Stellungnahme

Es entwickelt sich eine Dynamik und das ist gut. Junge Menschen demonstrieren bei den „Fridays for Future“-Demos und es wird (hoffentlich) bei den Bewohnern dieses Planeten endlich ein Bewusstsein geweckt, dass Klimaschutz wichtig ist. Wir haben Verantwortung! Mit dieser Aussage auf den Lippen ist es wahrscheinlich ein no-go, einen Reiseblog zu schreiben, der Reiseziele beschreibt, die nicht mit der Bahn oder zu Fuß erreicht werden können. Genau darum geht es, das ist der Grund, warum ich diese Stellungnahme schreibe.

Wir, meine Familie und ich, nutzen das Flugzeug. Wir nutzen es im Verhältnis sehr oft. Wir vermeiden Kurzstrecken! Nationale Flüge in einem Land wie Deutschland sind meiner Meinung nach einfach nicht notwendig. Nun sehe ich aber auch folgendes. Die Bahn z.B. bietet so gut wie keine Nachtzüge mehr an, warum? Privatreisen und Dienstreisen sind mittels Nachtzug häufig richtig gut realisierbar, falsch, waren realisierbar. Möchte ich am kommenden Mittwoch von Berlin nach Frankfurt, und zwar zu einer Zeit, dass ich vor 9:00 Uhr dort bin, dann muss ich in Hannover fast zwei Stunden warten! Nehme ich den ersten Zug, der durchfährt, nämlich um 4:01 ab Berlin-Hbf, so habe ich gar keine Chance, diesen zu erreichen, da ich aus meinem Wohnort in Randberlin keine Verbindung finde. Wir haben Betriebspause! Es fährt nichts während der Nacht (kann man schon verstehen, wenn man von einem verschlafenen Städtchen, wie der Hauptstadt einer Industrienation spricht *Ironiemodus off*). Warum schreibe ich das? Warum schwenke ich auf dieses Thema, ja warum beginne ich, mich hier festzufahren? Es ärgert mich! Es ärgert mich sehr, dass so viele nationale Flugstrecken bedient werden, dass viele Passiere gar nicht die Möglichkeit haben, mit der Bahn bestimmte Ziele zu erreichen. Es geht nicht nur um den Preis, häufig ist die Bahn teurer, als der Kurzstreckenflug, nein ein Problem ist, es gibt gar keine Konkurrenz zwischen Bahn und Flugzeug, da die Bahn einfach nicht verfügbar ist! Hier muss sich etwas ändern!

Ich zeige diese Missstände, und anders kann ich es nicht bezeichnen, nicht an, nicht auf um mich dahinter zu verstecken und von mir abzulenken. Ich schreibe ganz klar, dass SuMiSaCo weiter das Flugzeug nutzen werden. Ich möchte aber auch gerne ein Art Energie-Bilanz darstellen, nicht als Entschuldigung, nur um zu zeigen, dass Flugreisen nicht der einzige Weg sind, um umweltbewusster zu leben.

Unsere Familie betreibt Umweltschutz in verschiedenen Bereichen.

• Wir beheizen unser gesamtes Haus mit Erdwärme und bereiten so in der Wintersaison das Heißwasser.

Für den Bau der Anlage, um diese Art der Energiegewinnung zu betreiben, gab es keine finanziellen Anreize. Das möchte ich hier erwähnen, weil ich nicht nur einmal dieses Argument gehört habe, dass Menschen zum Energiesparen nur durch den eigenen Geldbeutel gebracht werden können.

• Im Sommer wird das Wasser ausschließlich thermo-solar aufbereitet.

Das ist manchmal, wenn es länger als zwei Tage wolkig ist, etwas erfrischend unter der Dusche, aber auch das ist zu überleben.

• Seit bestimmt 12 Jahren, fahren wir mit alternativen Antrieben. Wir haben ein CNG-Auto und ein LPG-Auto.

Unser erster CNG-Wagen, ein OPEL Combo wurde bei Anschaffung mit 2000.-€ unterstützt. Dies zahlte der örtlich Gas-Anbieter, bei uns die EWE. Bedingung war nicht nur das entsprechende Auto, sondern, dass man Kunde der EWE war. Kunde waren wir sowieso, wenn wir im Landkreis an den CNG-Säulen das Erdgas tankten. Das reichte aber nicht, man musste „richtiger“ Gaskunde sein! Als Familie mit Erdwärme-Heizung und Elektroherd, bedeutet es, dass man einen Vertrag schließt, die Grundgebühr zahlt und kein Gas bezieht. Nur so kommt man an eine Förderung für ein umweltfreundliches Auto. Diese Förderung gab es einmalig. Heute fahren wir einen Touran, für den es keine steuerlichen Vorteile gibt, für den wir sogar die grüne Plakette beantragen mussten. CNG-Fahrzeuge haben keine speziellen Kennzeichen, wie z.B. Plug-In-Hybride, die mit geringer Reichweite emissionsarm fahren und dann, oft als SUV, Benzin verbrennen. Diese Autos kommen mit „E“-Kennzeichen angerollt, einfach unglaublich. Damit ist in meinen Augen dieses „E“-Kennzeichen entwertet.

