01. November ’16 Hong Kong 3.0 mit Ausflug nach Shenzhen, Mainland China

Eigentlich hatten wir den Plan mit der Fähre vom Macau-Ferry-Terminal nach Shenzhen Shekou zu fahren. Die Fahrt soll ca. eine Stunde dauern. Das machen wir vielleicht nächstes Mal, wir haben uns spontan dagegen entschieden und sind doch, wie letztes Jahr mit der East Rail Line zum Checkpoint Luohu gefahren. Es ist immer wieder ein Abenteuer. Erstens haben wir wieder überlegt, wo wir uns zur Ausreise anstellen müssen, das ist nicht wirklich klar, die Sache mit den Foreigners, Visitors, Mainland Visitors…, man hat wirklich ausreichend Auswahl. Aber, ist Shenzhen nun Mainland, geografisch gesehen schon, aber anstellen sollen wir uns dort nicht, obwohl wir doch Visitors sind…irgendwie standen wir zum Schluss in der orangenen Reihe und das war richtig. Wir passierten die hongkongnesische Ausreiseprozedur, hier wurde uns die bei Einreise von uns ausgefüllte Depaturecard abgenommen. Unser Weg führte uns weiter im Bahnhof, Richtung Ausgang, bis wir linker Hand das kleine unauffällige Schild „Port Visa“ (warum „Port“…keine Ahnung) sahen. Eine schmale Rolltreppe führt uns hoch zum Visa office und hier sind wir wieder, wie vor 11 Monaten. Heute ist es voller, wir ziehen vorschriftsmäßig unsere Nummern und warten. Alles echt sozialistisch, nur die Bezahlung ist westlich, es werden nämlich Kreditkarten akzeptiert (aber nur VISA und UnionPay), das ist wohl noch nicht lange so. Nummer ziehen -> warten -> zum Application-Counter -> wieder warten -> zum Fee-Counter (Gebühren) -> wieder warten -> Abholung. Mit nur 168.- Renmimbi ist man dabei, vorausgesetzt man hat den richtigen Pass. Es geht auch teurer.

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Information
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Was meinen sie wohl mit „America“, den Kontinent, oder doch nur das Feindesland;-). Das letzte aufgeführte Land gefällt mir auch…

Am ersten Schalter hat sich der Bearbeiter so richtig Zeit genommen, um alle Stempel einer Sichtkontrolle zu unterziehen, wir dachten schon, das wir uns wegen irgendeinen falschen Eintrags disqualifizieren würde, aber nein, wir bekamen unsere Visa. Diese gelten 5 Tage, aber nur in Shenzhen (wir haben auch nichts anderes vor).

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Luohu Checkpoint

Ein Problem in China, ist das Internet. Wir sind nur zwei Tage hier und hatten deswegen nicht den Plan, uns einen Datenpass zu besorgen. Deshalb hatte wir auch nicht recherchiert. Es gibt Datenpässe, wir haben auch vor Ort nachgefragt, die Info war aber nicht wirklich erschöpfend, so dass wir dies vertagten. China ist ziemlich restriktiv, was das Internet betrifft. Im Januar (Zwischenstopp in Peking Beitrags-Link konnte ich nur mit einem VPN-Client bestimmt Seiten aufrufen), diesmal hatten wir die Möglichkeit einige wenige offene Netze (free WiFi) zu finden. So z.B. direkt auf der Treppe der Bank of China, ein Nachteil war nur, dass man immer nach 5 Minuten die Verbindung verlor. Um ein paar Nachrichten abzusetzen, reichte dieses, zum Surfen nicht. Auch unser Hotel bot free WiFi an, das war aber ein richtiger Witz, Empfang und Bandbreite, beides indiskutabel! Auch hier nur WhatsApp möglich, Mike hat es geschafft genau 1x ein Google-Map zu laden (das ist schon mal wichtig, wenn man sich orientieren möchte)…. :)

Jetzt aber weiter:

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Metro

Seit letztem November sind 3(!) neue Linien dazugekommen, da fährt man schon mal Unfug zusammen, wenn man mit einem alten U-Bahn-Streckennetz unterwegs ist. Unser Ziel war das Areal um Huaqiang North und Zhenhua Road und dieses haben wir dann auch erreicht…

