Las Vegas, NV • EXOTICS RACING •

Exoticsracing 2019

Üblicherweise schreibt meine geliebte Frau in diesem Blog über unsere Erlebnisse auf unseren Reisen. So richtig weiß ich gar nicht, wie das begonnen hat, aber über die Jahre ist ein mindestens für uns als Familie sehr wertvolles Dokument unseres Lebens entstanden, welches ich nicht mehr missen möchte, ist es doch für uns vier als Mikrokosmos zu einem gemeinsamen Tagebuch geworden. 

Während unserer Reisen hat sich ergeben, dass ich für das Fahren der Autos (häufig aka Schrankwand, für das Festkleben von Stoßstangen und auch für das Festfahren im Strandsand verantwortlich bin, und meine Frau dies mit Freuden aufschreibt….) Häufig bin ich auch der, der die günstigen Tickets findet, diese dann mit meiner Frau zusammen bucht und dann elegant die komplette Reiseplanung an die Chefin „weiterturft“…und dann das Ergebnis genießen darf.

Doch dieses eine Mal soll es etwas anders sein, ich schreibe einen eigenen Post. Ich tue mich mit dem Schreiben eines Blogartikels durchaus schwer. Obwohl wir im Oktober 2019 unterwegs waren, ist es jetzt fast Mai 2020, wir haben Corona-Zeit und ich schaffe es endlich, diesen Beitrag zu schreiben.

Selten trennen wir die Familie auf Reisen in zwei Gruppen auf. Da Sanja eher den Büchern verfallen ist und Colin seit dem letzten Besuch bei ExoticsRacing unbedingt mit einem Sportwagen fahren wollte, haben wir uns also diesmal in zwei Teams aufgeteilt. Also Su..Sa zu Barnes and Noble und ..Mi..Co zu ExoticsRacing südlich von Las Vegas…

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Zu unserem letzten Besuch vor 2 Jahren ein paar Bemerkungen:

Es war ein typisch amerikanisches Erlebnis. Obwohl wir völlig unangemeldet erschienen, ohne irgendeine Ahnung, was wir wollen, hat sich ein Fahrer sofort unser angenommen, Fragen beantwortet, es gab ein Armband und wir konnten uns die gesamte Anlage inklusive der Autos ausführlich anschauen und Fragen stellen. Es war schnell klar, dass Colin für eine Mitfahrt in einem der Ferraries, Lamborghinies oder Porsches noch zu jung war und mit uns kein Cent zu verdienen war. Trotzdem haben die Mitarbeiter sich rührend um uns gekümmert. Das hat sich gelohnt, wir sind wieder hier……

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Meine Vorabrecherchen ergaben, dass wir neben viel Geld auch Sportschuhe dabeihaben sollten. Unser kurzer Blick auf die Sandalen bestätigten den Verdacht…das wird nix. Also zunächst einmal ins Outlet, Schuhe kaufen. Gesagt, getan, keine Stunde später mit zwei paar Turnschuhen im Auto, die Mädels bei Barnes and Nobles entsorgt und auf dem Weg zum Event. Wir haben vorab keinen Termin gebucht, was aber insbesondere am Wochenende zu empfehlen ist, wenn man weiß, welches Auto man wie lange fahren möchte. Wir waren uns jedoch nach unseren Erfahrungen vom letzten Mal sicher, dass wir unser Wunschauto auch ohne Reservierung bekommen sollten, da wir einen Dienstag im Oktober erwischt haben. So war es denn auch.

Wir haben uns sehr schnell für einen Lamborghini Huracan entschieden. Ich habe erwartet, dass ich als Fahrer eine entsprechende Einweisung über ein bis zwei Runden bekomme und dann gegen Einwurf von zahlreichen Münzen alleine mit Colin ein paar Runden drehen darf. Im Nachgang war das etwas naiv, es war schnell klar, dass ein Instructor immer an Bord ist. Das war jetzt nicht das Problem, sondern die Tatsache, dass der Lamborghini nur zwei Sitzplätze hat. Da Colin mittlerweile groß genug ist, bot uns einer der professionellen Fahrer an, ein paar Runden mit Colin zu drehen. An den weit aufgerissenen Augen meines Lieblingssohnes und Stammhalters hab ich sofort erkannt, dass das aus seiner Sicht nicht nur akzeptabel war…es war ja auch zu erwarten, dass ich nach 3 Runden in einem Lamborghini kein Rennfahrer bin.

Gesagt, getan…wir gingen nach dem Anpassen des Helmes an Colins Kopf zu den Boxen, wo die ganzen Traumautos standen und Colin durfte erst einmal auf dem Fahrersitz des Huracan Platz nehmen. Ihm wurde alles genau erklärt (dem Papa übrigens auch). (Ich bin immer noch verwundert, wie weit meine Kinder in Englisch sind, wie wenig Scheu sie haben, die Sprache einzusetzen und sich mit anderen auszutauschen. Das haben die beiden wohl eher von meiner Frau…) Nach der Einführung durfte Colin den Motor mittels Knopfdruck starten, was auch augenblicklich zu einer brachialen akustischen Entfaltung von Kraft führte. Colins Gesicht in diesem Moment war jeden einzelnen Cent wert. Nach ein paar Lenkversuchen durfte er auf dem Beifahrersitz Platz nehmen, wurde mittels H-Gurten in dem Schalensitz fixiert, die Videoaufzeichnung wurde gestartet und langsam rollten die beiden Richtung Rennstrecke. Ein kurzer Halt an der Einfahrt zur Rennstrecke, ich konnte noch sehen, wie sich der Fahrer und Colin unterhielten, dann waren die beiden in dem Lambo auch schon weg. In diesem Moment war mir klar, dass das der richtige Weg war. Das Erlebnis für Colin war sicher beeindruckend, was später auf dem Video auch eindeutig zu sehen war.

Die 5 Runden, die wir gebucht hatten (299$), waren nach gut 8 Minuten vorbei, Fotos von dem Wagen während des Fahrens zu machen, hatte keinen Sinn, die beiden waren einfach zu schnell.

Colin leuchtete regelrecht, als der Lambo in der Box zum Stehen kam, DAS Event dieser Urlaubsreise.

Nach der ganzen Geschichte, die 2 Stunden gedauert hat, haben wir die Mädels in ihrem langweiligen (!) Bookstore abgeholt und waren wieder SuMiSaCo.

Zusammenfassend: geht hin! Wenn das Kind zu klein ist, gibt es doch zumindest ein Armband aus Stoff, man darf sich in die Wagen setzen, alles anfassen und kann Fragen stellen. Die sind da wirklich toll und achten auch auf den Nachwuchs. Wenn ihr fahren wollt, es gibt regelmäßig Aktionen bei Groupon. Es ist viel Geld, aber wenn man motorsportbegeistert ist, lohnt das allemal.

Mike