17. November ’15 Hong Kong 2.0 mit dem Hovercraft nach Macau

Heute haben wir einen kurzen Abstecher nach Macau gemacht. Macau, ebenfalls chinesisch und auch Sonderverwaltungszone, war bis 1999 portugiesisch. Letzteres ist vor allem wegen der Sprache interessant. Während man in Hong Kong einigermaßen mit Englisch weiterkommt, es stimmt mich immer wieder nachdenklich, wie wenig Menschen Englisch sprechen, in einem Teil eines Landes, welches bis vor 16 Jahren den Briten unterstellt war, wo Englisch eigentlich eine Amtssprache ist. In der armen Schicht gibt es sehr große Mankos, in der Bildungsschicht ist Englisch sehr gut vertreten. China baut wohl langsam das Bildungssystem um, reformiert es nach chinesischen Vorstellungen.
In Macau sind wir mit Englisch genauso gut/ schlecht zurechtgekommen wie in Hong Kong. Zu Portugiesisch kann ich gar nichts sagen. Die Schilder und Anderes sind hier dreisprachig ausgewiesen, das zeigt, dass Englisch genauso wichtig ist, wie die portugiesische Sprache.
Nun aber zu unserem Trip:
Die Fähre, wir sind mit „TURBOJET“ gefahren, legt alle 15 Minuten(!) ab, ich vergleiche das grad mal mit der S-Bahn nach Berlin, die fährt immerhin im 20-Minuten-Takt (wenn sie denn fährt und es ist ja nur die Hauptstadt und wir haben eben nur ein Gleis)…
Also, im 15-Minuten-Takt kann man nach Macau, der Trip kosten hin und zurück ca. 30.-€. Wer sich jetzt ein Bötchen der „Weißen Flotte“ vorstellt und dieses, wie es ganz gemächlich über das Wasser schaukelt, der irrt. Es fahren Luftkissen-Boote/ Katamarane, die schaukeln kaum und schaffen fast 80 km/h. Alleine das ist schon ein Erlebnis. Knappe Stunde und man ist am Ziel. Die Immigration geht auch zügig, gleiches Prozedere wie bei der Einreise nach Hong Kong.

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Katamaran
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Sieht aus wie ein Flugzeug von innen und anschnallen musste man sich auch ;-)
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Ankunft in Macau

MAC-HKG

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:-)

Und schon stehen wir außerhalb der Arrivals-Hall und versuchen uns zu orientieren. Wir finden die richtige Richtung und laufen einfach los, was uns komisch erscheint, ist, dass rechts von uns die Straße mit einer Tribüne verziert ist und, dass die Straße so merkwürdig abgesperrt ist (blickdicht, Zäune mit gelber Plane bespannt). Es dauert gar nicht lange, dann realisieren wir, dass es sich um den Macau Grand Prix handelt, soll heißen, hier werden ganz flache und ganz schnelle Autos im Kreis fahren, das ist dann wohl Formel 1 oder eher nicht, wie mir das Internet gerade geflüstert hat: http://www.macau.grandprix.gov.mo

Der ganze Spuk beginnt am 19.11.2015! Mike und ich gratulieren uns selbst (mehrfach), wir sind heute hier und nicht morgen!!! Morgen würde hier der Bär dermaßen steppen, dass es wirklich keinen Spaß machen würde, überall gesperrte Straßen und noch mehr Menschen und die Plätze wären voll (wir haben gesehen, wie im Zentrum schon ganz wild geschmückt und aufgebaut wurde).

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Strecke, direkt an den Wohnhäusern entlang (ich stehe hier auf der Straße, auf der morgen gefahren werden soll)
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Parkplätze (Parkuhren hinter dem Zaun), massig Zäune, Leitplanken (teilweise schon mehrfach mit Beulen ausgestattet) werden aufgebaut
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„No Parking“
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Strecke
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Strecke
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Strecke
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Tribüne, nahe des Ferry Terminals von oben gesehen

Erleichtert setzten wir unseren Weg fort. Wir hatten ein Touristen-Map (so ein analoges Papierteil), einen Offline-Reiseführer und hin und wieder, immer dann, wenn free Wi-Fi verfügbar war, die Maps von Google, dazu ausreichend Wasser, bequeme Schuhe und einen Schrittzähler?. Wir machten uns auf die Socken, den Traum, einen Starbucks zu finden (Jedem seine Sucht!), mußten wir bald begraben. Den gibt es hier nicht. Wir schauten uns einfach die Stadt an und zu Fuß sieht man einfach mehr und entdeckt auch mehr.
Die Architektur zeigte europäische Einflüsse, besonders die Kirchen, hier sah man sofort den portugiesischen Baustil (anders als in Hong Kong, hier haben die Kirchen diesen typisch britischen Kolonialstil—darf man das so sagen?—). Auf jeden Fall erkannten wir viel Europa, die Straßen teilweise so steil, wie auf Malta, unendlich viele Motorroller, wie in Italien, die engen Gassen mit den Wohnhäusern hatten auch europäisches Flair…

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Kirche
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Enge Straße
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Motorroller
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überall Motorroller

Bevor wir diese Architektur und die engen Gassen bewunderten, prallten wir eher unerwartet auf ein megahäßliches Gebäude mitten in der Stadt…

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Sind die Aliens gelandet?!

