Dezember ’17 Hong Kong 4.0, mit dem Töchterchen

Ziemlich verrückt, aber das überrascht bestimmt Niemanden;-)

Ein großer Elektronikkonzern, eigentlich, DER Elektronikkonzern, jener, mit dem angebissenen Apfel, hat uns auf die Idee gebracht. Die sind ja ziemlich böse, da in Cupertino, CA…regelmäßig werden dort neue Devices entwickelt und auf den Markt geschmissen. Nun war es wieder soweit. Neue kleine Geräte, mal gedacht, um miteinander zu kommunizieren (in erster Linie zu telefonieren), heute aber die Schnittstelle zur Welt, wenn ich das Beispiel meiner Tochter ins Feld führen darf.

Damit bin ich schon beim Thema. Das Töchterchen, zarte 14 Jahre alt, nennt eines dieser Geräte ihr Eigen. Nun liegen zwischen dem neuen Objekt der Begierde und dem Ihrigen zwei(!) Generationen. Meine Tochter nutzt ihr iPhone fast gar nicht zum telefonieren, aber, das verwundert bestimmt niemanden. Es entstehen wirklich gute Fotos damit, die Kommunikation läuft über die üblichen Kanäle von Chat-Apps.  Und dann gibt so ein Gerät, einem die Möglichkeit, immer und überall Bücherforen zu durchforsten, in entsprechenden Communities die gelesenen Bücher zu bewerten und das wirklich in Echzeit. Wir werden doch unsere Tochter nicht bremsen. Sie liest in einer bemerkenswerten Geschwindigkeit jedes Buch, das ihr in die Hände kommt (nur das Genre muss stimmen) dazu gibt es Kunstforen, wo man Zeichnungen, Bilder, Kunstwerke einstellen und bewerten lassen kann, alles Gründe, die ein neues iPhone rechtfertigen;-)

Kurz: DAS neue iPhone muss her! Das Töchterchen ist in der glücklichen Lage, hierfür nicht mehr auf zusätzliche Zuwendungen der älteren Generation angewiesen zu sein, das lief alles schon.

Das Erscheinen neuer Apfel-Hardware ließ uns also in einer Kurzschlussreaktion Flüge nach Hong Kong suchen. Die Idee, ist in erster Linie, unserer Tochter mit diesem Kurztrip (damit meine ich jetzt nicht die Anfahrtszeit, sondern eher unsere Aufenthaltszeit) einen spannenden Fleck auf unserer Erde zu zeigen. Nun muss man im Alter von 14 nicht überall auf der Welt gewesen sein, aber wer uns kennt, der weiß, dass wir da etwas anders ticken. Der Zeitraum war schnell gefunden, die Flüge fanden wir bei AirChina, obwohl ich diese Airline nicht gut in Erinnerung habe:

2016/01/07…Reisen mit Air China, was man tunlichst unterlassen sollte! //-Review-//

2016/01/03…Peking, China („Forbidden City“ and Airport PEK) //-Kurzbewertung//

All das entstand aber, nachdem wir im September Apples Keynote gesehen haben, damit haben wir einen Schuldigen gefunden und ich bin nicht mehr in irgendwelcher Erklärungsnot!

Ein paar Tage in diese fremde Welt eintauchen, nach einem Jahr, das nicht ohne war, das ist genau das Richtige. Abends mit Sushi am Pier sitzen und tagsüber hoch nach Victoria’s Peak zu kraxeln. Das war unser Plan.

Wir kümmerten uns um einen Baby-Sitter für das 11-jährige Söhnchen (nicht denken, dass wir jetzt die absoluten Rabeneltern sind, die den Sohn nicht mitnehmen wollen, nein, er hat etwas andere Interessen als einen Kurztrip mit uns zu unternehmen, der verspricht, Stress pur zu werden). Wie immer, ein großes Dankeschön, an die beste Freundin der Welt, die für diese Tage bei uns einzog und sich nicht nur um das Söhnchen kümmerte, sondern auch um den dicken Kater.

