06. August ‘18 Brandenburger und Berliner Gewässer (Post I)

Es sind immer noch Ferien in Berlin und Brandenburg. Die Kinder sind über die Republik verteilt, eins an der Ostsee, das Andere im Westerwald. Alles ist gut und effizient geplant, denn wir haben jetzt frei, so richtig frei, keinerlei Verpflichtungen. In den letzten Tagen hat Mike am Boot herumgebastelt, wir hatten einige Ideen, was man verbessern könnte bzw., was noch fehlte. So z.B. Wechselstrom??. Die Batterieanlage, mit der unser Bötchen ausgestattet ist, ist wirklich gut, so dass das Projekt Kaffeevollautomat in Leben gerufen wurde. nachdem wir nun bestens vorbereitet waren, zumindest hardwaretechnisch, bin ich letzte Woche in die genauere Planung eingestiegen. Diese beinhaltete das Suchen nach onlinebasierten Seekarten oder besser Karten für die Berliner und Brandenburger Wasserstraßen (Seekarten klingt immer gleich nach Hochseeschifffahrt). Meine Suche brachte mich zu den Open SeaMaps und der Free-Version von Watertracks. Beide nicht das Sahnehäubchen, da eine App sehr langsam beim Navigieren und Watertracks lässt es nicht zu außerhalb des Radius, in welchem man sich gerade befindet zu scrollen. Beide Anwendungen zusammen funktionieren, wenn man zwischen ihnen hin und her springt. Benötigt man eine schnelle Richtungsangabe oder Darstellung, dann sollte man auf die Karten von Apple zurückgreifen. Dieses Problem hatte eine vertretbare Lösung gefunden. Der nächste Schritt war, dass ich mir sog. 24-Stunden-Liegeplätze für Sportboote in der City angeschaut habe (von Land aus), einfach um zu wissen, wo genau sie sind und wie sie beschaffen sind…wir sind immer nach die totalen Newbies. Ich checkte den Schiffbauerdamm an der Friedrichstraße in Berlin-Mitte, den Anleger in der Nähe des Hansaplatzes und dann noch den im Rummelburger See.

Jetzt fühlten wir uns einigermaßen vorbereitet, um in See zu stechen.

Heute, Montag, der 06. August , unser erster kinderfreier Tag war zugleich der Tag des Aufbruchs. Früh gegen 8:30 legten wir, nachdem der Kühlschrank gefüllt war in Fangschleuse/ Grünheide ab.

Alles, was man braucht…

Unser Weg führte uns vom Werlsee über den Flakensee und Dämeritzsee zum Großen Müggelsee. Im Dämeritzsee gönnten wir uns noch ein Frühstück auf dem Boot, einfach, weil es im Müggelsee nicht erlaubt ist, die Fahrrinne zu verlassen und zu ankern.

Dämeritzsee
BVG-Fähre
Übersetzen von der Baumgarteninsel (Berlin-Köpenick)

Vom Müggelsee ging es weiter stadteinwärts, wir wollten unbedingt durch die City fahren, einfach, weil es toll ist, die Berliner Innenstadt vom Wasser aus zu sehen und dann, weil wir wirklich alle Bedingungen erfüllten, um dieses auch auszuführen. Die Berliner City ist zur Tageszeit nur zu passieren, wenn man mit einem Funkgerät ausgestattet ist und natürlich den entsprechenden Funkschein nachweisen kann. Das können wir und damit steht uns dieser Weg offen.

Vom Müggelsee über Schöneweide, die Wuhlheide immer weiter Richtung Innenstadt. Der Rummelsburger See zu unserer Rechten wird angesteuert. Hier gibt es einen 22-Stunden-Liegeplatz für Sportboote, aber was uns mehr reizen würde, ist die Tatsache, dass wir einfach auf dem See, der eher ein Flussarm ist, ankern können. Wir schauen uns um, drehen eine Runde, aber es ist viel zu früh am Tage, als dass wir schon Pause machen möchten.

Kurzer Stopp an der Nalepastraße
Der gesamte Sportbootanleger wäre heute besetzt!

Also weiter. Nächstes Ziel Oberbaumbrücke und den Molecule Man, die ich bis dato nur aus der Ferne kenne. Ein paar Fotos gemacht und weiter.

Molecule Man
NH Now Hotel und Coca-Cola-Haus
Oberbaumbrücke
Oberbaumbrücke, nochmal

Es geht vorbei an der Jannowitzbrücke und schon ist die Mühlendammschleuse in Sicht. Ohne Funk geht hier nichts, da man sich über Kanal 20 anmelden muss. Kaum haben wir das getan, waren wir auch schon auf dem Weg in die Schleusenkammer. Unser drittes Schleusen, bis jetzt haben wir erst 2x die Woltersdorfer Schleuse passiert, die etwas kleiner ist?. Neben uns ein Passierdampfer mit unzähligen Zuschauern, die bestimmt alle auf der Steuerbordseite saßen um den Newbies zuzuschauen (zumindest hatte ich das Gefühl). Es ging alles gut, wir wurden zu Tal geschleust und konnten unseren Weg fortsetzen. Tolle Aussichten, wie die folgenden Fotos zeigen.

Jannowitzbrücke
…da sind sie also?! (Es geht durch die Medien, dass die Pfandflaschen knapp werden.)
Berliner Dom
Berliner Dom

Zwischen Dom und Regierungsviertel befindet sich der Schiffbauer Damm, hier ist der zuvor erwähnte 24-h-Anleger. Wir haben halt gemacht und festgestellt, das wir hier nicht länger liegen können. So schön, wie es wäre, mitten in der City. Unser Boot ist einfach zu klein und die Spundwand würde uns bei dem hier herrschenden Wellengang diverse Schrammen in den Lack reiben. Entweden wir bringen nächstes Mal größere Fender mit oder entscheiden uns auch dann für einen anderen Liegeplatz.

Regierungsviertel
Regierungsviertel
Regierungsviertel

Wir sind weiter gefahren, ein kurzer Stopp an dem Anleger Lessingbrücke zeigte uns auch, dass wir größere Fender benötigen. Also fuhren wir weiter.

Echt hoch! ?

Es war gerade mal nachmittag, wir kamen schneller voran, als wir geplant hatten. Die Anlegestellen, die wir sahen, waren alle so gebaut, dass wir dort nicht wirklich komfortabel liegen konnten. Zeit  hatten wir auch noch ausreichend und ein richtiger Plan war nicht vorhanden. Wir hatten uns nicht überlegt, in welche Richtung wir nach dem Passieren der Berliner Innenstadt fahren wollten. Nun entschieden wir uns, uns Richtung Wannsee zu begeben, einafch, weil wir dort auf alle Fälle ankern könnten.

Gesagt getan. Wir fuhren weiter, durch Charlottenburg, dann durch die Charlottenburgen Schleuse, Richtung Spandau, hielten uns südwestlich und erreichten die Havel. Noch nicht den Großen Wannsee, aber die Havel bei Gatow, etwas weiter südlich ist der Wannsee. Hier ankern wir nun an einem schattigen Plätzchen und sind wirklich überrascht, wie gut alls geklappt hat und wie zügig wir durch die Stadt gekommen sind.

 

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