Dann sahen wir es in seiner gänzlichen Größe:

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Shocking!

In Macau ist Glücksspiel erlaubt, dies zieht viele Touristen an und wir sahen, wieviele es sein mussten, wenn hier solche Casionotempel stehen. Wir gingen hinein, um es in Augenschein zu nehmen.

Spielhölle halt…

Nach einem Kaffee, der wirklich nötig war, liefen wir weiter zu den Ruins of St. Paul. Unmengen von Menschen, schon auf den Weg dorthin. Wir bekam etwas Angst ob der Menge, die unterwegs war, nicht, dass wir das aus Hong Kong nicht gewohnt waren, nein, alle bewegten sich auf diese Sehenswürdigkeit zu. Das heißt, sie bleiben irgendwann stehen, in Hong Kong haben wir da eher diesen Fluss, es bewegt sich stetig, es ist und bleibt dynamisch…

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Menschen
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Menschen
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Ruins of St. Paul

Dann routeten wir uns weiter zum Guia-Park. Dieser liegt erhöht und hier steht der Leuchtturm (wir hatten Bedenken, wie voll es dort sein mag). Wir erreichten den Park, hier ist die Laufstrecke der gesundlebenden Bevölkerung, überall Sportler. Wir liefen fast einen kompletten Circle mit sehr schönen Aussichten auf die Stadt und den Hafen, dann fanden wir eher durch Zufall eine steile Treppe, die wir heraufkraxelten. Oben fanden wir uns am Cable Car wieder, dieses hatten wir eigentlich für den Aufstieg geplant, aber nicht gefunden, nun haben wir die obere Station erreicht, logisch wäre eigentlich, nach oben zu fahren und nach unten zu laufen ;-)

Nun gab es auch eine Ausschilderung, nach der wir uns richten konnten um weiter Richtung Leuchtturm zu laufen.

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Aussicht
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Aussicht
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Leuchtturm von 1865
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Aussicht
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Könnte genauer zielen ;-)
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Leuchtturm nochmal
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…es ist aber auch nichts erlaubt…

Wie schon geschrieben den Abstieg bewerkstelligten wir mittels Cable Car.

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Das Teil kommt aus Europa, mal nicht von den Deutschen, von denen kommt ein Großteil der Autos, die hier fahren, nein „Die Schweitzer ham’s gemacht!“

Wir suchten uns langsam den Weg zurück zum Pier, ewig lange wird es auch nicht mehr hell sein und so war der Plan gar nicht schlecht. Die Grand-Prix-Vorbereitungen erschwerten dies etwas, da die Straßensperren auch teilweise die Fußwege mit beanspruchten. Wir waren der Sache aber gewachsen und fanden einen Weg. Hier wieder Passkontrollen etc, alles problemlos, dann fanden wir das richtige Gate für unsere Fähre. In Hong Kong hatten wir uns auch das Rückticket gekauft, auf diesem stand die Uhrzeit 22:30 und es ist so geregelt, dass man damit früher fahren kann, wenn Plätze verfügbar sind.Man kommt also auf Stand-by. Das realisierten wir erst, als uns an der Fähre gesagt wurde, das diese voll sei. Auch nicht schlimm, aber der folgende Ablauf ist ein Erlebnis gewesen. Es wurde ein neues Gate angesagt und der Stand-by-Treck setzte sich in Bewegung, einige rannten, wir nicht, da uns der Ablauf noch nicht ganz klar war. Nächstes Gate, Stand-by lane und warten, Gate geöffnet, erst alle Passagiere mit der korrekten Zeit rein ins Terminal, dann Stand-by-lane und Absperrung wird wieder geschlossen (ganz dicht vor uns), neues Gate wird ausgerufen…die Massen setzen sich in Bewegung :-)

Wir erreichen das nächste Gate nach einigen Minuten werden wir ohne Begründung weggeschickt, ganz neues Gate, außerhalb, wieder anstellen, totales Chaos, da zwei Ziele angeschrieben sind (Hong Kong und Kowloon). Wir warten, mit uns Einheimische, die das Prozedere kennen und verwirrt aussehende Touris. Die gebuchten Passagiere dürfen weiter, dann welche von hinten aus der Stand-by lane, dann gehe ich fragen, Antwort, das hier ist die Schlange nach Kowloon. Weiter warten, dann gehe ich nochmal fragen, ob ich mit meinem Hong Kong Ticket die Kowloon-Fähre nehmen darf. Natürlich, aber ich muss zurück in die Schlange, andere dürfen vorbei. Dann gehen Mike und ich einfach mit nach vorne und sagen Kowloon, merkwürdig, wir dürfen durch…kriegen die Platznummern auf das Ticket geklebt, das ist vergleichbar mit einem Boarding-Pass und damit ist sicher, dass wir auf der Fähre sind. Den Ablauf des Boardings haben wir nicht so richtig verstanden, ist aber auch egal…

Wo soll in Kowloon der Katamaran anlegen? Vermutung Tsim Sha Tsui-Pier, das wäre gut, da wir auf jeden Fall von dort wegkommen.

Wir sind gut im Hotel angekommen, ziemlich spät und bei Anlandung wußten wir immer noch nicht, wo wir nun waren, erst als wir aus dem Ferry Terminal heraustraten, sahen wir, dass wir in Hong Kong waren, genau dort, wo morgens unser Trip begann…

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