens des ÖPNV in einer Gegend, die nicht als menschenleer und unbesiedelt gelten dürfte, dermaßen am Bedarf vorbeigeplant wird. Und ich spreche jetzt nicht nur die geschilderte Problematik der nächtlichen Betriebspause an. Ich habe ganz doll das Bedürfnis, diese Thematik in einem späteren Post erneut aufzugreifen, aber später, jetzt zurück zu unserem Trip.

Unsere Reise war geplant, wie immer viele Monate im Voraus, als sich Sanja im Sportunterricht ihr Knie zerlegte. Dies machte sie so gründlich, dass wir nun, drei Monate später, Krücken und Orthesen im Gepäck haben. Zu Glück lief alles soweit gut, dass unsere Tochter ausreichend beweglich ist, um die Reise genießen zu können. Zwar mussten wir einige Events, die wir vorhatten abschwächen, zumindest vom Anspruch, aber, das was uns diesmal entgeht, können wir bestimmt nachholen (vorausgesetzt, alle Gelenke und Körperteile der entsprechenden Familienmitglieder sind in Takt).

Diesen ersten Hindernissen, die sich unserer Planung in den Weg stellten, folgten kurzfristig noch irgendwelche, keine-Ahnung-was-da-rumgeht-und-die-Kinder-ausknockt Erreger. Einen Tag vor Abflug hatten wir also noch dieses Glück… Die gute Pflege zu Hause brachte beide aber wieder dahin heute relativ fit, sehr früh aufzustehen um oben beschriebenen Weg anzutreten.

 

Im ICE
Komplette Familie
Immer noch im ICE

Die Fotos zeigen, das die Reise schon mal gut begann. Obwohl sich die Kids, besonders das Kleine(!) im Übermüdungsmodus befanden, saßen wir rechtzeitig im Zug und erreichten Frankfurt planmäßig.

Frankfurt Airport: Dieser Airport ist jedes Mal eine Herausforderung, ich find die Beschilderung gelinde gesagt sch****. Wir fanden den Terminal 2 und eine gefühlt 500 Meter lange Schlange, die sich schleppend Richtung Security fortbewegte. Zeit hatten wir nicht mehr unendlich viel, aber kaum waren wie eingereiht, wurde wir mit Verweis auf Sanjas Krücken wieder ausgereiht und Richtung First Class Schlange geschickt. Diese war um ein Wesentliches kürzer. Vor uns standen beanzugte sportlich aussehende Männer in dunkelblau, hinter uns der gleiche Anzug-Stil, aber in schwarz…hm, alle hatten irgendein Wappen auf der Brusttasche…und was passiert? Susi, die mit dem Berliner Mundwerk, muss einen der Anzugträger fragen, welchem Geheimbund die Gruppe angehöre… Fettnapf! Die Erklärung kam prompt, dass sie zu „Eintracht Frankfurt“ gehören, also dieser Fußballverein seien!…ich habe nun mal kein Fußballwissen, etwas peinlich war das schon, aber als Berliner, mit der zu oft verlierenden HERTA und Union, die sich gerade zu sehr im Aufwind sind, muss man kein Fussballfan sein. Da stand nun also die gesamte Mannschaft, mit allen, die sonst so dazugehörten um uns rum…egal, wichtig war, dass wir unser Gate rechtzeitig erreichten.

Boarding, Fraport
Sanja, sie hat sich spontan über über den limitierten Freiheitsgrad der Armlehne gefreut!
Da lässt sich wirklich nichts machen!
Alternative Sitzhaltung.
…und weggeknackt;)
SFO, Airtrain.
Er schläft schon wieder!!!

Der Flug war lang, aber soweit ok. Das Personal war total nett, der Flieger total unbequem, aber auch das überstanden wir. Sanja mit ihren Krücken brachte uns, bei der Einreise in die USA, noch einen Vorteil, wir platzierten sie in einen der bereitstehenden Rollstühle direkt nach dem Ausstieg (davon gibt es derer viele und da werden manchmal Passagiere reingepflanzt, die wirklich gut zu Fuß sind). Wir wollten eigentlich nur den ziemlich langen Weg zur Immigration möglichst schnell zurücklegen, um dann nicht ganz hinten in der Schlange stehen zu müssen. Letztendlich brachte uns der Rolli aber an den separaten Immigration Counter, der für Crew und Persons with special needs reserviert ist. Das nahmen wir gerne an. Ein gut gelaunter Beamter nahm sich unserer an, befragte uns und schwupp erhielten wir unsere Einreisestempel und konnten weiter.

Hm, das Rumgekicher meiner Tochter erregte schon etwas Aufregen;)
…und Colin konnte auch nicht ernst sein!

Alles lief wie geplant. Ein Auto stand im Car Rental Center für uns bereit und draußen dämmerte es schon zur Nacht, als wir uns auf den Weg machten. Es war ein langer Tag. Unser Plan war, gen Osten zu fahren und die erste Nacht in Modesto, CA zu verbringen. Ein Walmart unterwegs versorgte uns noch mit dem Nötigsten…