Bundeswettbewerb für Fremdsprachen, Teilnahme und Ergebnis (Blog-Beitrag aus der Sicht einer Mutter)

Diesen Blog-Beitrag könnte ich auch als Essay bezeichnen, ein informelles Essay. Hier, auf dieser Webseite stelle ich meine ganz persönliche Meinung dar, deshalb schreibe ich dieses Blog  ja auch. Erst waren es ausschließlich Reiseberichte, aber in den letzten Monaten habe ich hier mehr und mehr meine Ansichten und Meinungen niedergeschrieben. Dieser heutige Beitrag kommt viele Wochen nachdem meine Tochter am Bundeswettbewerb für Fremdsprachen (LINK)  teilgenommen hat. Der Wettbewerb ist eine richtig coole Sache (mal salopp ausgedrückt), das Töchterchen erfuhr davon, weil ihr Englisch-Lehrer ihr zu Beginn der 9. Klasse (im Herbst 2018) einen Flyer gab oder die Webadresse (es kann auch sein, dass es schon zum Ende der 8. Klasse war, ich bin mir nicht mehr sicher).

Sanja war begeistert, hier hatte sie endlich die Gelegenheit, sich selbst zu prüfen und ihr Können in der englischen Sprache bzw. ihr Wissen zu zeigen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten anzutreten. Sanja war es ausschließlich möglich, sich in der Kategorie „SOLO“ zu bewerben. Es gab keinen weiteren Schüler an unserem Gymnasium und somit auch keine Klasse, die sich um Teilnahme bewarb (Klassen können sich als „TEAM SCHULE“ bewerben).

Meine Tochter bereitete sich vor, sie musste ein Video erstellen, welches wir zu Hause im Wohnzimmer aufnahmen, ihr Bruder half ihr beim Schnitt und dann lud sie es termingerecht über die Plattform der Wettbewerbes hoch. Der nächste Schritt war ein mehrstündiger schriftlicher Test, die Thematik war grob bekannt aber Sanja wusste nicht viel über den Umfang und wie weit z.B. zusätzlich zum Beantworten von Fragen und erstellen von Texten auch Landeskunde u.ä. mit in die Bewertung einfließen würden. Die Vorbereitung lief also so, dass etwas Landeskunde recherchiert wurde und wir dann an einem Vormittag nach Oranienburg um Runge-Gymnasium (LINK) fuhren. Dies ist eine bilinguale Schule und wir (ich begleitete meine Tochter, war eben ihre Fahrerin) kamen in einem Schulgebäude an, wo wir schon am Eingang darauf hingewiesen wurden, dass hier Austauschprogramme mit den USA liefen (z.B. GAPP). Die Flure waren entsprechend gestaltet. Fotos von den Austauschen. Eine sehr engagierte Lehrerin, die uns auf dem Flur begegnete bestätige uns diese regen Auslandskontakte. Dazu der bilinguale Unterricht, da keimte Neid auf. Nun befindet sich Oranienburg in einem anderen Landkreis, selbst wenn wir es wollten, wäre der Besuch dieser Schule für unsere Tochter in SEK1 nicht möglich. So wie ein Gymnasium in Berlin für uns so gut wie unerreichbar ist (und ich rede nicht von der Entfernung), ist es auch mit einem anderen Landkreis geregelt. Das gilt für SEK1, ab der 11. Klasse gibt es die Möglichkeit eine andere Schule zu besuchen.

Sanja schrieb den Test, auf den sie sich so gut wie möglich vorbereitet hatte, sie wusste eben nicht, wo hier die Prioritäten lagen. Als einzige externe Schülerin saß sie in einem Klassenraum mit anderen, die an dieser Schule unterrichtet wurden und sich im Klassenverband, während des Englischunterrichts auf diesen Test vorbereitet haben.

An unserem Gymnasium fragte kein Lehrer, in den nächsten Tagen, wie es gelaufen ist. Es war bekannt, dass Sanja antrat, da wir den unterrichtsfreien Tag mit dem Einreichen der Einladung beantragen mussten und diese Einladung uns sogar über das Sekretariat des Gymnasiums überreicht wurde.