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@Huaqiang North

Ein Paradies für jeden Elektronikfreund. Natürlich gibt es Fälschungen/ Plagiate in Unmengen. Aber auch wirkliche Qualitätsware. Marken, die wir hier in Europa nicht kennen, aber die wirklich gut gearbeitet sind. Man muss Zeit mitbringen und bequeme Schuhe, denn es gibt viele, wirklich sehr viele, ich nenne sie mal, Warenhäuser. Mehrstöckige Einrichtungen, beim Betreten bekommt man immer diesen Gedanken, dass man, falls ein Feuer ausbricht keine Chance hat, wieder herauszukommen. Also rein ins Abenteuer. Wenn man versucht, alle Stände mit System in Augenschein nehmen zu wollen, dann kann ich gleich sagen: „Vergiss es, das klappt nicht“. Wenn man etwas findet und sich vornimmt, es später mitzunehmen, dann habe ich den gleichen Tipp oder unbedingt die Standnummer fotografieren, sonst stehen die Chancen, diesen Stand wiederzufinden, sehr schlecht.

Wir haben nur ein paar Kleinigkeiten mitgenommen, Dinge, wie iPhone-Cover (tolle Qualität) und USA-taugliche  USB-Ladestationen (habe ich bei uns, so noch nicht gesehen, nun hört endlich auf Reisen die Familienschlacht um Netzteile für alle möglichen mobilen Geräte auf)…

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:)…im Himmel…
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:) Kabelgedöns

Shenzhen ist eine unwahrscheinlich schnell wachsende Stadt, allein, was ich oben erwähnt habe, dass seit 11/2015 drei neue U-Bahn-Linien dazugekommen sind ist der Beweis. Es wird schnell gebaut und dabei bleibt die Qualität wohl etwas auf der Strecke. Wir haben gesehen, wie Gebäude, die keine zwanzig Jahre alt sind abgerissen werden… Um Huaqiang wird gerade alles, was nach Gehweg aussieht saniert. Das passiert nicht, wie wir es kennen, dass hier und da abgesperrt wird, nein mitten im Menschengewimmel…

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…ohne Worte
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Treppe 1
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Treppe 2
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hm…
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Loch, aber immerhin „gesichert“ ;-)
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…ich glaube in der Dunkelheit möchte ich hier nicht unterwegs sein.
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Die Flex wird angeworfen, egal, ob gerade Jemand vorbeiläuft.
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Baustelle

Wir waren lange hier, zwischendurch gab es etwas vom Stand, etwas hefeklosähnliches (lecker), Gebäckteile mit Unmengen an gehackten Frühlingszwiebeln drinne, ich hatte zum Glück Kaugummi für danach (nochmal lecker) und kleingeschnittene Tofu-Teile mit einer Würzmischung, dass man neidisch werden kann (wieder lecker), wobei ich mir nicht sicher bin, ob das wirklich Tofu war. Und genau dann denke ich öfters schmunzelnd an die Tipps, dass man doch niemals, etwas nicht verpacktes oder frisch zubereitetes am Straßenrand kaufen und essen soll…das soll und darf man sich einfach nicht entgehen lassen! Ich habe noch nie schlechte Erfahrungen gemacht. Es ist preiswert, die Verständigung jedesmal eine Herausforderung und immer eine Erfahrung.

Huaqiang North Road

Zusammenfassend möchte ich schreiben, wer nach Shenzhen kommt und nicht nur an Klamottenfälschungen interessiert ist, für den ist das hier obligatorisch. Am Luohu-Checkpoint gibt es die Commercial City, hier gibt es Fälschungen aller Art, aber ganz ehrlich, das bekommt man weltweit auf Märkten, ebenso dieses permanente angesprochen werden. Wir haben es uns angeschaut, keine Empfehlung! Zumindest für Reisende, die unsere Interessen teilen. Hier meine Bewertung auf TripAdvisor: Commercial City Luohu
Wir hatten irgendwann genug und die Füße ließen sich auch schon spüren. Also machten wir uns auf den Weg zu unserem Hotel. Wir haben über „Priceline“ ein Schnäppchen gefunden. Es gibt Unmengen an Übernachtungsmöglichkeiten. Natürlich diese teuren, wie überall auf der Welt und dann ganz viele, ganz preiswerte. Das wollten wir wagen. Ganz ehrlich, es ist ein Abenteue
Die folgenden Fotos werden einiges zeigen und eine Bewertung bei TripAdvisor habe ich auch verfasst: Ledu-Hotel Shenzhen

