Dezember ’18 Ein paar vorweihnachtliche Tage in New York

Wir können es nicht lassen! Susi und Mike haben wieder günstige Flüge im Internet gefunden und konnten nicht widerstehen! Pro Person, für um die 300.-€ von Berlin nach New York und zurück, da mussten wir einfach zuschlagen. Der nächste große Posten um einen Aufenthalt in New York zu realisieren ist die Unterkunft. Hier können wir auf Erfahrung, zuletzt im letzten September New York City, 02/09/2018 mit dem YMCA in Midtown Manhattan, zurückblicken. Hostel mit Micro-Zimmern, Gruppen-Dusche und Gruppen-Klo, dafür aber so megamäßig günstig gelegen, ca. 5 Minuten Fußweg zum Grand Central Terminal, dass man einfach zuschlagen muss. Die Preise sind für New York City moderat, klar darf man nicht die Größe der Zimmer (geschätzt 6m2) ins Verhältnis zum Preis setzen, da kommt man schnell auf den Preis eines Mittelklassehotels. Aber wir wollen hier nur schlafen und wissen, das hier nichts mit mehr als zwei Füßen herum rumkrabbelt, man die Tür abschließen kann und die ganz Hütte ziemlich sicher erscheint (ich denke nicht, dass hier viel verschwindet).

Soviel als Einleitung, die ein bisschen wie eine Entschuldigung klingt, da wir schon wieder in der Welt unterwegs sind.

Unser Flug ist, wie so häufig, und was dem Preis geschuldet ist, gestückelt. Wir fliegen ab Berlin TXL, am Montagmorgen in einem rappelvollen Business-Flieger der Lufthansa nach Frankfurt. Wir haben Platz gefunden und sind eh nur mit sehr spartanischem Handgepäck unterwegs. In FRA haben wir nicht wirklich viel Aufenthalt, aber da wir vom gleichen Terminal weiterfliegen, stört uns das nicht weiter, solange, bis wir gesagt bekommen, dass wir ohne „eTA“ nicht befördert werden. (???). Unser Anschlussflug geht nicht direkt nach New York, bzw. in die USA, nein, wir haben einen weiteren Zwischenstopp in Toronto, Canada. Das wir für einen Zwischenstopp, bei welchem wir den Flughafen nicht verlassen eine Art Visum beantragen müssen erscheint uns etwas übertrieben. Es führt kein Weg daran vorbei. Seit ungefähr zwei Jahren wird diese eTA (electronic travel authorization) verlangt. Sie ist einfach zu beschaffen, man tickert seine Daten auf einer Website ein und entrichtet brav 7.-Can$ und wenn man Glück hat, dann erhält man umgehend via eMail die Bestätigung. Voll schräg ist aber, dass man über Land problemlos einreisen kann, ohne diesen digitalen Wisch. Wenn ich jetzt noch schreibe, dass es nur die Mitarbeiter der AirCanada am Gate in Frankfurt interesssiert hat und sonst Niemand nach dem Teil in Toronto gefragt hat, dann stelle bestimmt nicht nur ich die Sinnhaftigkeit in Frage. Zumindest darf ich jetzt bis zum Jahr 2023 mit dem Flugzeug nach Kanada einreisen, Mike nicht…er muss sich einen neuen Pass machen lassen und die eTA ist, genau wie die ESTA an den Pass gebunden.

Diese Kärtchen hat man uns direkt in FraPort am AirCanada-Gate in die Hand gedrückt.
Dicker Vogel @FraPort

In Toronto angekommen wurden wir alle einer kurzen Gesichtskontrolle nach dem Verlassen des Fliegers unterzogen. Direkt dahinter wurden die Fluggäste separiert, alle mit Ziel USA wurden in den rechten Trakt des Flughafens geleitet. Wir bekamen auch keine weiteren kanadischen Beamten zu sehen, es war, als wenn wir schon auf US-amerikanischem Boden wären…und hier nochmal der Gedanke: wozu gleich haben wir eine eTA beantragt????

Egal, wir waren auf dem Airport Toronto und passierten hier die amerikanische Immigration. Das war überraschend für uns. Der gesamte Prozess war aber sehr entspannend, keine lange Wartezeit, nur ein paar Fragen und unsere Fingerabdrücke (diese, obwohl sie schon gespeichert waren, da ich im September meine Finger nicht einlesen musste…aber doppelt hält vielleicht besser) und schon hatten wir unseren Stempel und suchten das Gate unseres Fliegers. Diesmal Ziel: New York LGA und wir galten nun als Inlandsflug, wirklich spannend. In La Guardia waren wir noch nie. Der Airport liegt ziemlich citynah, aber man sollte nicht davon ausgehen, dass man schneller in Manhattan wäre. LGA ist leider nur über Busse an das MTA-Metronetz angebunden. Mit einer guten Stunde nach Manhattan muss man schon rechnen.

