08. August ‘18 Teltowkanal ·Bergfahrt?· (Post III)

Wir übernachteten bei einer lauen Brise, die über das Boot strich, relativ störungsfrei. Hin und wieder scheppert es etwas in der Ankerkette, aber auch an diese Umgebungsgeräusche gewöhnt man sich. Der Glindower See kann zum Übernachten als Empfehlung angesehen werden. Kaum war die Sonne aufgegangen, merkte man, dass es wieder ein extrem warmer Tag werden würde. Der Sommer dieses Jahr ist wirklich ein Jahrhundert-Sommer, so haben wir es noch nie erlebt. Wir hatten die Möglichkeit, jederzeit (zumindest theoretisch) ins Wasser zu springen, der Abkühlung wegen, aber trotzdem hat uns die Wärme auch zu schaffen gemacht. Wir entschieden uns, uns gen Heimat in Bewegung zu setzen, mit Vorsicht an den Untiefen (siehe Eintrag von gestern) vorbeizuschippern und ganz gemächlich Erst mal Richtung Potsdam zu fahren.

Glindower See

Hier bogen wir in den Teltow Kanal ein und erreichten irgendwann gegen Mittag die Schleuse Kleinmachnow. Schönes unter Denkmalschutz stehendes Bauwerk. Wir warteten auf die Schleusung, es waren noch andere Sportboote vor Ort, was bedeutete, dass wir nicht in der Schleusenkammer unseren Platz auswählen konnten, sondern weiter hinten landeten. Nun haben wir keinen Ozeandampfer, nicht mal eine Yacht. Unser Boot hat 680 cm Länge (ohne Außenboarder und Ankerüberstand und Sonstiges) und damit haben wir ziemlich schwierig in der Schleusenkammer gehabt. Um vernünftig während der Schleusung in der Kammer zu liegen, wären zwei Festmachpunkte das Optimum. Wir hatten genau einen, am Bug. Ich kletterte also nach vorne und sicherte mir die senkrechte Stange. Richtung Heck oder in der Mitte unsere Bootes hatten wir nur die blanke Wand der Schleusenkammer. Das Boot zog natürlich ständig mit dem Heck zu Mitte. Es gestaltete sich gar nicht so einfach, da ja auch noch eine leichte Strömung durch das einströmende Wasser zu bewältigen war. Wir sahen bestimmt wie die puren Anfänger aus (sind wir ja auch?) und das war nicht unsere beste Schleusung aber wir kamen an, auf der entsprechenden Höhe, um unsere Fahrt auf dem Teltow Kanal fortzusetzen. Ich denke die Schleuse in Kleinmachnow wird nicht unsere Lieblingschleuse werden.

Schleusenkammer, hinter diesem großen Kahn legten wir an
Schleuse Kleinmachnow

Die Kanalfahrt ist landschaftlich nicht der Brüller. Ist ja eigentlich auch klar. wir sind in Berlin, hier gibt es wirklich schöne Ecken, abe die 40 km Teltowkanal langzuschippern muss man nicht ganz oben auf der Liste haben. Es sind wohl genau 38 km aber mit den zugelassenen 8km/h fühlen sich die sehr, sehr lang an. Es fährt sich auch nicht sehr gut. Unser Boot ist ein sog. Halbgleiter, rechts und links ist der Kanal oft mit Spuntwänden ausgestattet. das Wasser, wenn es duch ein Boot in Bewegung gerät, also die Wellen brechen sich hier recht ungünstig. Das Ufer nimmt die Wasserbewegung nicht auf oder mindert sie, nein wir hatten das Gefühl, dass diese Wände die Wellen mit gleicher Stärke reflektieren. Aus diesem Grunde war die Fahrt nicht wirklich erholsam. Bei jeder Begenung mit einem anderen Boot kamen wir massiv in schaukeln, wir wissen schon, wie man entgegenkommende Wellen zu kreuzen hat, trotzdem hattn wir viel zu lenken und auszuweichen.

Das Ufer rechts und links war mal grün, dann fuht man wieder durch ein Industriegebiet, das war unsere Abwechslung für einige Stunden. Nicht wirklich spektakulär.

Eine Abwechslung bot das Ullsteinhaus in Tempelhof und der gegenüberliegende Tempelhofer Hafen. Das Ullsteinhaus ist einfach ein tolles Gebäude, was auch von Wasser aus sehr mächtig wirkt. Wir sind kurz in den Hafen eingefahren, haben eine Runde gedreht (schon Klasse, was gier in den Jahren entstanden ist).Ich denke, man kann auch anlegen, eine Eufnummer vom Hafenmeister war im Eingangsbereich zu sehen. Wir schauten nur und fuhren zurück in den Kanal um unsere Fahrt fortzusetzen.

Ullsteinhaus
Hafen Tempelhof
Hafen Tempelhof

Letztendlich erreichten wir den Langen See im Bezirk Köpenick. Nun war es gar nicht mehr so weit bis nach Grünheide.

Dies war unser erster größerer Ausflug mit dem Boot. Es klappt! Wir bewältigten alle Situationen, kamen sogar heil durch die Berliner Innenstadt und das zu eine Uhrzeit, als wirklich viele Fahrgastschiffe unterwegs waren. Vielleicht sollte man das anders planen, wenn man zum ersten Mal diese Strecke fährt. Wir legten mehr Strecke zurück, als wir dachten, es fuhr sich einfach sehr angenehm. Übernachten auf dem Boot ist auch kein Problem. Den Mücken und anderem Getier gingen wir so aus dem Weg, dass wir die Nächte draußen auf dem See verbrachten, möglichst weit weg vom Ufer. Wäre es nicht ganz so heiß gewsen, dann hätten wir bestimmt noch länger auf dem Wasser ausgehalten, so aber waren wir ständig auf der Suche nach schattigen Plätzen.

Es gibt bestimmt nächstes Jahr Version 2.0, ich werde berichten.

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