CNG-Fahrzeuge waren und sind aber ein wahres Stiefkind, so die Sicht einer Besitzerin. Der Ausbau von Tankstellen scheint seit Jahren nicht voranzugehen. Bei Anschaffung hatten wir im 4km entfernten Vogelsdorf eine Tanksäule. Hier tanken Taxis, die UPS-Flotte vom Hoppegartener Stützpunkt und die Privat-PKW (nur eine Handvoll). Man hatte Glück, wenn nachdem die UPS-Flotte durch war noch etwas Druck auf der Säule fand um nachzutanken. Vor vielleicht 8 Jahren kam eine Tanksäule in Mahlsdorf an der B1 dazu. Sonst kenne ich eine in Marhzahn auf der Rhinstraße und eine in Friedrichshain auf der Holzmarktstraße. Hier ein Excerpt aus WikiPedia:

Erdgasfahrzeug auf Wikipedia

[…]Für das Jahr 2004 hatte der Trägerkreis Erdgasfahrzeuge ein Ziel von deutschlandweit 1000 Erdgastankstellen angestrebt, tatsächlich gab es im Jahr 2013 erst 920 Tankstellen, sodass das Ziel als gescheitert gilt. Bis 2012 stieg der Bestand an Erdgasfahrzeugen in Deutschland auf rund 95.000 Fahrzeuge, was etwa 0,2 % des Gesamtfahrzeugbestandteil der Bundesrepublik ausmacht. Das reicht aus, damit das Erdgasfahrzeug nicht nur bei Flottenbetrieben, sondern auch unter privaten Fahrzeugpionieren als etabliert gelten kann. Anders als noch im Vergleich zu den 1990er-Jahren hatten mehrere Hersteller serienmäßige Erdgasfahrzeuge im Angebot. Seit 2010 kann eine Stagnation im Ausbau des Erdgastankstellennetzes beobachtet werden. Ursächlich dafür ist, dass Erdgastankstellen nicht gewinnbringend betrieben werden können.[10] […]

Tja…

Vor einigen Wochen kam mir folgende Bahn-Werbung auf  Twitter vor die Augen.

Auch hier wieder ein Angriff ausschließlich auf Flugreisende, nämlich Fernreisende, keine Kurzstreckenflüge. Die Werbung soll wohl frech klingen und mit den dargebotenen Zahlen aufrüttelnd wirken. Allerdings ist das Gegenüberstellen eines Ortes in Deutschland mit einem Ort in Arizona, USA nicht wirklich überzeugend. Die Botschaft kann nur sein: verzichte auf das Reisen komplett. Hier werden nicht die nationalen Kurzstreckenflüge verteufelt, also Strecken, die alternativ mit der Bahn zurückgelegt werden können, nein es werden Fernreisen ins Feld geführt.

Der Preis der Bahn, der mit 24,90€ angegeben ist, muss irgendein Sparpreis-Angebot (Sommer-Ticket?) sein. Dagegen der Preis des Fluges, der hier bei 1228.-€ liegt, ist exorbitant teuer. Für diesen Preis reisen SuMiSaCo zu viert in die Staaten und zurück (und ja, auch die Bahn buche ich bis zu 12 Wochen vor dem Reisedatum, um an vernünftige Preise zu kommen und genauso buche ich Flüge Monate im Voraus).

Anderer Aspekt: 2459 kg CO2 nach Arizona versus 2,5kg CO2 nach Rheinland-Pfalz. Woher kommen diese Zahlen? Laut ecopassenger.org entstehen auf der Strecke Berlin-Mainz 25,8kg CO2. Hat die Bahn es wirklich nötig mit so offensichtlichen Fehlern zu werben?

Unsere Familie plant in den kommenden Ferien eine erneute Reise in die USA. Aus diesem Grunde veröffentlich ich diesen Beitrag im Vorfeld. Ich lege diese Thematik damit nicht ad acta! Ich werde mehr darüber schreiben, obwohl es ein Reiseblog ist, haben auch diese Themen hier Platz und gerade hier erscheint es mir wichtig.

Ich werde einen separaten Menüpunkt für diese Thematik erstellen.