Las Vegas, NV – south bound – Yuma, AZ

Es ist fast wie eine Neu-Auflage unseres Mai-Trips. Wir fahren von Vegas südwärts nach Yuma. Nicht, weil hier der Bär steppt, das nun wirklich nicht. Wir planen drei Nächte im HoJo, dem Motel, in welchem Mike und ich im Mai waren. Es ist ein nettes Motel, mit Pool, gutem Frühstück, Ruhe drumherum, das man nicht versucht ist, alles Mögliche besuchen zu wollen. Die Kinder genießen es, einfach nur hier zu sein, das amerikanische Leben zu spüren, etwas einzutauchen und nicht von Event und Sehenswürdigkeit zur nächsten zu stürtzen. Aber das war noch nie unser Stil.

Zuvor haben wir zwei Nächte in Vegas verbracht. Das Wetter war toll, über 30°C am Tage, aber, da wohl Winter ist, war der Pool leer. Die Kinder haben es verschmerzt. An irgendwelchen durch-den-Pool-jagen-Geschichten-mit-Papa, hätte Sanja sowieso nicht teilnehmen können. So haben wir uns etwas in Vegas treiben lassen. Für Sanja war ein Besuch von Barnes and Noble obligatorisch und die Männer haben sich in eine ganz andere Richtung begeben, siehe gestrigen Post, den Mike verfasst (hat)…

Das ist wie ein dé-ja-vù zu 2017…

Das amerikanische Leben: Die Autos werden immer größer. Nachdem wir vor einigen Jahren kurz das Gefühl bekamen, dass nach Anstieg der Spritpreise, von teilweise unter einem Dollar, pro Gallone(!), etwas Vernunft einsetzt und wenigstens kleinere Autos angeschafft werden, scheint das heutzutage jenseits jeder Vorstellungskraft zu liegen. Es fahren SUVs, irgendwelche Pritschen-Wagen (ich habe keine Ahnung, aber hinten ist Ladefläche und wenn an der Seite nur was von RAM1500 steht, ist es wahrscheinlich die schwächste Motorisierung, für die man sich schämt) und andere Monsterautos, neben denen unser VW Touran echt verloren aussehen würde. Diese Autos bewegen sich auf Autobahnen, die eine sog. Carpool Lane haben fast ausschließlich auf den anderen Spuren. Diese Carpool Lanes können von Fahrgemeinschaften, die schon bei zwei Insassen beginnen, genutzt werden. Das hier aber eher selten Autos unterwegs sind, zeigt, wie effizient diese Spritschleudern eingesetzt werden. Eine einzelne Person transportiert schnell mal 2 oder 3 Tonnen Stahl mit sich herum, um von A nach B zu fahren… Ich hoffe, das irgendwann ein Bewusstsein entsteht, aber eigentlich bin ich mir fast sicher sein, dass das wohl eher Wunschdenken ist. Genau, wie der achtlose Umgang mit der Ressource Treibstoff, wird täglich mit Verpackungen und Wegwerfgeschirr verfahren. Das Maximum, was uns seit Jahren an Verbesserung auffällt, ist, dass es manchmal anstatt von Styropor- oder Plastik- Bechern/ -Tellern, welche aus Pappe gibt. Das war’s! Mehr hat sich nicht verändert. Ich könnte platzen, wenn ich sehe, dass am Waffle-Maker ein Plastikbecher, zum Zwecke der korrekten Dosierung, mit Teig gefüllt wird und dieser dann sofort im Müll landet. Man wird echt schräg angeschaut, wenn man es wagt, diesen Becher ein zweites Mal zu benutzen. Wir fallen auch deswegen auf, weil wir unser eigenes Geschirr dabeihaben. Echtes Besteck, Campingteller und Kaffeebecher…das ziehen wir schon seit vielen Jahren so durch.

Das musste ich erst einmal loswerden, nun aber wieder zu unserer Fahrt von Vegas nach Yuma.

Wir machten Station am Ivanpah Solar Power Plant (Plus-Code HG4H+PQ Calada, California).Im Mai sahen wir diese riesigen Solarfelder zum ersten mal, Link. Damals habe ich nur einige Fotos aus der Ferne gehabt, die ich posten konnte. Diesmal hatten wir die Möglichkeit, etwas dichter heranzufahren, dazu stimmte die Tageszeit, so dass wir Fotos machen konnten.

Dichter kam wir nicht ran, die Helligkeit des reflektierten Sonnenlichts tat schon hier in den Augen weh.
Hier ist das Ausmaß vielleicht zu erkennen.
Mit Adresse…
Nochmal ein Ausschnitt…
Ivanpah aus der Ferne, alle drei Türme.

Nun aber zu unserem weiteren Weg. Wir machten einige Meilen später nochmal Halt (Plus-Code: RPQH+9J Las Vegas, Nevada). Hier steht Kunst in der Wüste herum „Seven Magic Mountains„(LINK), sieht cool aus, haben wir durch Zufall entdeckt und natürlich ein paar Fotos gemacht:

 

Die sind viel größer, als es hier erscheint…
Hier mit Menschen drauf…
In der Dämmerung ist es bestimmt ein richtig tolles Foto-Motiv.
Es ist kein Kunststoff oder so, wahrscheinlich echte Felsen(?), zumindest fassen sie sich kalt an…und ich bin mir sicher, dass sie miteinander fest verbunden sind;)
Colin hat die Viecher wieder mitgebracht…
Hier kommt der Himmel, als Kontrast recht gut…
Die beiden Jungs:)

Irgendetwas gibt es immer unterwegs zu sehen, entweder Kunst, die in der Wüste rumsteht oder man macht Station in irgendeinem Nest…z.B. Rancho Cucamonga. Hm, wir hielten hier kurz an und fanden es echt befremdlich. Dermaßen steril und künstlich… Es wirkte unwirklich, diese Sauberkeit, Wohlfühl-Faktor gleich Null. Uns drängte sich die Vermutung auf, dass es sich um eine Filmkulisse handelte, dies verwarfen wir aber schnell wieder. Natürlich fielen uns sofort verschiedene Filmproduktionen ein, die hier hätten gedreht werden können („Weeds“, „Edward Scissorhands“…). Wir mussten schnell weiter.

Yuma, AZ erreichten wir ziemlich spät. Das Motel hatten wir unterwegs gebucht und so konnten wir entspannt einchecken, nachdem wir sahen, dass draußen, vor der Lobby ein riesiger Haufen zusammengeräufeltes Blech lag, welches, im glatten Zustand, eigentlich eher auf’s Dach gehörte. Wir machten uns nicht heiß, unser Zimmer war intakt, hatte sogar ein komplettes Dach und die Frage, warum es draußen, wie auf einer Baustelle aussah, wurde mit der Info beantwortet, dass das Dach einem Sturm zum Opfer gefallen war.

Dazu mehr im nächsten Post.