 

Schlafen konnten wir nicht wirklich. Unser Zimmer war zur Straße raus, in der 1. Etage. Hier in China scheint das Autoersatzteil mit den größten Verschleißerscheinungen, die Hupe zu sein. Es wird gehupt, als, wenn dadurch das Auto, das dem hupenden Auto im Weg ist, verschwinden würde. Es wird auch nicht kurz gehupt, nein, es scheint eine Art den Aggressionsabbaus zu sein (vielleicht empfehlen die Psychologen das ja)… Überall Huperei und damit war an Schlafen erst mal nicht zu denken. Irgendwann kehrte aber etwas Ruhe ein, trotzdem war es nicht erholsam. Unser Nichtraucherzimmer stank nach Rauch. Die Bettwäsche war frisch bezogen, auch da haben wir schon andere Erfahrungen gemacht, aber irgendwie klebte alles, wir wollten auch nichts wirklich anfassen. Wir haben das bekommen, wofür wir bezahlt haben, denn es war ja wirklich billig. Bei Priceline steht, dass dies ein beliebtes Hotel sei, wir haben unten an der Preistafel auch Stundenpreise entdeckt, sollten wir darüber nachdenken?!

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Unten in der Liste: o’clock room für 60 Renminbi :-))

Diesen Besuch wollen wir auf keinem Fall missen, die Übernachtung war „sosolala“, das Essen, ob am Stand oder in einer Art Kantine, die wir entdeckten war super. Unser Ausflug in die Welt der Elektronik ebenfalls und das treibenlassen, einfach durch die Stadt laufen und Eindrücke aufsagen bekommt auch volle Punktzahl.

Hier folgen noch viele Bilder, die ich aufgenommen habe:

Dem Hotel Huaqiang Plaza haben wir einen kurzen Besuch abgestettet, einfach um das Internet der Lobby kurz zu nutzen und anderen Bedürfnissen nachzukommen, die nach der zweiten Flasche Wasser enstehen. Hier ein paar Fotos aus der Lobby heraus fotografiert (die Lobby ist in Etage 23).

Noch eine Fotogalerie: in den Seitenstraßen sahen wir, wie die verpackte Ware, ich schrieb letztes Jahr darüber:

 

Überall Unmengen an Paketen, die für den Versandt in die weite Welt vorbereitet sind.

Einige dieser „Warenhäuser“ (wie ich sie nenne) sind komplett auf Großhandel ausgelegt. Hier werden Kontakte geknüpft, Samples verkauft, Visitenkarten getauscht…man kommt sich vor, wie auf einer großen Messe. Man bekommt tolle Produkte zu Gesicht und wir haben auch dort das eine oder andere Erworben. Das Gespräch beginnt mit der Frage nach der Abnahmemenge (die möchte schon im vierstelligen Bereich liegen), wenn wir genau ein Stück wollen, dann werden wir befremdlich angeschaut. Leider ist die englische Sprache hier nur gering vertreten, so dass alle möglichen Erklärungsversuche scheitern. Ich glaube meistens habe die Verkäufer gedacht, dass wir Muster kaufen, um diese zu Hause vorzustellen (auch gut).

Nach unserer tollen und erholsamen Nacht im LeDu haben wir uns zu Fuß aufgemacht, um einfach Eindrücke in dieser Stadt sammeln zu können. Hier folgen auch gleich Fotos. Unterwegs fanden wir eine chinesische Bäckerei. Ein Tipp, wenn man Kaffee bestellt, dann KEINEN Signature Coffee (war der einzige, der nicht nach übersüßter Kaffespezialität klang und er war fast ungenießbar)…

Das war bestimmt nicht das letzte Mal, das wir hier waren (mal sehen, was wir in nächster Zeit so planen, Ideen sind schon wieder ausreichend da)…

Hier noch ein Foto, das uns an frühere Zeiten erinnert hat (nicht, dass wir die Möglichkeit gehabt haben zu DDR-Zeiten so ein Büro aufzusuchen…)

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Die Rückfahrt gestaltete sich ganz problemlos.

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