Ein Selfie?! Sehr untypisch für uns, aber ich wage es mal!
Anflug über Manhattan
Central Park

Da wir unsere Stempel ja schon in Toronto erhalten haben, waren wir sehr schnell in der Empfangshalle des Terminal B und genauso schnell fanden wir den Ausgang zu den Bushaltestellen. Hier findet man auch Automaten der MTA, an welchen wir unsere MTA Cards aufladen konnten. Zwanzig Minuten im Bus und dann noch ca. eine halbe Stunde mit der Metro und schon waren wir in Midtown Manhattan.

Wir checkten im Vanderbilt YMCA https://ymcanyc.org/locations/vanderbilt-ymca  ein. Wir kannten es ja schon, seit Kurzem haben sich die Betreiber aber eine neue Geldquelle erschlossen. Pro gebuchtem Zimmer müssen jetzt pro Nacht 10.-$ Zwangsabgabe geleistet werden. Für diese Zusatzzahlung wurde auch ein Name kreiert: „Daily Guest Room Membership Fee“, Klingt doch gut! Man bezahlt also pro Nacht 10.-$, um das Sportangebot zu nutzen. Es sind bestimmt auch sehr viele Gäste hier, die ein paar Tage in New York verbringen und hier unbedingt auf‘s Laufband, Elliptical oder in die Schwimmhalle wollen. Es wurde uns auch erklärt, was das für ein tolles Angebot sei und, dass wir sogar die Sauna benutzen könnten. Der Hammer! Und 10.-$ pro Tag würde einem Monatsbeitrag von bis zu 310.-$ bedeuten, wenn das ein gutes Angebot sein soll, selbst in NYC kann das nicht soviel kosten! Das YMCA ist eine Non Profit Organisation, ich weiß nicht, ob ich die Frage stellen darf, aber was passiert mit der ganzen Kohle? Investitionen in die Immobilie scheinen eher unwahrscheinlich. Aber ich denke positiv, mit dem Überschuss werden neue Non Profit Projekte realisiert?…

Unser Zimmer mit bunk bed
Mit diesem zweiten Bild kann man sich ein ungefähres Bild von der Größe des Zimmers machen.

Unsere Tage in New York vergingen schnell. Wir haben uns für zwei Tage ein Auto gemietet, nicht in New York City, sondern drüben in Jersey City, New Jersey. Dies ist die effizienteste Möglichkeit, wenn man nach Woodbury, upstate New York ins Outlet möchte. Dies war unser Ziel, aber wir nutzten gleich die Gelegenheit, eine Stadt namens Kiryas Joel zu besuchen. Diese Stadt liegt im Orange County und ist fast ausschließlich von chassidischen Juden bewohnt. Ultraorthodox, entsprechend fehlt jegliche Farbe bei der Bekleidung der Einwohner, alles in einem lebensbejahenden Schwarz gehalten, selbst bei den Kindern. Die Hauptsprache, die hier gesprochen wird, ist Jiddisch. Der folgende Link gibt weitere Informationen (ich habe mit Absicht die Variante des englischen Wikipedia verlinkt, da hier mehr Informationen verfügbar sind): https://en.m.wikipedia.org/wiki/Kiryas_Joel,_New_York

Ortseingangsschild
Sieht etwas trostlos aus.
Schule
Schulbusse…

Der gesamte Ort machte einen trostlosen Eindruck, das war bestimmt nicht nur dem schmuddeligen Wetter geschuldet war. Was für mich nicht zu passen schien, war die Unaufgeräumtheit. In den Vorgärten lag aller möglicher Kram rum, es sah teilweise fast vermüllt aus. Das passt nicht zu meinem Bild, welches ich bis dato hatte. Es war interessant, einfach ein paar Minuten in diese fremde Welt einzutauchen. Wir kamen uns etwas merkwürdig vor, da wir zum Besichtigen gekommen waren. Aber wir fielen nicht weiter auf. Ich hatte ein ruhiges verschlafenes Örtchen erwartet, was wir aber elebten, war nicht wenig Autoverkehr, sogar Durchgangsverkehr fand hier statt.

Wir fuhren irgendwann wieder gen Jersey City, nachdem wir noch im WalMart den Deli geplündert hatten. Gut ausgestattet, mit Nahrungsmitteln und ein paar Klamotten aus dem Outlet erreichten wir Unser Ziel. Das Auto ließen wir am Straßenrand unweit einer PATH-Station stehen. Das funktioniert an einigen Stellen bis morgens 8°°, erst dann wäre wieder eine Parkgebühr fällig (und die entspricht mal schnell dem Gegenwert eines umfangreichen Frühstücks bei IHOP).