Einige Monate später erreichte uns eine weitere Einladung, diesmal  zur Preisverleihung in Potsdam. Wir waren gespannt, welchen Platz unsere Tochter erreicht hatte und beantragten erneut den freien Tag.

Meine Tochter erlangte einen dritten Landespreis! Das mit der Vorbereitung, die eher ein Erraten war, wie solch ein schriftlicher  Teil eines Bundessprachenwettbewerbs ablaufen könnte.

…nur ein Ausschnitt der Urkunde…

Auch später, wieder im Unterricht, nach der Preisverleihung, keinerlei Nachfrage seitens der Schule,  schade die Interessen liegen wohl doch woanders….


Die Geschichte geht noch weiter:

Im darauffolgenden Jahr bewirbt sich Sanja erneut, wieder als SOLO, die Vorbereitung erfolgte gezielter, da ihr die Art der Fragestellungen nun grob bekannt war. Gleicher Ablauf, ein Video wird im November hochgeladen, einige Wochen später findet der schriftliche Teil, diesmal im Gymnasium Wandlitz, statt. Sanja erhält erneut eine Freistellung vom Unterricht für diesen Tag. Vor Ort ist sie wieder die einzige Schülerin von extern.

Einige Monate später erfuhren wir, dass bedingt durch die Covid-Situation die Preisverleihung nicht im Frühjahr stattfinden kann. Am 11. August, dem ersten Schultag in der Sekundarstufe 2, erhielt sie von ihrer Tutorin unkommentiert zwei Zettel überreicht. Einer war die Einladung nach Potsdam zur Preisverleihung, direkt adressiert an meine Tochter, der zweite Zettel war and die Schulleitung adressiert und auch gerichtet. Er enthielt die Information, dass Sanja der ersten Landespreis überreicht werden soll und die Bitte, ob ein Lehrer oder Mitglied der Schulleitung anwesend sein kann. Unserer Tochter wurde damit, mit dem Überreichen des zweiten, an die Schulleitung gerichteten Schreibens,  die Überraschung welcher Platz erreicht wurde genommen, es sollte nicht im Vorfeld bekannt werden, sondern erst direkt bei der Preisverleihung.

Natürlich waren wir über diesen Vorfall enttäuscht, sogar empört. Eine schriftliche gut überlegte und adäquat formulierte Wortmeldung meiner Tochter an ihre Tutorin, dass sie diese Herangehendweise enttäuschend fand, wurde als Angriff gewertet und diesbezügliche Kommunikation abgebrochen. Eine Anfrage von uns (Eltern) nach einem persönlichen Gespräch wurde nicht beantwortet. Wir sind wirklich enttäuscht, wie die Arbeit einer Schülerin, die sich in ihrer Freizeit um einen Sprachenwettbewerb bewirbt und diesen gut, ja sehr gut besteht gewürdigt wird.

Ein Brief von uns (Eltern) an den Rektor brachte uns zumindest zu einem Telefonat mit Selbigem. Dieses Gespräch möchte ich als bedingt fruchtbar werten, eine kurze Entschuldigung der Tutorin erfolgte „zwischen Tür und Angel“, mehr kam nicht aus Richtung Tutorin. Sonst scheint unser Gespräch mit der Schulleitung leider genau in dem Raum, in dem es stattfand, seinem Büro, geblieben zu sein. Sanja wurde in Potsdam die Siegerurkunde überreicht, kein Nachfragen seitens der Tutorin (Englisch Leistungskurs)… Hier besteht wohl wirklich kein Interesse.

Das ist an anderen Schulen anders. Gestern habe ich folgenden Bericht auf dem Schulblog des Heinitz-Gynasiums in Rüdersdorf gefunden und genau dieser kurze Bericht hat mich meinen, diesen Bericht schreiben lassen:

https://www.heinitz-gymnasium.de/single-post/2020/10/08/Preisverleihung-Bundesfremdsprachenwettbewerb-Cottbus

 

 

 

 

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