Der Flieger nach Beijing hob in Düsseldorf (DUS -> PEK) ab, auch das kannten wir schon. Der Online-Checkin war wieder nicht möglich. Die App fragte bei der Installation so viele Daten ab, dass ich dies abbrach, da ich zusätzlich zu meinen im System der AirChina hinterlegten Daten nicht noch mehr einem autoritärem Staatssystem überlassen wollte. Auch direkt auf der Air China Website konnten wir uns nicht erfolgreich einchecken. Dafür fand ich einen Weg, trotzdem Spezialessen (vegetarisch) zu ordern. Die Hotline, mit kostenfreier internationaler Rufnummer nimmt pro Tag gefühlt nur 3 Anrufe an, ich gab irgendwann entnervt auf, auch weil ich Bedenken hatte, dass die Musik die in der Warteschleife eingespielt wurde irgendwann mein Hirn formatieren würde. Die AirChina hat in Berlin ein Büro (Leipziger Platz 2, 10117 Berlin, Tel. (030) 23 60 8 1-0), angerufen und die Dame am Ende der Strippe nett gefragt, ob sie das Essen so im System vermerken könnte. Hat geklappt, sogar für den Rückflug. Weshalb ich hier so einen Aufwand trieb, ist einfach der Erfahrung von 2015 geschuldet. Dafür war das vegetarische Essen diesmal auf diesem Flug aber auch eine Erfahrung:)

Ovolakto-vegetarisch, ist gar kein Problem, aber die Meals schienen komplett aus Ei zu bestehen. Ich glaube ich habe noch nie soviel Ei verzerrt, gemessen an der Zeit, die ich dafür zur Verfügung hatte (so ein Flug ist ja endlich). Um dem Gesundheitsfaktor wenigstens etwas in diesen Diätplan einfließen zu lassen, ist das vegetarische Essen komplett zuckerfrei! Etwas neidisch schauten wir dann schon auf die Passagiere der Nachbarreihe, die irgendwelchen Kuchenstücke als Dessert bekamen. Egal, wir versuchten unseren Zuckerbedarf mit gesüßtem Kaffee zumindest temporär wettzumachen. Unser Flug war ein Co-Sharing-Flug mit, unter anderem, der Lufthansa. Der allgemein kaffeesüchtige Deutsche an Bord, der sich auf eine gute Koffein-Versorgung im Vorfeld freute, sah allerdings in die Röhre. Es gab kalte Getränke, dann merkwürdigerweise warmes(!) Wasser <brrr> und der Kaffee (Nescafe) war sehr gut auf dem Wagen versteckt, unsichtbar für alle Passagiere. Bei direkter Nachfrage und ich habe beobachtet, dass nicht viele diese Frage wagten, wurde die Kanne hervorgezogen, von ganz unten hinten.

Ansonsten herrschte die bekannte Unfreundlichkeit des Begleitpersonals, Übersetzung der Körpersprache: „Bitte nicht ansprechen!“, aber, das ist ja nicht wirklich wichtig, genau wie das Essen. Der Vogel soll sicher fliegen, im Notfall, wenn man kurz vor einem hypoglykämischen Schock stehen sollte, hat man irgendeinen Riegel oder Keks im Gepäck und Wasser habe ich sowieso immer dabei. Nur bei Kaffee wird es prekär, Wasser kann man gut hinter der Security am Airport auffüllen, einen Kaffeebrunnen habe ich noch nirgends gesehen…

In Düsseldorf bekamen wir ganz problemlos die Bordkarten bis nach Hong Kong, wurden also durchgecheckt. Wir flogen nur mit Handgepäck, was die Sache immer sehr vereinfacht. Der Flug war gut, die Zeit zum Umsteigen in PEK ausreichend bemessen und auch die Security passierten wir ohne Probleme. Wir waren ja informiert, welche Kapazität die Powerbank maximal haben darf, wonach sonst gesucht wird und hatten demzufolge nichts dabei, was uns verdächtig gemacht hätte.

Zweiter Flug PEK nach HKG, auch ohne Probleme und ohne Kaffee. Ankunft, Immigration, Besorgung von Bargeld etc., alles funktionierte problemlos. Am Flughafen haben wir unsere Octopus-Cards aufgetankt (https://www.octopus.com.hk/en/consumer/index.html), SIM-Karten besorgt und den Bus Richtung HongKong gesucht. Bus #E21 fährt bis nach Olympic (Kowloon) für 14.-HK$ oder #A21 in die Nähe von Tsim Sha Tsui, für 33.- HK$. Beide Fahrpreise sind erschwinglich, so dass man auch den A21 nehmen kann, wenn man den E21 verpasst, nicht findet, er zu voll ist oder den falschen Farbanstrich von außen hat, es gibt bestimmt noch andere Gründe? Die Fahrt dauert ca.1 Stunde und ist auf jedem Fall empfehlenswerter als der Airport-Express, der zwar schneller ist, aber man nicht wirklich was zu sehen bekommt. Ist halt ein schneller Zug.