Ein anderer interessanter Aspekt ist die unterschiedliche Steuer bei Einkäufen in den Staaten. Diese wird regional festgelegt und enthält verschiedende Positionen. Auf manchen Kaufbelegen erscheint sie aufgeschlüsselt und dann findet man sehr spannende Posten, da sind Kleinstbeträge für lokale Zwecke ausgewiesen. Ich erinnere mich, dass wir auch mal eine Straßenbahnsteuer  (ich glaube das war in Kansas City) gefunden haben oder irgendetwas mit Stadterhaltung. Warum ich das hier erwähne. In New Jersey sind die Steuern (ich rede nur von der von Kunden zu entrichtenen Steuer) geringer, als in upstate New York oder New York City. Wer z.B. mit dem Gedanken spielt, sich etwas nettes mit dem angebissenen Apfel-Logo zuzulegen, der spart auf jeden Fall in New Jersey. Wir haben Station in Paramus, NJ gemacht. In der Garden State Plaza gibt es einen Apple Store und dies war der günstigste, bedingt durch die Steuer, in unserem Radius. Also recherchieren lohnt, wenn man entsprechend mobil ist.

Angekommen in Jersey City, gönnten wir uns noch den ultimativen Blick vom Exchange Place auf die Skyline Manhattans.

Manhattan gesehen vom Exchange Place

Wir haben noch einen weiteren Tag außerhalb von New York City verbracht, haben den Mietwagen genutzt, um nach Elizabeth und hier nach Jersey Gardens zu fahren. Jersey Gardens (alter Name), heißt wohl jetzt „Mills ***irgendwas“. Vor ein paar Jahren war es eine „normale“ Shopping Mall, nun ist es auch ein Outlet. Man kommt sogar mit dem Bus hin, ist also eine Empfehlung für den New York Reisenden. Was hier erwähnt werden sollte. Die Steuer auf Waren liegt bei 0%(!), nur Luxusgüter werden besteuert. Das gehört einfach dazu, wenn man in den Staaten ist, dann schaut man in die Outlets.

Die anderen Tage haben wir uns durch die Stadt, die niemals schläft, treiben lassen. Wir sind die Fifth Avenue hochgelaufen, Richtung Norden, in die Gegend, wo Touristen nicht mehr so viel anzutreffen sind. Wenn man sich auf der 90th Street gen Osten wendet kommt man nach ca. 1 Kilometer an den East River und findet eine Anlegestelle der New York Ferry. Für den Preis eines Metro-Tickets (2,75$) kann man die Fähre nutzen (das MTA Ticket gilt nicht). Sehr schöne Fahrt, unter den bekannten Brücken hindurch, wenn man die Strecke zum Pier11/ Wallstreet wählt.

In Downtown Manhattan verbrachten wir einige Zeit im Oculus. Hier spielte Weihnachtsmusik und alle Zeichen waren auf Weihnachten gestellt.

Abends machten wir uns mit der Subway Richtung Brooklyn auf den Weg. Unser Ziel war Dykers Heights, mit den weihnachtlich geschmückten Häusern. Hier ein paar Eindrücke:

Die sechs Tage hier galten nicht dem Sight Seeing ohne Pause, sprich: „Wir müssen alles Mögliche besuchen uns Anschauen, was wir vielleicht noch nicht kennen“, nein, wir wollten uns einfach nur treiben lassen. Und genau das taten wir. Nun ist es auch nicht das erste Mal, dass wir hier sind, ich schrieb schon mehrmals über New York.

Hier noch ein paar Eindrücke:

Weihnachtliche Beleuchtung

An unserem letzten Abend wollten wir zur Fifth Avenue, um den weltbekannten beleuchteten Weihnachtsbaum vor dem Rockefeller Center anschauen. Da es grundsätzlich an den vergangenen Tagen überfüllt war, auf diesem Abschnitt der 5th Ave, beschlossen wir gegen Mitternacht dort zu erscheinen. Unser Plan ging auf, viel weniger Menschen dort, aber was wir nicht erwartet hatten, dass der Baum ab Mitternacht ausgeschaltet ist!

Tiefgarage mit ganz doll vielen Informationen:)

Die folgenden drei Bilder habe ich in der PATH-Station World Trade Center gemacht. Wenn man im Oculus steht, befindet sich ganz hinten am Ende ein Bahnsteig mit dem Hinweis, dass hier Nur Ausstieg sei, hier fanden wir folgendes:

PATH-Station WTC

Und hier noch ein Foto von der MTA-Station der Linie 1 im Oculus:

Wir verbrachten ein paar nette Tage hier. Am Sonntag checkten wir aus dem YMCA aus und begaben uns mit dem PATH nach Jersey City, von hier nahmen wir den Bus Richtung Westen (keine Ahnung welche Nummer) aber nach 20 Minuten Fahrt und einem Kilometer Fußweg erreichten wir ein IHOP-Restaurant. Rappelvoll, da Sonntag zur Mittagszeit, aber toll. Unser Abschiedsessen sollten Pancakes sein!

Mit UBER erreichten wir später den Liberty Airport in Newark, wo am frühen Abend unser Direktflug nach Berlin abhob…

 

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