Wir kamen in unserer, über Airbnb gebuchten, Unterkunft an. Klein aber fein, alles sauber, mit Micro-Küche, Mini-Duschklo und Fenster. Letzteres sehr wichtig und nicht immer vorhanden.

Das war jetzt eine ziemlich lange Einleitung.

Dieser Trip war eher ein Kurztrip. Man darf die Reisezeit nicht ins Verhältnis setzen, zu der Zeit, die uns letztendlich hier zur Verfügung stand. Aber der Aufwand war es allemal wert! Sanja, war hin und weg. Nachdem sie im November einen ersten Eindruck von Asien in Bangkok erhielt, war sie nun in einem Winkel der Welt, der wieder anders aussah, anders funktionierte, viel, viel voller war und doch so spannend.

Wir gestalteten die Tage so, dass wir natürlich regelmäßig im Apple-Store vorbeischauten und auch an der Reservierungslotterie (2014/11/10…Victoria Harbour) teilnahmen. Sonst ließen wir uns treiben, saßen am Pier, hatten jeder Tag leckerstes Sushi vom Sushi-Express dabei, liefen hoch zum Victoria’s Peak, nutzen die Midlevels-Escalator dafür (2016/10/31…Hong Kong 3.0, getrocknete Fische, The Peak und Halloween) und ließen uns auch einfach nur treiben.

Nach Shenzhen wären wir gerne rüber, einfach, um es unserer Tochter zu zeigen, wobei sie dieses Gefühl, das ein alter Ostler beim Passieren der Grenze hat, nicht nachempfinden kann. Trotzdem hätten wir es gerne getan, leider war die Zeit doch etwas knapp bemessen.

Unsere Morgen begannen mit echtem Kaffee (gebraut von dem amerikanischen Konzern mit dem grün-weißen Sirenen-Logo) und was einfach super schmeckt und weswegen man nicht auf Idee kommen sollte, Unterkunft mit Frühstück zu buchen, Gebäck aus den vielen kleinen chinesischen und japanischen Bäckereien. Diese findet man hier zu Hauf und ich möchte nicht wissen, was die Zutaten unseren Körpern bei langjährigem Genuss antun würden. Um so einen Biskuit Teig herzustellen sind bestimmt mehr Eier vonnöten, als der Ernährungsberater zuläßt.

Gewonnen! Abholbestätigung für das iPhone der Begierde :)
Kaum nähert man sich dem Store, erhält man diese Meldung:)
@Apple Store, Causeway Bay, HKG (Foto: ©Sanja)
Got it!
Hong Kong, Queens Road
Hang Kong, Queens Road
Hong Kong, Queens Road
Midlevels Escalator System, operating hours
Victoria Harbour, Blick vom Peak
Victoria Harbour, Blick vom Peak
Victoria Harbour, Blick vom Peak
Victoria Harbour, Blick vom Peak

Hier noch ein paar Eindrücke. Ich habe diesmal nicht wirklich viel fotografiert, aber ein paar Bildchen sind doch zusammengekommen. Die Fotos, die Sanja gemacht hat, habe ich gekennzeichnet.

Lippo Centre, close to Central
Digital natives? ?
@Tsim Sha Tsui
@Tsim Sha Tsui
@Tsim Sha Tsui (Foto: ©Sanja)
IFC two, im 55. Stockwerk gibt es ein Observation Deck (kostenfrei) (Foto: ©Sanja)
Adresse
Der Blick lohnt sich!
@Tsim Sha Tsui, Kunst-Installation
@Tsim Sha Tsui, Kunst-Installation
@Tsim Sha Tsui, Kunst-Installation
Victoria Harbour, Star Ferry mit Skyline
Victoria Harbour, Star Ferry mit Skyline
Victoria Harbour, Star Ferry mit Skyline
Sonnenuntergang, Victoria Harbour
Sheung Wan
Sheung Wan, Herausforderung für den Busfahrer
Sheung Wan, er schafft die Kurve…

Vier Nächte und entsprechend viele Tage in Hong Kong, Sanja hat neue Eindrücke gesammelt und wir sind uns sicher, Hong Kong 4.0 erhält bestimmt ein Update :)

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